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Envio-Opfer

PCB-Geschädigte brauchen dauerhaft Hilfe

15.08.2012 | 19:00 Uhr
PCB-Geschädigte brauchen dauerhaft Hilfe
Der Envio-Prozess dauert an. Die PCB-Geschädigten brauchen Hilfe.

Dortmund.   Mit 40.000 Euro unterstützt die Dortmunder Sparkasse Awo und PCB-Ombudsmann. Sie sind wichtige Ansprechpartner für die Envio-Opfer. Denn die Opfer brauchen dauerhaft Hilfe: Noch heute — zwei Jahre nach dem Skandal — müssen die Wohnungen einiger Envio-Mitarbeiter wegen der hohen PCB-Werte gereinigt werden.

Es ist eine Mischung aus Betroffenheit und Freude: 40.000 Euro spendete am Mittwoch (15. August 2012) die Sparkasse der Awo und dem PCB-Ombudsmann als Hilfe für die PCB-Opfer der Firma Envio . Gut angelegtes Geld, denn Erwin Pfänder weiß: Die Hilfe ist nach wir vor nötig. Auch über zwei Jahre nach dem der Skandal aufgedeckt wurde.

Pfänder betreut derzeit rund 35 vom PCB-Skandal betroffene Personen regelmäßig : Behördengänge, Ärger mit den Berufsgenossenschaften, Schuldnerberatung, Rechtsberatung und und und. Kaum ein Feld, auf dem er nicht versucht, zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt vermittelnd tätig zu werden. Die 40.000 Euro, die Sparkassen-Vorstand Uwe Samulewicz symbolisch überreichte, kommen da gerade recht. Etwas über 50.000 Euro sind jetzt auf dem Awo-Konto für diesen Zweck - und es darf natürlich ruhig noch mehr werden. Denn die Aufgaben reißen nicht ab.

Psychische Erkrankungen sind Alltag

Pfänder berichtet von einer Familien, deren Wohnung und Kleidung in diesen Tagen erneut aufgrund zu hoher PCB-Werte gereinigt werden musste. Das gehe an die Substanz. Auch psychisch. Pfänder: „Die Menschen sind völlig entnervt., wenn sie erfahren, dass erneut entgiftet werden muss.“ So gehören psychische Erkrankungen bei vielen Betroffenen inzwischen zum Alltag.

Das andere sind fortlaufenden Untersuchungen . So wichtig diese sind. Aber zum zehnten Mal einen dreitägigen Untersuchungsmarathon über sich ergehen zu lassen, ist schon ein dickes Paket, das so mancher Betroffener mit sich herumschleppen muss. Und wenn der ehemalige Envio-Mann dann noch erfährt, dass Frau und Kinder nachuntersucht werden müssen, ist das Gemisch aus Angst, Ärger, Frust und Enttäuschung komplett. Pfänder weiß, dass so mancher Betroffene derart deprimiert ist, dass er selbst gar nicht mehr direkt mit der Berufsgenossenschaft reden will. Auch da setzt dann die Hilfe an.

Die Dortmunder Sparkasse wolle konkret helfen in diesem Wust von Problemen, sagt Vorstandschef Uwe Samulewicz. Ein Beirat entscheidet über die Verwendung der aktuellen Mittel und aller weiteren eingehenden Spenden. Denn Hilfe ist nötig. Auf vielen Feldern. Es gibt ehemalige Envio-Mitarbeiter, die bekommen, obwohl sie gut ausgebildet sind, keinen neuen Job. Weil sie bei Envio waren.

Frank Bußmann


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