Patienten auf dem Flur - Krankenhäuser überbelegt

"Nichts Ungewöhnliches" sei die Infektionswelle zu dieser Jahreszeit, sagen die Krankenhäuser - doch 2015 gibt es Probleme: So ist der Wegfall einer Abteilung im ehemaligen Bethanien-Krankenhaus dramatisch für das Johannes-Hospital. Im Klinikzentrum Nord lagen angeblich Patienten auf dem Flur. Wie schlimm ist die Erkältungswelle wirklich?

Dortmund.. "Das waren Einzelfälle", sagt Klinikum-Sprecher Marc Raschke zu den Berichten über Patienten, die auf dem Flur oder den Duschen gelegen haben sollen. "Damit es nicht zu solchen Engpässen kommt, öffnen wir seit Jahrzehnten in den Wintermonaten eine zusätzliche Station für die Infektionspatienten."

So auch in diesem Jahr - vor allem betroffen ist dabei die Notfallambulanz, die im Moment besonders häufig aufgesucht wird, gerade in Kinderkliniken. Das ganze Ruhrgebiet sei betroffen. "Aber im Gegensatz zu anderen Kliniken weisen wir keine Patienten ab", sagt Raschke.

"Deutlich verschärft"

Dass im früheren Bethanien-Krankenhaus die Innere Abteilung plötzlich weggefallen sei, habe die Versorgungslage deutlich verschärft, beklagt auch Clemens Galuschka, Geschäftsführer der katholischen St.-Lukas-Gesellschaft.

Ein hohes Aufkommen an von Grippe geschwächten Patienten gibt es ebenfalls im Johannes-Hospital und im Knappschaftskrankenhaus.

"Gemischte Infekte"

Hoch ist momentan der Anteil von Menschen mit Bronchialinfekten, und älteren Patienten, die durch Fieber und zu wenig Trinken deutlich angegriffen sind. Doch auch die Kleinen werden krank: "Wir haben zur Zeit gemischte Infekte", sagt Dr. Sigurd Milde, Sprecher der Kinderärzte in Dortmund.

Der Arzt rät Eltern, nicht überzureagieren:"Alles, was rausläuft, macht nicht krank. Husten reinigt die Atemwege. Durchfall ist sicher unangenehm, aber dadurch scheidet der Körper die Erreger aus." Problematisch wird es bei Patienten, die Krankheitserreger nicht mehr ausschwemmen, weil sie zu wenig trinken. So entstehen Krankheiten wie Lungenentzündungen und Exsikkose - Austrocknung.