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Studie

Politikverdruss treibt Bürger nach rechts

06.02.2010 | 12:56 Uhr
Politikverdruss treibt Bürger nach rechts

Dortmund. Zwei Monate nach einer ersten Veröffentlichung für Stadtverwaltung und Medien stellte der Soziologe Prof. Wilhelm Heitmeyer seine Studie „Analysen und Handlungsvorschläge zum Rechtsextremismus in Dortmund” in der Bürgerhalle des Rathauses der Öffentlichkeit vor.

Die Forscher hatten Experten und Opfer interviewt, mit Aussteigern aus der rechten Szene gesprochen und je 250 Bürger der Stadtbezirke Innenstadt-West und Eving befragt. Etwa 140 Menschen waren gekommen, um sich die Ergebnisse des 170-Seiten-Werks anzuhören, die das Ziel habe, umfangreiche Informationen für Handlungsstrategien bereit zu stellen, um das Problem zu bekämpfen.

Eine dieser Informationen ist zum Beispiel die am Abend seitens der Verfasser mehrfach betonte Tatsache, dass sich laut Umfrage 40 Prozent der Befragten der Innenstadt-West und über 50 Prozent in Eving von der lokalen Politik in Bezug auf ihre Probleme im Wohnumfeld im Stich gelassen fühlen. Eine mögliche Ursache dafür, dass rechtsextreme Parteien und Vereinigungen wie die Autonomen Nationalisten Zulauf bekommen.

Attraktiv für 18- bis 30-Jährige

Insbesondere auf Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren scheinen diese Zirkel eine Attraktiviät auszuüben. Dabei spiele es keine Rolle, aus welchem sozialen Milieu sie stammten. „Nun ist es an uns und den zuständigen Organisationen, Wege zu finden, wie wir an diese Jugendlichen herankommen können”, sagte Hartmut Anders-Hoepgen, Sonderbeauftragter der Stadt für Vielfalt, Toleranz und Demokratie. Die überzeugten Neonazis könnten nicht das Ziel sein, sondern diejenigen, die dort auch durch Gewaltaktionen Anerkennung bekommen, die ihnen anderswo versagt bleibt.

Heitmeyer betonte dabei immer wieder, dass die Rechten nicht losgelöst von der Bevölkerung zu betrachten, sondern ein Teil von ihr seien. Wie zum Beweis dieser These waren etwa 30 Neonazis in der Bürgerhalle anwesend und versuchten, ihre Ansichten unters Volk zu bringen.

Gregor Boldt

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