Der Hüter des Phoenix-Sees
10.02.2012 | 13:58 Uhr 2012-02-10T13:58:00+0100
Hörde. Der Hüter des Phoenix-Sees: Georg Sümer, Experte für belastete Böden, überwacht den Betrieb am neuen Gewässer in Dortmund-Hörde.
Der Phoenix-See ist charakterlich vergleichbar mit anderen öffentlichen Infrastrukturanlagen in der Stadt, wie etwa Straßen und Entwässerungsanlagen. So sieht es die Stadt Dortmund und daher übertrug die DSW21 Eigentum und Betrieb des Sees auf die Stadt. Dieser neue Seebetrieb hat seine Arbeit im letzten Monat aufgenommen. Georg Sümer (46) ist jetzt Herr und Hüter über 24 ha Seefläche, 15 ha Gewässerlandschaft Emscheraue, Landschaftsbauwerke und Hafengebiet.
Ein weites Feld, umso intensiver zu beackern, als denn ab dem 1. April der Phoenix-See für die Wassersportler frei gegeben wird. Sümer ist sich klar, dass der See „eine magische Anziehungskraft in alle Richtungen“ ausübt. Um sich einen Überblick zu verschaffen, sammeln er und seine Mitarbeiter zunächst einmal die Anfragen, „ob sie von Wassersportlern, Tretbootverleihern, Kioskbesitzern oder Gastwirten stammen, die hochwertige Außengastronomie anbieten oder ein Restaurantschiff zu Wasser lassen wollen“. Der Rat muss die Seesatzung ja erst noch am 23. Februar beschließen. Entschieden ist somit noch nichts. Später dann werden auch Nutzungsvereinbarungen mit Vereinen und Schulen getroffen werden.
Georg Sümer (46), hat 20 Jahre lang im Umweltamt der Stadt Dortmund gearbeitet. Er leitet seit Anfang des Jahres den neuen Seebetrieb. Der Ingenieur für Maschinenbau arbeitet seit 1991 für die Stadt. Er gilt als Experte für die Behandlung von Gebieten mit belasteten Böden. Sümer hat viele Flächenrecycling-Prozesse begleitet, darunter auch Dorstfeld-Süd, Minister Stein oder die Hoesch-Union am Hafen. Seit 2002 koordiniert er das Flächenrecycling Phoenix. Ihm zur Seite beim Seebetrieb stehen ein weiterer Ingenieur, zwei Techniker und ein Verwaltungsmitarbeiter.
Da der See vielen unterschiedlichen Nutzungs-, Qualitäts- und Funktionsansprüchen unterliegt, übernimmt die Stadt auch hier die Regie für Betrieb und Unterhaltung. Sümer hat ein besonderes Augenmerk auf den Wasser- und Naturschutz, denn „der Phoenix-See mit seiner Wasserfläche und seinen Uferbereichen ist ein wertvolles, sensibles Ökosystem, das es zu schützen gilt und das nicht aus dem Gleichgewicht geraten darf. Wir bewirtschaften beispielsweise gemeinsam mit der Emschergenossenschaft die Gewässergüte insbesondere durch Maßnahmen wie Seemonitoring. Zur Wassermengenbewirtschaftung zählen das Grundwassermonitoring und die dauerhafte Zuspeisung des Sees mit Grundwasser. Auch die Bestandsregulierung des Fischbesatzes gehört zu unseren Aufgaben“.
Auch zeichne man verantwortlich für die Unterhaltung der Grün- und Wegeflächen sowie der Betriebseinrichtungen und Bauwerke. In die Zuständigkeit des Seebetriebes fallen auch Sondernutzungen, Veranstaltungen, Ordnungsdienste sowie der Betrieb des Rettungs- und Betriebsstützpunktes. Ein großes Aufgabenfeld, das viele Regeln und deren Einhaltung fordert – zuviele, wie die Aplerbecker Bezirksvertretung einhellig moniert (wie berichtet)? „Wir können so eine einzigartige Oase nicht beliebig für die Bürger zum Grillen oder Paddeln freigeben. Die Stadt ist verantwortlich für Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung. Das zieht nun mal eine Satzung und eine Gebührenordnung nach sich. Aber wie überall gilt auch am Phoenix-See: Ausnahmen bestätigen die Regel“. Und daher wünscht sich der neue Seehüter besonders, „dass im Vorfeld der Seeeröffnung nicht schon alles zerredet wird“.
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