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Kostenexplosion

Politik streitet in Dortmund um Kosten für U-Turm

13.12.2011 | 20:19 Uhr
Politik streitet in Dortmund um Kosten für U-Turm
Der U-Turm war Thema im Kulturausschuss. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.   „Ich will es nicht schönreden, es ist unglaublich teuer. Aber wir bewegen uns im unteren Segment vergleichbarer Häuser.“ So verteidigte Kulturdezernent Jörg Stüdemann die gestiegenen jährlichen Kosten für den U-Turm.

„Ich will es nicht schönreden, es ist unglaublich teuer. Aber wir bewegen uns im unteren Segment vergleichbarer Häuser.“ So verteidigte Kulturdezernent Jörg Stüdemann die gestiegenen jährlichen Kosten für den U-Turm bei der gestrigen Sondersitzung des Kulturausschusses. Das Zünglein an der Waage bei Vorschlägen der Grünen zur Kostenreduktion spielten FDP/Bürgerliste.

Das U und seine Kosten – „ein schwieriges Thema“, wie Stüdemann sagte, als er die Entwicklung der Kosten erklärte. Gleichwohl habe die Stadtverwaltung seit 2007 daran gearbeitet, die Kosten zu kompensieren: Insbesondere durch die Nichtbesetzung von Stellen bei den Kulturbetrieben, Flächenmanagement bei der Verwaltung und (zu 1/3) haushaltsneutrale Besetzung des Personals im U-Turm aus dem städtischen Pool habe man 6,9 Millionen Euro erspart. „Unser Fehler war nur: Wir haben das nicht mit einem Label versehen, dass es für das U ist.“ Stüdemann hob außerdem hervor, dass sich das Land für den Turm engagiere: Insgesamt 1,4 Millionen Euro fließen an den Hartware MedienKunstVerein, die Etage für kulturelle Bildung, ecce und 2010LAB.tv.

Kosten senken

Ulrike Märkel, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, pochte aber auf Einsparungen. In ihrem Antrag forderten die Grünen unter anderem, dass die Betriebskostenzuschüsse dauerhaft gesenkt werden, Planstellen nicht extern ausgeschrieben, sondern städtisch besetzt werden und Eintritt für die Besichtigung des U-Turms genommen wird. Letzteres könne zu Konflikten mit den Fördermittelgebern und organisatorischem Chaos führen, warnte Stüdemann.

Die Abstimmung endete hauchdünn: Während Grüne, Linke und CDU (die nur gegen die Eintrittsgelder votierte) auf 9 Stimmen dafür kamen, brachten FDP/Bürgerliste der SPD die 10. Stimme für die Ablehnung. Das allerdings nur aus formalen Gründen: „Der Antrag wurde in letzter Sekunde eingereicht“, kritisierte Heinz Dingerdissen. Er erklärte auch, FDP/Bürgerliste hätten das U schon von Anfang an für überdimensioniert gehalten: „Und es gibt auch keine Garantie, dass die Kosten nicht weiter davon galoppieren.

Flucht nach vorn

Erfolg hatte hingegen der Antrag der CDU: Die Verwaltung ist nun beauftragt, die Mehrbelastungen für Miete, Instandhaltung und Betrieb durch Flächenreduktionen im Gebäudebestand der Stadt zu kompensieren. Eine Vorstellung, bei der Stüdemann „Bauchschmerzen“ bekam: „Einfach wird die Übung nicht. Das lässt sich sicherlich nicht allein aus dem Kulturbereich machen.“

Der U-Turm

Bürgermeister Manfred Sauer fasste treffend zusammen: „Wir sind leider unter Sachzwang“, erklärte er. „Wir müssen jetzt reparieren, was im Grundsatz falsch gelaufen ist und müssen die Flucht nach vorn antreten.“ Entsprechend wurde die Vorlage zu Betriebskosten und Organisation des U in den Rat empfohlen.

Alle Texte und Bilder zum Jahresrückblick finden Sie in unserem Spezial.

Nadine Albach

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Kommentare
14.12.2011
15:38
Politik streitet in Dortmund um Kosten für U-Turm
von Syndikus | #5

Die peinlichen Entschuldigungsversuche Stüdemanns können konsequenterweise nur zu einem Rücktritttgrund führen. Wenn die Betriebskosten des U-Turms am unteren Ende vergleichbarer Häuser liegen, dann war die jetzt beklagte "Kostenexplosion ja wohl zwingend vorhersehbar und man muss wohl froh wenn es nicht noch schlimmer kommt.

14.12.2011
14:07
@cat234 | #3
von vaikl2 | #4

Bei den miserablen Besucherzahlen, begünstigt durch ein katastrophales Marketing der Stadt, ist eine Eintrittsgebühr quasi der Notnagel, der die Bruchbude endgültig zunagelt.

Stüdemanns "Begründung": "Aber wir bewegen uns im unteren Segment vergleichbarer Häuser" ist doch nur das Eingeständnis, dass man hier im Ranking der kommunalen Investitionsruinen noch Spielraum auf die vordersten Plätze sieht.

14.12.2011
11:08
Eintritt für Ausblick
von cat234 | #3

Es gibt so viele Beispiele in anderen Städten wo man für solche "Sehenswürdigkeiten" einen Obolus bezahlen muss. Außerdem wird wird so oft zu Kasse gebeten, wo es weniger Grund dafür gäbe.
Die Idee, Eintritt zu nehmen um den Turm zu Besichtigen, finde ich daher durchweg richtig.
Warum wurde das nicht von Anfang an gemacht?

14.12.2011
07:00
Prima Idee
von Applebeach4Ever | #2

...hätte ich da: Alle die den U-Turm wollten / wollen bezahlen alles aus eigener Tasche !

Ich halte jede Wette,das der Turm dann innerhalb von 3 Stunden für immer geschlossen wäre !

13.12.2011
20:41
Politik streitet um Kosten für U-Turm
von biggy.c | #1

Herr Stüdemann versucht das Feuer Kosten U-Turm zu löschen.
Dabei vergisst er nur eins: EIN LOCH IST IN DEM EIMER,LIEBER JÖRG, EIN LOCH!

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