PCB-Zelt-Sanierung bei Envio hat begonnen
29.11.2010 | 17:13 Uhr 2010-11-29T17:13:00+0100
Dortmund.Der Countdown läuft: Die Firma Heitkamp Umwelttechnik GmbH hat am Montag mit den Vorarbeiten zur Sanierung des sogenannten „Zeltes“ auf dem Betriebsgelände der Firma Envio begonnen.
Am Montagmorgen begann die Firma Heitkamp Umwelttechnik GmbH mit der Sanierung des extrem PCB-belasteten Zeltes auf dem Envio-Gelände. Am Abend hätte sie einen Schneepflug gebraucht. Am Jahresende soll das verseuchte Zelt verschwunden sein – ohne dass Menschen oder Umwelt Schaden nehmen.
Wie berichtet, springt Arnsberg für Envio in die Bresche. Die Giftfirma hatte die Sanierungsanordnung der Bezirksregierung ignoriert. Jetzt zieht das Konzept der Lüner Firma Taberg. Kernpunkte laut Bezirksregierung: „Im Zelt wird während der Arbeiten durch Luftabsaugung ständig ein Unterdruck sichergestellt. Die abgesaugte Luft wird in einer Aktivkohlefilteranlage gereinigt. Der Zugang für das Personal erfolgt durch eine Schleusenanlage; die Arbeiten im Zelt werden unter Vollschutz ausgeführt.“
Keine Zwischenlagerung
Das Zelt werde mit einer reißfesten und witterungsbeständigen Plane überspannt. Sämtliche PCB-haltigen Abfälle, die derzeit dort lagern, würden verpackt und zu einer Sonderabfallverbrennungsanlage transportiert. Eine Zwischenlagerung von Abfällen ist laut Arnsberg „grundsätzlich ausgeschlossen“. Allerdings: „Alle weiteren Lagergüter, die zwar ebenfalls PCB-belastet sind, aber vom vorläufigen Insolvenzverwalter noch als veräußerbarer Wertstoff eingestuft werden, müssen dagegen in zwei Hallen auf dem Envio-Betriebsgelände zwischengelagert werden.“ Ein „staubdichter Verbindungsgang“ zwischen Zelt und Hallen soll PCB-Emissionen verhindern. Vor Aufbau des Verbindungsganges müsse noch „ein PCB-unbelasteter Kran“ aus einer direkt angrenzenden Halle abtransportiert werden – „aus logistischen Gründen“ erst Anfang der zweiten Dezember-Woche.
Nach der Leerung soll das Zelt – einschließlich Holzkonstruktion und Sanierungsschutzplane – abgebaut, gereinigt und entsorgt werden. Die Stahl-Bodenplatte soll nach der Reinigung zunächst im Zelt liegen bleiben – „bis zur endgültigen Sanierung der Außenflächen des Geländes“.
16:05
@ #4
Nun, es fällt trotz der gewollten Unvollständigkeit der Dokumente (hoffentlich bleibt die TAZ wie angekündigt weiter am Ball) ja auf, dass in all dem Genehmigungs-HinUndHer der Frage nach den *tatsächlich* umgesetzten Mengen PCB-belasteter Eingangsmaterialien - und damit der PCB-Menge, die im Betrieb verarbeitet werden konnte - nie wirklich nachgegangen wurde.
Und damit sind wir bei der enorm wichtigen Rolle der Begleitpapiere der Einlieferungen und den formal zwar legalen, aber für die Einhaltung der Sicherheits- und Umweltgesetze absolut unzureichenden Eingangskontrollen von Envio.
Wenn schon Neupert selbst in einem der Briefe an die BR erklärt, man könne durch die betriebseigenen Kontrollen kriminelle Manipulationen von Lieferanten erst dann entdecken, wenn es für eine gezielte Strafverfolgung schon zu spät sei, dann ist die Vermutung nah, dass es politisch gar nicht *gewollt* ist, solche Machenschaften im Vorfeld zu verhindern.
15:35
@3 Danke für den Link.
Über einen wichtigen Vorgang im August 2008 (wie im Envio-importierte-Gift-aus-der-ganzen-Welt-Artikel berichtet) findet sich dort (in der Verfahrensakte) leider nichts, wie es scheint. Also alles ganz normal.
00:08
Ach ja, falls es Jemanden interessiert:
Die TAZ hat heute über 900 Seiten aus den Envio-Genehmigungs- und Verfahrensakten der Bezirksregierung ins Netz gestellt, sozusagen als Arnsberg-Leak (trotzdem ganz offiziell, trotz vieler Widerstände der BR):
http://blogs.taz.de/open-data/2010/11/29/die_giftfirma_und_die_geheime_umweltbehoerde/comment-page-1/#comment-6
23:42
@1
währe schon interessant zu erfahren was da der herr envio von sich gibt.
die sendung monitor hat die verstrickungen von envio und der br angerissen.
hat envio da noch die kompromitierenden absprachen, oder gar die überzeugungsbelege in der hand?
sind nur mutmaßungen!
auf jeden fall ist der artikel nicht mehr da.
warum nur?
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21:59
Was ist denn mit dem Artikel Envio greift Minister an passiert, der lt. Google noch vor ein paar Stunden in der Westfalen-Rubrik online war????