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Gema-Demo

Party-Protestler ziehen in Dortmund gegen Gema-Pläne auf die Straße

26.07.2012 | 16:33 Uhr
Die Gema-Tarifreform stößt in der deutschen Clublandschaft auf wenig Gegenliebe.Foto: WAZ FotoPool

Dortmund.   „Nachttanzdemo“ in Dortmund: Am Freitag wollen Clubbetreiber, DJ´s und Partygänger gegen die neue Tarifordnung der Gema auf die Straße gehen. Die neuen Tarife ab 2013 führen zu einem Aussterben der Clubs, sagen die Protestler. Die Veranstalter erwarten rund 700 Teilnehmer.

Die Kritik an der neuen Tarifstruktur der Gema drückt sich nun auch in organisierten Protesten aus. Am Freitag gehen ab 18 Uhr einige hundert Gema-Kritiker in Dortmund auf die Straße. „Nachttanzdemo“ haben die Veranstalter die Demonstration getauft. Mit deutlichen Worten kündigen die Organisatoren die Demo im Internet-Netzwerk Facebook an. „Wir wollen auch nächstes Jahr weiter in unseren Clubs tanzen, ohne dafür 50 Euro Eintritt zahlen zu müssen“, heißt es dort.

Den Hintergrund für diese Befürchtung bildet die neue Tarifordnung der Gema, die zum 1. Januar 2013 in Kraft treten soll. Disco - und Clubbetreiber befürchten Kostensteigerungen von bis 1000 Prozent für ihre Lokalitäten. Demo-Organisator Vassili Kostadimas sieht die deutsche Clublandschaft in Gefahr . Es drohe ein großes Clubsterben, sofern die Tarife in Kraft treten würden. Damit verbunden drohen auch die Arbeitsplätze von Servicepersonal, Securities oder DJ´ s wegzubrechen. „Dagegen wollen wir demonstrieren und hoffen politische Aufmerksamkeit zu erzeugen“, sagte Kostadimas der WAZ-Mediengruppe.

DJ Maximilian, der zwei Mal im Monat im Dortmunder Club Silent Sinners auflegt, fürchtet nicht nur die ökonomischen Auswirkungen der Tarifreform. Die Kulturszene - speziell die Musikszene - könnte starken Schaden nehmen. Denn wenn kleinere Clubs zugrunde gingen und vom Markt verschwinden würden, habe dies tendenziell negative Auswirkungen auf Nischenbereiche in der Musik.

Veranstaltung mit Partycharakter

Als Beispiel führt DJ Maximilian das Thema „Dubstep“ an, eine sehr minimalistische Spielart elektronischer Musik. Diese fristete jahrelang ein Nischendasein in kleinen Clubs und begann von dort aus seinen Siegeszug durch die größeren Hallen und Diskotheken. „Solche Entwicklungen brauchen aber einen langen Atem. Wenn es den aber durch ein kleineres Club-Angebot nicht mehr gibt, können auch keine musikalischen Innovationen entstehen“, findet Maximilian.

GEMA Protest

Die Gema sieht das naturgemäß anders und spricht von einer „Vereinfachung der Tarifstruktur und mehr Tarifgerechtigkeit“. Ein Gema-Sprecher sagte auf Anfrage, er wundere sich über solche Veranstaltungen wie die Nachttanzdemo. „Die Disco-Verbände sind herzlich eingeladen wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Wir sind auf jeden Fall gesprächsbereit.“

Die Demo startet um 18 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof und zieht über die Leopoldstraße, den Burwall, Kuckelke, Kampstraße und Freistuhl zum Wall bis zur Gema-Bezirksdirektion, wo eine Zwischenkundgebung stattfinden soll. Sieben Wagen werden im Einsatz sein und unter anderem Elektro-Musik, Hip-Hop und Reggae spielen. Auf dem Friedensplatz gipfelt die Veranstaltung, die deutlichen Partycharakter haben soll, in einer Abschlusskundgebung.

Timo Baudzus


Kommentare
27.07.2012
05:20
Party-Protestler ziehen in Dortmund gegen Gema-Pläne auf die Straße
von Czerwi | #3

Na und - dann sterben halt ein paar kleine "Clubs" (= Raum mit zwei Boxen, drei Scheinwerfern und ein paar Sofas + Theke). Wo ist das Problem? Die Kundschaft wird größtenteils auf Großraum-Diskotheken ausweichen, welche auch wirtschaften können. Die paar Anhänger der Sparten-"Musik" können ihren Geschmack auf privat-Partys oder zu Hause im Keller ausleben. Dadurch würde auch der Drogen-Konsum in der Öffentlichkeit zurückgehen. Und Geld sparen die "Dubstepper" auch noch, da keine 4 Euro pro Bier fällig sind.

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #3-1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

26.07.2012
19:38
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

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26.07.2012
17:27
Party-Protestler ziehen in Dortmund gegen Gema-Pläne auf die Straße
von Applebeach4Ever | #1

zusätzlich zu den Protestaktionen sollten Gaststätten,Diskotheken,Radiostationen,Internetradios etc - also alle diejenigen die normalerweise GEMA Gebühren zahlen müssen- mal 1 Monat lang nur und Ausschliesslich GEMAFREIE Werke spielen !

Ich denke so 1 Monat ohne Einnahmen dürften selbst die Gema-Pieeeep wach rütteln ;-)

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