Polizei Dortmund kontrolliert Straßenstrich und Nordstadt
16.03.2011 | 20:42 Uhr 2011-03-16T20:42:00+0100
Dortmund.Komplett abgeriegelt hat die Polizei Dortmund am Mittwochabend den Straßenstrich auf der Ravensberger Straße. Bei der flächendeckenden Aktion in der Nordstadt kontrollierten die Ordnungshüter nicht nur die zahlreichen Freier und Prostituierten auf dem Straßenstrich, sondern auch mehrere hundert Anwohner und Passanten rund um Nordmarkt und Schleswiger Platz.
Um Punkt 19.45 Uhr rollte die Polizei mit mehreren Einsatzwagen an. Alle Zu- und Abfahrten der Ravensberger Straße wurden zugestellt. Keiner kam mehr raus. Die Freier in den Wagen zogen sich zum Teil Mützen ins Gesicht, klappten die Sonnenblenden runter. Mit den Kontrollen hatten sie wohl nicht gerechnet. Jeder einzelne Wagen, jeder einzelne Freier wurde durchleuchtet. Während die völlig verdutzen und zum Teil sichtlich peinlich berührten Männer an den Sperrpunkten ihre Papiere zeigen mussten, wurden die Prostituierten in die Mitte der Ravensberger Straße gebeten. Hier überprüfte die Polizei jede einzelne der etwa 60 Prostituierten nacheinander.
Völlig aufgebracht reagierte Claudia Attig-Grabosch von der Kommunikations- und Beratungsstelle (Kober), die die sich um die Huren kümmern und auf dem Straßenstrich einen Betreuungs- und Beratungsstelle betreiben, auf die Razzia: „Die Frauen halten sich legal hier auf, von denen ist keine kriminell“, richtete sie die Kritik in Richtung Polizei. Sie bewertete die ganze Aktion als völlig überzogen. „Die Ravensberger Straße wird so häufig wie kein anderer Straßenstrich kontrolliert.“ Die Kober-Mitarbeiterinnen wurden ebenfalls völlig überrascht von dieser in der Dimension bislang einzigartigen Razzia auf dem Strich.
Szene verunsichern
Seit mehr als drei Jahren führt die Polizei die großflächigen Kontrollen in der Nordstadt durch, an der am Mittwoch waren fast 100 Beamten beteiligt, zudem auch der Zoll. „Wir wollen die Szene verunsichern“, erklärte Einsatzleiter Ludger Merschjohann. Die Dortmunder Polizei, so erklärte er, setze ihre Hoffnung auf eine komplette Schließung des Straßenstrichs und eine damit einhergehende Ausweitung des Sperrbezirks.
„Der Arbeitgeber Straßenstrich verspricht den Bulgarinnen und Rumäninnen schnelles Geld“, so Merschjohann. Und so sei die kleine Nordstadt überschwemmt worden mit „vielen, die nicht so gesetzestreu sind“. Eine große Zahl von Taschendieben wohne in der Nordstadt. Zudem habe man in letzter Zeit beobachtet, dass die Bulgaren und Rumänen aus dem Umfeld der Prostituierten auch ins Drogengeschäft eingestiegen seien bzw. selbst konsumierten. „Durch die Schließung des Straßenstrichs wird dem ganzen der Nährboden entzogen“, hofft Einsatzleiter Merschjohann.
"Dann gehe ich halt im Puff anschaffen"
„Sollen sie ihn doch schließen“, erklärte eine der deutschen Prostituierten, „dann gehe ich irgendwo in einem Puff anschaffen“. Es gebe, seit die Bulgarinnen und Rumäninnen vor rund zwei Jahren gekommen seien, nichts mehr zu verdienen. Sie böten den Geschlechtsverkehr für 15 Euro an, ohne Kondom, würden auf alle sexuellen Forderungen der Freier eingehen. „Die Kontrollen sind ok, nur verdiene ich jetzt nichts.“
Gegen 17.30 Uhr hatten die Kontrollen am Schleswiger Platz begonnen. Auch den sperrte die Polizei hermetisch ab, kontrollierte alle Passanten. Wenig später ging’s auch in Internetcafés, Teestuben und Kneipen weiter. Bis Mitternacht liefen die Kontrollen. Über die Ergebnisse der Aktion, die fortgeführt werden soll, will die Polizei am Donnerstag berichten.
02:29
Die Polizei kommt schlicht und ergreifend ihrem Auftrag nach und richtet sich in der Vorgehensweise nach den Erkenntnissen der eigenen und vorgesetzten Kriminologen.
Spät aber immerhin doch noch haben Polizei, Verwaltung und Kommunalpolitik begriffen, daß das Dortmunder Modell nachhaltig gescheitert ist und von der OK gezielt mißbraucht wurde.
Daher wird die Spielzeugabteilung für anspruchslose Dreibeiner jetzt dicht gemacht, anstatt der OK weiterhin die Gelegenheit zu bieten die Opfer ihres Menschenhandels weiterhin ungeniert zu vermarkten und das angrenzende Wohnviertel weiter mit Kriminalität zu überziehen.
19:48
movienrz , man installiert in Dortmund einen LEGALEN Strassenstrich, und dann kontrolliert die polizei die kunden damit sie fern bleiben.
Ist das nicht irgendwie widerspüchlich.
Man stelle sich vor, es wird ein Kaufhaus eröffnet, und davor steht ein Sicherheitsdienst der die Kunden fernhält.
17:50
Und weil die Kontrollen so schön waren, werden sie an den Haupt-Verkehrs-Tagen an den Wochenenden wiederholt, wenn sich Hundertschaften von Freiern vor der Ravensburger stauen.
Wäre eine gute Gelegenheit für WDR, RTL und Sat1.
Ich möchte drauf wetten:
soviel öffentliches Interesse vertragen die meisten Freier nicht und geben Fersengeld.
16:41
@28 Janeeisklar: Über die Nordstadt reden nur diejenigen entspannt, welche nicht dort wohnen oder regelmäßige Kunden des horizontalen Gewerbes sind.
11:12
Die Aktion war gut und konsequent. Hoffentlich bleibt es nicht bei dieser einen.
10:38
Ich bin auch für die Schließung des Straßenstriches, der nach meiner Meinung durch ein Megabordell am Stadtrand oder eine Vergrößerung der Lokalitäten an der Linienstraße ersetzt werden sollte.
Ich frage mich allerdings, wie die Polizei derart umfassende und pauschale Personenkontrollen an einem legalen Straßenstrich rechtfertigen will. Nach den Vorgaben des Polizeigesetzes gehört es sicherlich nicht zu den Aufgaben der Polizei, rund um einen noch legalen Straßenstrich die Szene zu verunsichern.
Anstatt wohlmöglich unrechtmäßige Aktionen durchzuziehen und zu versuchen, die Versäumnisse der letzten Jahre in kürzester Zeit wettzumachen, sollten sich die Ordnungshüter lieber an ihre Kompetenzen halten und vernünftige und dauerhafte Massnahmen ergreifen, wie etwa die Verhinderung von Gewalt- und Drogendelikten. Damit wäre der öffentlichen Sicherheit und Ordnung besser gedient!
10:32
Wie in den meisten Kommentar-Foren hier bei der westen.de. Es werden mehr die Kommentatoren angegriffen, als über den Artikel fachlich und sachlich zu kommentieren.
Vielleicht sollte sich jeder dieser Agressoren mal schlau machen was ein Kommentar ist.
Das Problem was in Dortmund vor herscht, haben sicher einige Städte. Für viele genau so ein Ärgerniss wie die Trinkerszene. Man kann sie nur verdrängen, aber nie auflösen.
Wenn alles legal von statten geht, sehe ich da kein so grosses Problem. Nicht in der Nähe von Wohnungen oder gar Bildungs- oder Kindereinrrichtungen. Aber ein abseits gelegenes Gewerbegebiet dürfte keinen Bewohner stören.
Was viele stört, und auch mich, sind die illegalen und die krimminellen Aktivitäten die sich um die Szene tummeln.
Illegale Personen sofort abschieben und Geld beschlagnahmen. Deutsche Krimminelle mit der zur verfügung stehenden Härte des Gesetzes bestrafen. Sicher ein Prozess der lange dauert, sich aber in der Szene rum spricht. Eine Verdrängung ist keine Lösung.
10:17
@12 Wer weiss schon warum sie sich dort so wohlfühlen
10:08
na ja, wie immer: menschenjagd auf unschuldige und die wahren rechtsbrecher sitzen in geheitzten stuben. hier wird es höchste zeit, mal den internen augiasstall mit eisernem besen auszukehren !
10:05
Ich muss barbarylane beipflichten: Die meisten derjenigen, die hier regelmäßig die fürchterlichen Zustände in der Nordstadt anprangern, wohnen da überhaupt nicht, manche würden sich dort nichtmal hintrauen, auch nicht bei Tag.
Heißt im Umkehrschluss: Die wissen gar nicht, wovon sie reden.
Franzi123 schießt mit Kommentar #11 den Vogel ab: Wie bitteschön stört denn die Nordstadt gerade die Ruhe im Süden? Durch ein paar beunruhigende Zeitungsartikel? Dann einfach weiterblättern oder -klicken, und schon ist die Idylle wiederhergestellt.
Die Diskussion könnte sehr viel entspannter und konstruktiver ablaufen, wenn sich nur Leute daran beteiligen würden, die entweder die (tatsächlichen!) Verhältnisse in der Nordstadt aus eigener, täglicher Erfahrung kennen, oder die zumindest bereit sind, sich vorurteilsfrei in die Lage von uns Nordstadt-Bewohnern hineinzuversetzen.