Das aktuelle Wetter Dortmund 14°C
Über 200 Beamte im Einsatz

Polizei löst Rechtsrock-Konzert auf

07.07.2013 | 00:46 Uhr
Einige der beim Verbot des NWDO im August 2012 in Dortmund gefundenen Waffen.
Einige der beim Verbot des NWDO im August 2012 in Dortmund gefundenen Waffen.Foto: Dieter Menne
Einige der beim Verbot des NWDO im August 2012 in Dortmund gefundenen Waffen.
Gekommen, um zu beenden: Mit einem Großaufgebot rückte die Polizei zu einem Rechtsrock-Konzert aus. Der Einsatz dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

Dortmund / herne.  Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am späten Samstagabend in Herne ein Konzert von Rechtsextremen aufgelöst. Mit dem Rechtsrock-Konzert mit über 300 Besuchern sollte offenbar die im vergangenen Jahr in Dortmund verbotene Neonazi-Kameradschaft "Nationaler Widerstand" unterstützt werden.

Es war lange gerätselt worden, wo das "Solidaritätskonzert" für den "Nationalen Widerstand Dortmund" (NWDO) am Wochenende stattfinden würde - am Samstag Abend dann war das Rätsel gelüftet: In der Juliastraße in Herne sollten drei rechtsextreme Bands spielen, um für Solidarität für die im August 2012 verbotene Vereinigung von gewaltbereiten Autonomen Nationalisten zu werben.

Die Anziehungskraft des Events in einer Partyscheune, auftreten sollte unter anderem die in Szenekreisen seit Jahren zugkräftige Band "Sleipnir", war groß: Mindestens dreihundert Rechtsextreme aus dem ganzen Bundesgebiet folgten der Einladung, ebenso zunächst 150 Beamte der Polizei.

Verstärkung angefordert

Trotz Hundestaffel wurde dann noch Verstärkung angefordert, um die Konzertbesucher einzeln oder in Kleinstgruppen aus der Halle zu führen, zu überprüfen und danach mit einem Platzverweis auszustatten. In einer späteren Pressemitteilung bericht die Polizei von einer "latent aggresive Stimmung" der Konzertbesucher, bei "Widerstandshandlungen" gegen den Einsatz sei ein Besucher verletzt worden.


Laut Augenzeugen soll ein Großteil des harten Kerns der Dortmunder Neonazi-Szene zu den Gästen des Konzertes gehört haben. In der Regel sind das frühere Mitglieder des NWDO, viele von ihnen sind inzwischen in dem Dortmunder Ableger der Partei "Die Rechte" untergekommen. Seitdem versucht die Dortmunder Polizei nachzuweisen, dass es sich bei dem Parteiableger um eine Nachfolgeorganistion des NWDO handelt. Bisher erfolglos.

Suche nach Beweisen

Bei dem Großeinsatz, der bis 4 Uhr morgens andauerte, hoffte die Polizei jetzt, neues Beweismaterial zu finden. Denn durch den Solidaritätsaufruf hatte sich der Anfangsverdacht einer Straftat im Sinne des § 20 Vereinsgesetz, Unterstützung einer verbotenen Vereinigung, ergeben. Das kann potentiell auch mit dem Zahlen eines Eintrittsgeldes für ein solches Konzert gegeben sein.

Fündig scheinen die Beamten geworden zu sein: Die Eintritsgeldern wurden beschlagnahmt, auch Schriftstücke der Partei "Die Rechte" wurden gefunden. Außerdem bezeichnete laut Pressemitteilung der Polizei der ebenfalls in der Halle anwesende stellvertretende Landesvorsitzende der Partei "Die Rechte" die Veranstaltung als Parteiveranstaltung. Eine komplette Bilanz will die Polizei am Montag ziehen.

Von Tobias Großekemper

Kommentare
Funktionen
Fotos und Videos
Max Romeo
Bildgalerie
Fotostrecke
So war es bei
Bildgalerie
Fotostrecke
8155405
Polizei löst Rechtsrock-Konzert auf
Polizei löst Rechtsrock-Konzert auf
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/polizei-loest-rechtsrock-konzert-auf-id8155405.html
2013-07-07 00:46
Dortmund