Das aktuelle Wetter Dortmund 10°C
Radarfallen

Polizei Dortmund blitzt jeden 22. Fahrer - aber Blitzmarathon war Erfolg

04.07.2012 | 12:58 Uhr
Dortmunds Polizeipräsident Norbert Wesseler (re.) besuchte eine Messstelle in Mengede beim zweiten Blitz-Marathon am 3. Juli 2012. Links Einsatzleiter Günther Overbeck. Foto: Steffen Gerber

Dortmund.  Die endgültige Bilanz der Polizei Dortmund nach dem zweiten Blitz-Marathon fällt nicht so günstig für die Autofahrer aus: Jeder 22. Gemessene war zu schnell. „Spitzenleistungen“ wurden auf den Autobahnen erzielt, der Schnellste war 76 km/h „drüber“. Es gab Fahrverbote, Drogendelikte und einen Haftbefehl.

Nach der vorläufigen Bilanz liest sich das Gesamtfazit der Polizei Dortmund doch etwas anders als am Vortag. Beim ersten Blitzmarathon im Februar 2012 war „nur" jeder 53. gemessene Autofahrer zu schnell, bei der Folge-Aktion am Dienstag jedoch jeder 22. Autofahrer. Besonders auf den Autobahnen gab manch einer richtig Gas. Trotz der frühzeitigen Ankündigung in den Medien hielten sich 3118 Fahrzeugführer nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen und wurden verwarnt bzw. angezeigt. Vier „Raser“ müssen nach dem Blitzmarathon mit einem Fahrverbot rechnen.

Im Vergleich zum ersten Blitzmarathon im Februar diesen Jahres mit 45.575 gemessenen Autos an 105 Messstellen und 863 Verstößen hat die Polizei Dortmund bei der Folge-Aktion 69.658 Fahrzeuge an 146 Messstellen (115 Bürgermeldungen) kontrolliert und 3118 Verstöße festgestellt.

24 Stunden waren mehr als 250 Beamte des Polizeipräsidiums Dortmund im Rahmen des landesweiten Blitzmarathons in den Städten Dortmund, Lünen und auf den Autobahnen unterwegs. Auch die Stadt schickte einige Messfahrzeuge mit 16 Ordnungsamt-Mitarbeitern „ins Rennen“.

Raserei auf Autobahnen

„Schnellster“ im Zuständigkeitsgebiet: Mit 156 km/h war ein Autofahrer auf der A45 im Bereich Dortmund-Süd unterwegs. Er raste durch eine Baustelle, in der nur 80 km/h gefahren werden darf. 76 km/h zu schnell bedeuten: Fahrverbot. Auch auf der A1 überschritt ein Fahrzeugführer die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei zulässigen 60 km/h: Nach Abzug der Toleranz war er mit 128 um 68 km/h mehr als doppelt so schnell. Schon am Nachmittag hatte Einsatzleiter Günther Overbeck gemutmaßt: „Vor allem an einer Nachtbaustelle auf einer Autobahn wird’s rappeln“, so der der Leitende Polizeidirektor, der für 2012 noch einen dritten Blitz-Marathon in Aussicht stellte .

Video
Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurden in Essen, wie auch in ganz NRW, vermehrt Geschwindigkeitskontrollen konzentriert an einem Tag durchgeführt.

Im innerstädtischen Bereich war es nicht besser. Auch hier müssen zwei „Raser“ den Führerschein abgeben. In einer 30er Zone in Lütgendortmund (Volksgartenstraße) blitzte die Polizei einen Dortmunder mit 61 km/h: Für die Überschreitung um 31 km/h setzte es ein Fahrverbot. 35 km/h schneller war ein anderer Fahrer bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h unterwegs. Auch hier droht ein Fahrverbot.

Spitzenreiter außerorts 39 km/h zu schnell

Der Spitzenreiter außerhalb geschlossener Ortschaften wurde mit 89 km/h bei erlaubten 50 km/h auf der Stockumer Straße geblitzt. Großes Glück hatte ein Motorradfahrer: Der rauschte mit geschätzten 200 Sachen bei erlaubten 100 km/h an einer Messstelle vorbei, doch die Beamten hatten das Messgerät noch nicht startklar.

Blitz-Marathon
Das sind die Standorte der Radarfallen beim Blitzer-Marathon

Die zweite Auflage des 24-Stunden-Blitz-Marathons startet am Dienstag, 3. Juli, um 6 Uhr in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Polizei hatte die Bürger aufgerufen, "Wut-Punkte" für die Kontrollen zu benennen. Über 15.000 Vorschläge gingen ein. Hier steht, welche Radarfallen die Polizei angekündigt hat.

Zusätzlich stellten die Beamten 40 Gurtverstöße fest. Vier Autofahrer standen unter Drogeneinfluss und mussten sich eine Blutprobe abgeben. Zu 26 sonstigen Verstößen gehörten Telefonieren während der Fahrt und Verstöße gegen das Zulassungsrecht. Die Beamten konnten bei ihren Überprüfungen auch einen Haftbefehl vollstrecken.

Bilanz des Ordnungsamtes der Stadt Dortmund

Die beiden Schichten der mobilen Geschwindigkeitsüberwachung des Dortmunder Ordnungsamtes hatten am Dienstag von 6 bis 22 Uhr insgesamt 26 Messstellen eingerichtet. Dabei wurde die Geschwindigkeit von 6988 Fahrzeugen kontrolliert.

Davon waren 349 Autofahrer zu schnell unterwegs und müssen nun mit Post vom Ordnungsamt bzw. der Bußgeldstelle rechnen. Die Verkehrsteilnehmer hätten sich laut städtischer Mitteilung „äußerst diszipliniert verhalten“. Dies sei sicherlich auch auf die starke mediale Begleitung dieser erneuten Aktion zurückzuführen.

Blitz-Marathon

 

  1. Seite 1: Polizei Dortmund blitzt jeden 22. Fahrer - aber Blitzmarathon war Erfolg
    Seite 2: Polizeipräsident Wesseler in Mengede vor Ort

1 | 2



Kommentare
Aus dem Ressort
Wizz Air streicht alle Flüge von Dortmund in die Westukraine
Ukraine-Krise
Die Ukraine-Krise trifft den Flughafen Dortmund: Wizz Air stellt Ende Oktober alle Flüge nach Lemberg (Lwiw) ein. Die aktuelle Situation in der Ukraine habe zu einem Einbruch der Passagierzahlen geführt, so die Fluggesellschaft. Es ist nicht die erste Verbindung, die der Krise zum Opfer fällt.
Polizei Dortmund muss Dienstzeiten neu regeln
Arbeitszeit
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die Dienstzeitenregelung bei der Dortmunder Polizei bemängelt. Zwei Beamte hatten geklagt, weil sie zu Dienstbeginn voll ausgerüstet erscheinen mussten. Demnach fiel das Anlegen der Ausrüstungsgegenstände nicht in die offizielle Arbeitszeit.
Wizz Air streicht alle Flüge in die Westukraine
Flughafen Dortmund
Die Ukraine-Krise lässt den Flugplan am Dortmunder Flughafen weiter schrumpfen: Wizz Air stellt Ende Oktober alle Flüge ins westukrainische Lemberg ein. Die aktuelle politische Situation in der Ukraine habe zu einem Einbruch der Passagierzahlen geführt, so die Fluggesellschaft. Es ist nicht die...
Erfolgreiche Polizisten-Klage: Neue Regelung von Dienstzeiten
Gericht gibt Beamten...
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat die Dienstzeiten bei der Dortmunder Polizei neu geregelt. Zwei Beamte hatten geklagt, weil sie zu Dienstbeginn bereits voll ausgerüstet erscheinen mussten. Demnach fiel das Anlegen der Ausrüstungsgegenstände nicht in die offizielle Arbeitszeit. Das wird sich...
20-Jähriger wegen Mordversuchs vor Gericht
Einbrecher stach zu
Bei einem nächtlichen Einbruch in der Nordstadt soll ein 20-Jähriger im November 2013 den Wohnungsmieter niedergestochen und schwer verletzt haben. Seit Dienstag muss sich der junge Mann wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten. Der Prozess begann mit einem halbherzigen Geständnis.
Fotos und Videos
Ein Tag voller Erlebnisse
Bildgalerie
Fotostrecke
Hooligan-Demo in Dortmund
Bildgalerie
Demo
Futter für Bücherwürmer
Bildgalerie
Fotostrecke