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Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind

29.11.2011 | 15:46 Uhr
Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind
Der Stammtisch der Dortmunder Piraten findet wöchentlich in einem Café in der Innenstadt statt. Foto: Helmuth Voßgraff (WAZ FotoPool)

Dortmund.   Nach ihrem Wahlerfolg in Berlin verzeichnet die Piraten-Partei auch in Westfalen großen Zulauf. In Dortmund gibt es mit 160 Mitgliedern die meisten Piraten in der Region. Ein Jahr nach der Gründung würde die Partei laut jüngsten Umfragen bei einer NRW-Landtagswahl neun Prozent der Stimmen erhalten.

Die Piraten liegen auf Kurs: Gut ein Jahr nach seiner Gründung hat der Dortmunder Kreisverband der neuen Partei heute rund 160 Mitglieder. Das sind mehr, als der Kreisverband der SPD ein Jahr nach seiner Entstehung vorweisen konnte - im Jahr 1903. Wem dieser Vergleich zu dem mit Abstand mitgliederstärksten Flaggschiff in Dortmunds Parteienlandschaft zu gewagt erscheint: FDP (rund 250 Mitglieder) und Grüne (330) sind in Sachen Mitgliederstärke aus Piraten-Sicht wohl nur noch einen Enterhakenwurf entfernt.

„Wir sind zufrieden“, sagt denn auch Dieter Klein, Pressemann der Dortmunder Piraten, im Gespräch mit der WAZ. „Es könnte natürlich immer besser laufen.“

Nach dem Einzug der Piraten ins Berliner Parlament erlebte die Dortmunder Gruppe einen regelrechten Aufschwung. Fast 60 Mitglieder sind in den vergangenen zwei Monaten neu dazugekommen. Laut Parteisprecher Klein hat dabei ein Wandel innerhalb der Mitgliederstrukturen stattgefunden: „Früher waren das hauptsächlich jüngere Computerfreaks. Mittlerweile kommen wir aus allen Schichten und auch mit politischen Erfahrungen.“ Der Altersdurchschnitt lag im vergangenen Jahr noch bei 31 Jahren, mittlerweile sei dieser deutlich angestiegen, so Klein.

Ticketloser Fahrschein

Bis zur nächsten Ratswahl 2014 will man noch weiter an der kommunalen Umsetzung der Parteithemen arbeiten. Neben den bekannten Piraten-Forderungen, wie etwa der nach mehr Transparenz in der Politik, soll unter anderem auch der ticketlose Fahrschein für Busse und Bahnen auf der Agenda stehen.

Einen „hervorragenden Job“ bescheinigt Dieter Klein übrigens seinen Kollegen im Berliner Parlament. Die jüngst wegen schriller Kleidung und lockerer Sprüchen negativ aufgefallenen Abgeordneten geben nach Kleins Ansicht speziell in Sachen Transparenz ein gutes Beispiel ab. So werden die Fraktionssitzungen per Stream ins Netz übertragen und seien so für jedermann einsehbar.

Worte wichtiger als Aussehen

Andere Dinge hingegen hätte Klein „nicht so gemacht“. Gemeint ist das Berliner Fraktionsmitglied Susanne Graf, die ihren Lebensgefährten als ihren Sachbearbeiter im Landesparlament beschäftigt hatte. Was die Kritik am äußeren Erscheinungsbild der Piraten-Politiker angeht, stellt sich Klein gänzlich hinter die Kollegen im Parlament: „Das gesprochene Wort ist doch nun wirklich wichtiger als das Aussehen.“

Ein Blaumann aber wäre zwar schon aus beruflichen Gründen keine Option für den 47-jährigen IT-Fachmann. Aber er gibt offen zu: Wenn jemand beim wöchentlichen Piraten-Stammtisch in Dortmund einen Dresscode oder gar das Erscheinen im Anzug fordern würde, wäre der schnell unten durch.

Stephanie Jungwirth, Michael Kohlstadt

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Kommentare
30.11.2011
18:08
Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind
von glueckskeks | #4

Und es wird noch weiter bergauf gehen, wenn man wie heute sieht, wie sich der korrupte Filz im Landtag auf Kosten des Steuerzahles weiter und weiter bereichert.

30.11.2011
17:49
Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind
von schmitzi | #3

Soll man da jetzt mitmachen, weil sie so viele neue Mitglieder haben. Für was stehen die Piraten, weshalb man die wählen soll. Von deren innerparteilichen Transparenz habe ich persönlich jetzt nichts. Und ticketlosen Nahverkehr finde ich für ne zentrale Forderung jetzt nicht wirklich so wichtig.

30.11.2011
15:26
Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind - Warum?
von xxyz | #2

Bisher wurde noch nicht geliefert oder irgendein Engagement gezeigt.
Jetzt haben ein paar Leute gemerkt, dass man evtl. ohne Aufwand in die warmen Parlamente kommt, und schon steigen die Mitglieder!

Als Qualifikation scheint schon eine Latzhose und ein Kopftuch zu reichen. Bei den anderen Parteien muss man wenigstens die Jugend auf langweiligen Parteitagen und den Berufsanfang in den parteinahen Stiftungen verbracht haben, so dass zumindest das Sitzverhalten trainiert wird.

30.11.2011
13:19
Piraten-Partei auch in Dortmund im Aufwind
von OldericoRosso | #1

Die sind in der Wählergunst schon wieder auf dem absteigenden Ast.
Besser so !
Ich prognostiziere für die nächste BTW zwischen 3 und 4 Prozent !

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