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Politik gibt Gas fürs Henßlerkolleg

22.09.2012 | 04:00 Uhr
Politik gibt Gas fürs Henßlerkolleg
Wie lange kann man Lehrern und Schülern des Fritz-Henßler-Kollegs noch zumuten, in dem baufälligen Domizil im Brügmann-Zentrum zu bleiben? In der Frage gehen die Meinungen zwischen Politik und Verwaltung auseinander.Foto: Franz Luthe

Dortmund. Die Verwaltung kommt nicht durch mit ihrem Plan, den Start der Sanierung des Fritz-Henßler-Berufskollegs abhängig zu machen vom juristisch umstrittenen Bau von zwei neuen Berufsschulgebäuden auf der U-Brache.

Im Ratsausschuss für Stadtplanung stieß der Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Henßerkolleg , den das Stadtparlament am 27. September verabschieden soll, am Mittwoch auf massivsten Widerstand. Gar nicht mal so sehr wegen der 30 Millionen Euro, die Abriss und Teilneubau am angestammten Standort im Brügmann-Zentrum kosten sollen. Hauptkritikpunkt aller Fraktionen: der Zeitplan.

Nachdem die Grünen-Fraktion, wie berichtet, am Mittwoch mit der Forderung an die Verwaltung vorgeprescht war, möglichst schnell eine völlig neue Lösung zur Interims-Unterbringung der Lehrer und Schüler zu finden, zog am Freitag die SPD-Ratsfraktion nach und forderte die Verwaltung auf, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, schnellstmöglich mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen.

Bislang hatte die Verwaltung den Baubeginn in 2015 vorgesehen. Für die Dauer der Arbeiten, drei Jahre, sollte die Schule im Kolleggebäude an der Sckellstraße (Nahe Westfalenpark) untergebracht werden. Das allerdings wird erst frei, wenn das Robert-Schuman-Berufskolleg seinen Neubau auf dem U-Gelände bezogen haben wird. Wann das soweit ist, steht - wegen des juristischen Streits um die Vergabe im Bieterverfahren - noch für unbestimmte Zeit in den Sternen.

„Man sollte sich von dem Gedanken, erst die Gebäude am U zu errichten und dann die Sanierung im Brügmann-Zentrum anzugehen, wohl verabschieden“, hält SPD-Fraktionsvorsitzender Ernst Prüsse das Umzugskonzept für die Berufsschulen für ebenso obsolet wie Grünen-Fraktionschefin Ingrid Reuter. Prüsse: „Es können leicht noch weitere Jahre vergehen, bis die Schulgebäude am U begonnen werden können, geschweige denn fertiggestellt sind. Solange wollen und können wir das Henßlerkolleg nicht im jetzigen Schulgebäude belassen.“

Im Rat will die SPD am kommenden Donnerstag beantragen, dass sich die Stadtverwaltung schleunigst auf die Suche macht nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten - „im eigenen Gebäudebestand, bei Fremdanbietern oder als Containerlösungen“.

Rolf Maug


Kommentare
24.09.2012
10:31
Vorsicht ..
von Drunsonst | #1

... die Formulierung "Gas geben" hat in der BRD schon für Strafanzeigen von besorgten und politisch korrekten Mitbürgern gesorgt, als ein Politiker auf einem Motorrad (!) mit dem Slogan auf Wahlplakaten gezeigt wurde.

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