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Neonazi-Razzia

Polizei findet Waffen bei Neonazis in Dortmund

28.03.2012 | 22:08 Uhr

Dortmund  Eine Einsatzhundertschaft der Dortmunder Polizei hat am Mittwochabend ein Haus gestürmt, das der rechten Szene als Tagungs- und Versammlungsort dient. 53 Personen wurden kontrolliert, neben Vertretern der Szene der so genannten „Autonomen Nationalisten“ waren auch NPD-Funktionäre aus dem Umland anwesend.

Unmittelbar vor dem für kommenden Samstag geplanten Aufmarsch Rechtsradikaler in Dortmund hat die Polizei am Mittwochabend ein Zeichen gegen die Szene der Neonazis gesetzt.

Es war kurz nach 20 Uhr, als eine Einsatzhundertschaft der Dortmunder Polizei mit Blaulicht zur Rheinischen Straße 135 jagte und das Haus, das der rechten Szene als Tagungs- und Versammlungsort dient, stürmte. Problemlos drangen die Beamten ein und kontrollierten anschließend die Räume der Immobilie und die Personalien der zu diesem Zeitpunkt 53 anwesenden Personen. Der Bereich an der Rheinischen Straße wurde während dieser Aktion großräumig abgesperrt. Autos und Bahnen kamen nicht mehr durch.

Rechte klebten nachts Plakate

Hintergrund der Aktion waren Ereignisse in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Am 27. März um 23.45 Uhr hatten Polizeibeamte im Bereich Adlerstraße und Lange Straße drei Männer der rechten Szene im Alter zwischen 19 und 28 Jahren kontrolliert. Sie hatten dort Plakate geklebt, mit denen für das Objekt an der Rheinischen Straße geworben wurde. Das Trio fiel den Beamten gut eine halbe Stunde später an der Rheinischen Straße erneut auf. Wieder wurden die entsprechenden Plakate geklebt.

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Bei der Dortmunder Staatsanwaltschaft erwirkte die Polizei nun einen Durchsuchungsbeschluss für das Haus Rheinische Straße 135, um Beweismaterial zu sichern. Zudem wurde vermutet, dass die drei kontrollierten Männer aus der rechten Szene sich dort aufhalten. Eine Vermutung, die sich gestern Abend in Gegenwart eines Anwalts der Rechtsradikalen bestätigte.

Die Polizei stellte in dem Objekt Pfefferspray und Utensilien zum Kleben von Plakaten sicher. Die Anwesenden leisteten keinen Widerstand, es gab keine Verletzten. Neben Vertretern der Szene der so genannten „Autonomen Nationalisten“ waren auch NPD-Funktionäre aus dem Umland anwesend. Während die Aktion an der Rheinischen Straße noch lief, durchsuchten Beamte die Wohnungen der drei Plakatkleber in Dorstfeld.

Waffen gefunden

Dort wurden in einer Wohnung ein Luftgewehr, zwei PTB-Pistolen mit Munition, eine Softairwaffe, zwei Teleskopschlagstöcke, eine Zwille,  Pfefferspray und ein Einhandmesser sichergestellt. Nach Abschluss der Einsatzmaßnahmen legte die Polizei eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz vor.

Das Haus an der Rheinischen Straße war vor geraumer Zeit von der Stadt gekauft worden. Der Mietvertrag läuft noch bis zum 31. März. Das Objekt soll zu einem Jugendtreff für das Viertel umgewandelt werden. Die letzte Aktion der Polizei in dem Objekt datiert aus dem Jahr 2010. Damals hatten die Beamten CDs mit verbotenem, rechtsradikalem Liedgut im Visier.

Andreas Winkelsträter

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Polizei findet Waffen bei Neonazis in Dortmund
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2012-03-28 22:08
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