PCB-Sanierer kritisiert Vorgaben der Behörden
23.07.2010 | 19:15 Uhr 2010-07-23T19:15:00+0200
Dortmund.Der zweite Reinigungsgang auf dem immer noch PCB-verseuchten Envio-Gelände hätte offenbar vermieden werden können. Doch der Vorschlag der Sanierungsfirma Lobbe, erst die unbefestigten und dann die versiegelten Flächen zu säubern, fand bei den Behörden kein Gehör.
Wie gestern berichtet, ist das Envio-Areal nach dem Großreinemachen an einigen Stellen so dreckig wie zuvor. Die nach dem Einsatz gemessenen PCB-Konzentrationen liegen bis zum 15-fachen über dem Grenzwert. In der Spitze stecken 745 Milligramm PCB in einem Kilo Staub. 50 dürften es sein. Eine bescheidene Bilanz für eine mittlere fünfstellige Summe, die das gescheiterte Reinigungsprogramm gekostet haben soll. Doch den Reim „Viel Geld für wenig Leistung“ lässt die beauftragte Firma nicht gelten.
Kein Hochdruck
Denn: Die Behörden hätten bestimmt, was wie zu säubern sei. „Als wir Ende Mai ins Boot stiegen, folgten wir den Vorgaben des Landesumweltamtes und der Bezirksregierung“, betont Thomas Schäfer, Chef des Havariemanagements bei der Firma Lobbe. Die Behörden hätten auch die einzusetzende Technik vorgegeben. Eine Hochdruckreinigung, die beste Ergebnisse versprochen hätte, sei abgelehnt worden.
„Die nach wie vor hohe PCB-Belastung verwundert mich nicht“, sagt Schäfer. Giftiger Staub sei offenbar von unbefestigten Flächen aufgewirbelt und flächendeckend verteilt worden. „Hätte man erst die Schotterwege saniert oder sie zumindest mit Granulat beschwert“, wäre die Sanierung wohl erfolgreicher gewesen. „Aber das lag nicht in unserer Entscheidung.“
Fristen und Fragen
Wie es jetzt weitergeht, ist offen. Den Zeitplan bestimmt abermals Envio mit. Bezirksregierung und Stadt haben der Firma Fristen gesetzt. Bis zum 30. Juli sollen die versiegelten Flächen nachgereinigt werden, fordert Arnsberg. Warum wieder zuerst die? Weil auf solchen Flächen Staub liegen könnte, der zu verwehen drohe, so Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Die Reinigung der unbefestigten Flächen auf dem 55 000 qm-Areal veranlasst die Stadt. Sie hat Envio aufgefordert, binnen einer Woche damit zu beginnen. „Wenn bis dahin nichts passiert ist, werden wir selbst aktiv“, kündigt Stadtsprecher Udo Bullerdieck an.
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