Party-Meile soll zum Hauptbahnhof
03.06.2009 | 00:15 Uhr 2009-06-03T00:15:00+0200Die Betreiber der Diskotheken und Bars auf dem für das neue ECE-Einkaufszentrum vorgesehenen Thier-Gelände wollen ein neues Dortmunder Party-Viertel im Umfeld des Hauptbahnhofs ansiedeln.
Das in Frage kommende Areal befindet sich noch im Besitz einer Bahn-Tochter. Entsprechende Informationen der WAZ bestätigte Wirtschaftsförderungschef Udo Mager gestern auf Anfrage.
Die letzte Unterredung zwischen Wirtschaftsförderung und Club-Besitzern fand am Freitag vor Pfingsten statt, sagte zuHOUSE.Club-Betreiber Lars Josten im Gespräch mit der WAZ. Der Standort, um den es geht, sei zweieinhalb Mal so groß wie das Thier-Gelände und außerdem auch für Konzerte geeignet, so Josten. Das Areal müsste für zwei Millionen Euro erworben und danach hergerichtet werden. Zudem müssten „städtebaurechtliche Lösungen” her, so Josten.
Josten träumt von einem neuen Party-Viertel. Schon mehrere Konzertveranstalter und Gastronomen haben ihm signalisiert: „Wir sind sofort dabei.” Auch Wirtschaftsförderungschef Mager signalisierte gestern Unterstützung.
Dafür wird es höchste Zeit, denn für die Partymeile auf der Thier-Brache sind die Tage gezählt. Ende des Monats beginnen die Bauarbeiten für die Shopping-Mall. Betroffen sind davon mehrere Discos und Bars, die bislang keine neue Heimat gefunden haben.
Dabei gab es schon einige Vorschläge, etwa das ehemalige Kraftwerk an der Weißenburger Straße. Das Problem: Allein der Umbau würde sechs Millionen Euro verschlingen, so Josten. Daneben entbrannte immer wieder die Debatte, ob die Clubs in den Hafen ziehen sollten, wo bereits die Strandbar Solendo betrieben wird. Dieser Standort wurde noch vor kurzem von den Jusos befürwortet. Allerdings kommt der Hafen für Josten mittlerweile nicht mehr in Frage. Die FDP brachte vor zwei Wochen den Güterbahnhof-Ost in die Diskussion. Bei den Disco-Betreibern stößt auch dieser Vorschlag auf Skepsis.
Wohin es die Partygänger zieht, falls keine Lösung gefunden wird, ist für Lars Josten längst ausgemacht: „Die gehen mangels Alternativen in andere Städte.” Auch haben die Betreiber Sorge, dass einige Partyveranstalter in den Neubau des FZW in der Ritterstraße abwandern könnten. Das FZW könne den DJs, Veranstaltern und Bands viel bessere Konditionen anbieten, da es durch den städtischen Etat gefördert wird, so die Befürchtung.
Wegen des immer noch fehlenden Ausweichgeländes hat sich sixx.pm-Besitzer Hubertus Brand dazu entschlossen, aus dem Disco-Geschäft auszusteigen. Er hält zwar auch an fast allen anderen Thier-Clubs Beteiligungen, will sich aber nun auf sein zweites Standbein konzentrieren - er betreibt ein amerikanisches Restaurant in Syburg. „Mein Ausstieg liegt auch an dem Mitversagen der Stadt”, sagte Brand. „Unterstützung - die gab es nicht.”
12:01
Hallo Gerd,
wieso konnte ich in dieser Sparkasse, die es vor Jahren mal an der Rheinischen Str. gab, am Mittwoch noch Geld abheben?
Die Bahngleise auf denen der RE fährt, liegen ja auch ein bisschen tiefer als die Umgebung; da kann man sie schlecht sehen. Und sie gehören sicher nicht zu den Menschen die ihren Horizont mal erweitern würden.
10:45
Trümmer hin oder her.
Ich habe mich über dieses Klischee einer unfreundlichen, ja gar lebensgefährlichen Wohngegend geäußert.
Sowas gibts vielleicht in Berlin.. ;)
23:06
@gerd
Wie ich schon schrieb (gelle;-), wird sich ab der Dorstfelder Brücke bis nach Dorstfeld auch nichts ändern, da die geplanten Sanierungsmillionen nur für den Bereich *bis* zur Brücke ausgegeben werden. Der Rest darf sich dann beim neuen Quartiersmanager ausheulen.
In der City-Hälfte allerdings tut sich im privaten Immobiliensektor schon einiges, allerdings müssten Sie dazu mal den RE verlassen und die Füße bemühen. Aus der Bahnfenster-Perspektive könnte man fast ganz Dortmund als Drecksloch interpretieren.
19:03
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14:33
Zwischen Bahnhof und Post liegt eine 28.076 m² große Brachfläche im Besitz von Atisreal. Bis in den 80er Jahren wurden diese Flächen für den Güterverkehr der Post genutzt, aber längst sind die Gleisanlagen stillgelegt.
Logistik-Hallen könnten schnell umfunktioniert werden, ÖPNV-Verkehrslage sehr günstig, Schalschutz durch Bebauung schon vorhanden.
12:16
Zudem wird das neue U und die Nähe zum neuen Boulevard Kampstr. schon dafür sorgen, dass die rheinische str. zukünftig in einem anderen Licht erstrahlt als noch vor Jahren.
Das mag für den Bereich von der City bis zur Dorstfelder Brücke gelten, aber dahinter wirds weiterhin ziemlich heruntergekommen aussehen. An eine Gegend, die in jüngster Vergangenheit leider durch Neonazi-Läden traurige Berühmtheit erlangte, traut sich die Stadt wohl nicht heran.
Nichtsdestotrotz gibt es hier wohl genügend Brachflächen, die für eine Wiederbelebung als Partymeile mehr als gut geeignet wären.
Andere Gastronomen, denen eine lebendige Szene wichtiger ist als der schnelle Reibach, hätten schon längst zugeschlagen anstatt derart einen auf Heulsuse zu machen.
12:13
Öhm, wie oft sind die dann in Berlin schon umgezogen? Einmal oder zweimal?
Die Hauptstadt ist völlig anders strukturiert und verändert sich wesentlich schneller und umfassender, als es Dortmund je tun könnte.
10:15
Wenn hier Herr Mager von der Wirtschaftsförderung Unterstützung in Aussicht stellt und sich in die Verhandlungen einschaltet, kann sicher keine Rede davon sein, dass die Stadt sich nicht um die Entwicklung eines Ausweichquartiers bemühen würde. Dennoch liegt die Hauptverantwortung bei den Betreibern, die ein tragfähiges neues Konzept entwickeln müssen, das von den später auch Gästen angenommen wird. Schließlich sind es die Betreiber, die mit den neuen Clubs Geld verdienen wollen (es geht da ja wohl nicht nur um Livestyle und Clubleben, oder?). Wenn man aber offenbar erwartet, dass den Betreibern jede Mühe und jedes Risiko von der Stadt abgenommen wird, dann kann das alles nichts werden. In Berlin ziehen die Clubs alle fünf bis zehn Jahre von selbst in ein neues Stadtviertel, lassen die überkommenen Strukturen hinter sich und schaffen Neues. Können wir das nicht auch?
10:02
Sehe es genauso wie halbacht - die rheinische Straße ist sicher nicht annähernd so gefährlich wie sie hier von Gerd gemacht wird - da hab ich persönlich in der Brückstr. weitaus Schlimmeres und das weitaus öfter erlebt. Zudem wird das neue U und die Nähe zum neuen Boulevard Kampstr. schon dafür sorgen, dass die rheinische str. zukünftig in einem anderen Licht erstrahlt als noch vor Jahren.
Die Hängepartie um die Thier-Clubs nervt mich auch - und die Freitag-Abend-auf-der-Couch-Sitzer sollten nicht vergessen, dass man auf dem Gelände eine außergewöhnliche Partylandschaft erschaffen hat, für die die Leute auch weit außerhalb des Ruhrpottes anreisen, Beispiel 666-Party oder auch der zuhouse Club, der oft mit großartigen DJs aufwarten konnte. Eine Partymeile in HBF-Nähe wäre ganz besonders zu begrüßen, wenn man nicht Tausende Partypeople einfach und unnötig an die Konkurrenzstädte abschenken möchte.
09:15
@ gerd:
Gehts denn noch? Wann bist du denn das letzte Mal da gewesen?
Ich wohne seit über drei Jahren in der Gegend und bin nie in Konflikt geraten - egal zu welcher Uhrzeit.
An der Rheinischen Str. kann man hervorragend italienisches Eis essen oder indische Lebensmittel kaufen. Klingt für mich eher nach Paranoia. Vielleicht in Aplerbeck behandeln lassen? Da ist es bestimmt ungefährlicher.
Leider hat sich die Stadt mit dem mMn völlig unnötigen Einkaufszentrum die Einnahmen von ohnehin schon wenigen Partygängern versaut.
Gewerbeflächen gibt es genug. Aber wo kann noch nachts gefeiert werden, ohne dass sich jemand gestört fühlt?