Patient verliert Prozess gegen HNO-Arzt
11.02.2012 | 10:04 Uhr 2012-02-11T10:04:00+0100
Dortmund. Auf 6000 Euro Schmerzensgeld hatte ein Patient einen niedergelassenen HNO-Arzt verklagt. Angeblich, so der Patient, habe der Arzt seinen Stimmbandkrebs nicht frühzeitig erkannt. Das Landgericht wies die Klage ab.
Der Patient, der behauptete, ein niedergelassener Hals-Nasen-Ohren-Arzt habe ihn falsch untersucht und daher seinen Stimmbänderkrebs zu spät erkannt, bekommt nicht die geforderten 6000 Euro Schmerzensgeld: Die Arzthaftungskammer des Landgerichtes wies die Klage gegen den HNO-Arzt ab.
„Auch ein etwaiger Behandlungsfehler hätte sich nicht auf den Krankheitsverlauf ausgewirkt“, begründetet die Vorsitzende Richterin Gisela Kothe-Pawel. Der Patient hatte im Prozess gesagt: „Wenn mich der Herr Doktor so gründlich untersucht hätte wie die später in der Klinik, hätte er das viel früher erkannt. Aber der hat mir ja nur mit seiner Lampe auf den Kopf in den Hals geguckt.“
Wegen Heiserkeit wurde der Taxifahrer mit Antibiotika behandelt. Strittig war im Prozess, wann der HNO-Arzt eine Überweisung in die Klinik angeregt hatte. Dazu der Patient: „Von Krankenhaus war nie die Rede. Ich habe das später selbst gewollt.“ Der Praxisarzt dagegen meinte sich zu erinnern, der Patient habe noch gesagt: „Krankenhaus, ist das wirklich nötig?“
Der Mann wurde dann 2008 im Johannes-Hospital operiert. „Wie es mir geht? So durchschnittlich“, sagte er im Prozess. „Ich muss immer wieder ins Krankenhaus, jetzt wieder im März, dann wird mir Gewebe entnommen.“
14:36
Merkwürdig - ich habe da gerade einen HNO - Arzt in der Nähe des Landgerichts im Kopf - dem könnte so etwas auch passieren ....
14:06
Wann ist ein Arzt haftbar? Aus meiner Sicht gibt es zu oft ein: "Wenn das nicht hilft kommen sie wieder".
Ist Medizin nun Wissenschaft oder geht es oft nur darum, Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Dann wären wir nicht viel weiter als bei den Medizinmännern der Stämme.
17:33
Es ist aber auch sehr verwunderlich, wenn man als starker Raucher irgendwann plötzlich und unvermutet Krebs im Bereich der Atemwege bekommt. Wer denkt denn an so was? Klar, dass dann immer der behandelnde Arzt die Schuld daran trägt.