Polizei erschießt Kampfhund bei Razzia in Dortmund

In Dortmund startete die Polizei am Donnerstagmorgen eine Durchsuchungsaktion gegen mutmaßliche rechte Gewalttäter.
In Dortmund startete die Polizei am Donnerstagmorgen eine Durchsuchungsaktion gegen mutmaßliche rechte Gewalttäter.
Foto: Peter Bandermann
Was wir bereits wissen
  • Die Polizei hat fünf Wohnungen von Rechtsextremisten in Dortmund durchsucht
  • Die Polizisten mussten in einer Wohnung einen Kampfhund erschießen
  • Hintergrund sind die Angriffe von Rechtsextremisten auf Polizisten in der Silvesternach

Dortmund.. Seit den frühen Morgenstunden durchsuchte die Polizei am Donnerstag fünf Wohnungen von Rechtsextremisten in Dortmund und zwei in Niedersachsen, in Rinteln und Seggebruch. Die Staatsanwaltschaft Dortmund hatte die Durchsuchungsbeschlüsse beantragt.

Die Polizisten stellten in Dortmund und Niedersachsen Handys, Smartphones, Laptops, Tablets und eine Videokamera sicher. In einer der Dortmunder Wohnungen entdeckten sie zusätzlich eine Schusswaffe. Diese wird nun waffentechnisch untersucht.

Auswertung liegt bei LKA

Die beschlagnahmten Gegenstände werden nach Auskunft der Polizei an Experten des Landeskriminalamtes NRW weitergegeben. Die nehmen die Auswertung, die "einige Zeit" dauern wird, vor.

Polizeipräsident Gregor Lange nahm zu den Durchsuchungen in der rechtsextremen Szene Stellung: „Wir tun alles, damit Straf- und Gewalttaten nicht ungesühnt bleiben. Deswegen wird die Dortmunder Polizei weiterhin jede rechtsstaatliche Möglichkeit nutzen, um Volksverhetzer und rechtsextremistische Gewalttäter konsequent zur Verantwortung zu ziehen.“

Hintergrund sind Angriffe in der Silvesternacht

Hintergrund sind die Angriffe von Rechtsextremisten auf Polizisten in der Silvesternacht im Bereich des Wilhelmplatzes in Dortmund. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs.

In der Silvesternacht hatten Anhänger der rechten Dortmunder Szene Polizeiautos angegriffen und mit Feuerwerk beschossen. Als die Polizisten ihre Fahrzeuge verließen, um dem Treiben ein Ende zu setzen, wurden sie weiter mit Feuerwerkskörpern, Raketen und Bierflaschen traktiert. Die Polizei nahm 18 Personen fest.

Kampfhund erschossen

Parallel zu dieser Razzia im Bereich Thusneldastraße / Emscherstraße in Unterdorstfeld drang ein Spezialeinsatzkommando in eine Wohnung am Vogelpothsweg in Oberdorstfeld ein. Die Polizei hatte Informationen über besondere Gefahren und setzte deshalb die Spezialkräfte ein. Die Polizisten mussten in der Wohnung einen Kampfhund erschießen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft. Über die Zusammenhänge sagt sie derzeit nichts, weil die Ermittlungen noch laufen und nicht gefährdet werden dürften. (WE/dpa/Peter Bandermann)