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Neujahrssymposium der TU

Peer Steinbrück und FDP-Chef Lindner diskutierten in Dortmund

21.01.2016 | 12:40 Uhr
Dortmunds IHK-Präsident Udo Doleyzch (v.r.), FDP-Chef Christian Lindner und Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück diskutierten an der TU Dortmund. Prof. Dr. Henrik Müller moderierte die Runde.
Dortmunds IHK-Präsident Udo Doleyzch (v.r.), FDP-Chef Christian Lindner und Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück diskutierten an der TU Dortmund. Prof. Dr. Henrik Müller moderierte die Runde.Foto: Oliver Schaper

Dortmund.  Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und FDP-Chef Christian Lindner saßen am Mittwoch bei einer Podiumsdiskussion an der TU Dortmund nebeneinander. Noch ehe der Moderator seine erste Frage gestellt hatte, kabbelten die beiden sich das erste Mal. Ausgezeichnet wurden die besten TU-Ausgründungen.

Zum dritten Mal veranstalteten der Lehrstuhl "Entrepreneurship und Ökonomische Bildung" und das Stadtgymnasium Dortmund am Mittwochabend ein "Neujahrssymposium der Ökonomischen Bildung".

Nachdem 2012 Altkanzler Gerhard Schröder und 2015 Bundestagspräsident Norbert Lammert als Gäste dorthin kamen, war es diesmal ein Trio: Über Unternehmensgründungen diskutierten Ex-SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, FDP-Chef Christian Lindner und Dortmunds IHK-Präsident Udo Dolezych. Moderiert wurde die Runde von Prof. Dr. Henrik Müller, Inhaber des TU-Lehrstuhls für wirtschaftspolitischen Journalismus.

Müller steckte noch in seiner Eingangsfrage, warum es in Deutschland keine mit Google, Apple oder Amazon vergleichbaren extrem erfolgreichen Gründungen gibt - da schalteten sich Steinbrück und Linder bereits ein. Steinbrück nannte die Softwareschmiede SAP als extrem erfolgreiche Gründung. "Nur ist SAP weniger cool als Apple und Google", sagte Lindner. Das möge er doch mal dem SAP-Chef ins Gesicht sagen, forderte Steinbrück. "Als FDP-Chef fürchte ich nichts", konterte Lindner. "Das wird ja 'ne interessante Diskussion", sagte Steinbrück, leicht seufzend.

Fortan ging es darum, wie Deutschland als Gründerland dasteht, warum es zu wenig Kapital für Gründer gibt, und wieso US-Amerikaner einen größeren Gründerdrang haben. Dort erhielten jedenfalls gescheiterte Gründer nicht Spott und Häme, wie es hierzulande teilweise üblich sei, sagte Lindner. Er hat bekanntlich nach seiner Schulzeit selbst sieben Jahre lang zwei Unternehmen geführt - "eines erfolgreich, eines lehrreich", wie er sagte.

Alle Beteiligten wünschten sich, die Bürokratie für Gründer zu vereinfachen. Dazu Steinbrück: "Ich mache aber keinen Hehl daraus, dass die politische Umsetzung dieser Forderung auch in einer Großen Koalition nicht so einfach ist."

Dolezych legte Wert auf die Feststellung, dass Dortmund und Region beim Thema Gründungen gut da stünden. Lindner forderte mehr technologiegetriebene Gründungen oder solche mit spannenden Geschäftsmodellen; nicht dagegen "neu eröffnete Sanitätshäuser in Unna". Dolezych erwiderte: "Mir ist jede Gründung recht."

Während der Veranstaltung verlieh Prof. Andreas Liening, Inhaber des Lehrstuhls für "Entrepreneurship und Ökonomische Bildung" den TU-Startup-Award an die besten Ausgründungen von TU-Angehörigen.

  1. die Volterion GmbH von Sascha Berthold, Thomas Gebauer und Thorsten Seipp: Sie bieten Redox-Flow-Batterien an, die Wind- und Sonnenenergie in Flüssigkeiten speichert können.
  2. Sebastian Brato und Jan Geldmacher (Sportwerk): Sie haben zum Beispiel ein System entwickelt, das Bewegungen im Schlaf kontakt- und kabellos erfasst.
  3. Mate-Apps: Die Apps von Andreas Helget, Niklas Priddat und Patrick Schramowski sind etwa nützlich für WGs, um einfach gemeinsame Einkaufslisten zu führen.

Ein Sonderpreis des Technologiezentrums ging an Neues Schwarz von Benedikt und Johannes Heitmann, eine Kaffeerösterei samt Espressobar.

Michael Schnitzler

Kommentare
21.01.2016
16:18
Peer Steinbrück und FDP-Chef Lindner diskutierten in Dortmund
von bertberg59 | #1

"...Lindner forderte mehr technologiegetriebene Gründungen oder solche mit spannenden Geschäftsmodellen; nicht dagegen "neu eröffnete...
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Peer Steinbrück und FDP-Chef Lindner diskutierten in Dortmund
Peer Steinbrück und FDP-Chef Lindner diskutierten in Dortmund
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/peer-steinbrueck-und-fdp-chef-lindner-diskutierten-in-dortmund-id11483259.html
2016-01-21 12:40
Dortmund