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Poetry Slam für Gehörlose ein voller Erfolg

18.02.2013 | 21:41 Uhr
Eindrücke vom Poetry-Slam-Workshop für Gehörlose.
Eindrücke vom Poetry-Slam-Workshop für Gehörlose.Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Die junge Frau bebt am ganzen Körper, als sie sich auf die Brust schlägt und verbeugt. Alle Hände recken sich jubelnd in die Höhe. Pia strahlt. Die 23-Jährige aus Köln hat am Sonntagabend den Poetry-Slam-Wettbewerb im Sweet-Sixteen-Filmklub im Depot gewonnen.

Tosender Applaus, doch der ist fast geräuschlos: Denn Gehörlose klatschen nicht beim Applaus, sondern wedeln mit den Händen.
Ausdrucksstarke Gebärdensprache

Pia ist gehörlos. Ihre Sprache ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Sie redet mit ihren Händen. Der Vollmond, den sie bei "Deaf Stern" auf der Bühne gebärdet, steht für alle Gehörlosen: "Das bin ich", erklärt die Slammerin. Eindrucksvoll und selbstbewusst zeigen alle neun Teilnehmer mit ihren Auftritten, dass die Gebärdensprache ausdrucksstark ist.
In einem kostenlosen zweitägigen Kursus haben gehörlose und hörende Menschen mit einem Pionier der Dichterwettbewerbe, Wolf Hogekamp, und Simone Lönne vor dem Poetry-Slam Wettbewerb "Bääm - Der Deaf Slam" von der Aktion Mensch ihre Beiträge erarbeitet.

Gewinner fliegt nach New York

"Das war ganz locker", erzählt der gehörlose Dortmunder Jan, der mit dem wellenreitenden "Deaf Hawaii" ins Rennen ging. Für die hörenden Performer ist das Miteinander ungewohnt. So blickt der szenebekannte Jan-Phillipp Zymny verwundert zur Seite, als die Gebärdendolmetscherin für seine Worte länger braucht. Und Hogekamp möchte sich wegen der knappen Entscheidung kurz mit seiner gehörlosen Kollegin Lönne absprechen und flüstert ihr was ins Ohr - großes Gelächter im Publikum.
Nach Heidelberg, Berlin und Dortmund tourt der Wettbewerb nach München und Hamburg, wo am 13. April das Finale steigt, auch mit den Siegern des Online-Wettbewerbs. Der Gewinner darf für eine Woche nach New York.

Von Nicole Stania

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