Parken für 1 Euro in der Thier-Galerie am Dortmunder Westenhellweg
06.07.2011 | 17:11 Uhr 2011-07-06T17:11:00+0200
Dortmund.Zwei Monate vor Eröffnung des ECE-Einkaufcenters (Thier-Galerie) am Donnerstag, 15. September, läuft der Innenausbau auf Hochtouren. Parallel dazu werden schon Schaufensteranlagen gestaltet. Und Parken soll dort einen Euro pro Stunde kosten, die Stellplätze seien ein Marketing-Pfund.
Die Eröffnung der Thier-Galerie am 15. September an Dortmunds Westenhellweg soll wie geplant ablaufen. „Wir werden morgens um acht Uhr pünktlich öffnen“, sagt Alexander Crüsemann. Am Eröffnungstag erwartet der ECE-Center-Manager einen Ansturm „von 100.000 bis 120.000 Besuchern.“
Im Weihnachtsgeschäft rechnet ECE mit rund 70.000 Besuchern täglich. Ist der ganz große Trubel Mitte Januar vorbei, pendeln sich die Zahlen nach Vorstellung der ECE-Macher auf rund 40.000 Einkäufer ein. Die Thier-Galerie mit 150 Läden und 33 000 qm Verkaufsfläche werde den Westen- und Ostenhellweg ergänzen und nicht schwächen, versichert ECE-Manager Crüsemann. Der Standort Dortmund verfüge über ein Einzugsgebiet von 2,5 Millionen Menschen, „und nach der Eröffnung gibt es keinen Grund mehr, in den Bochumer Ruhrpark oder nach Essen zu fahren“.
Schon 97 Prozent der Fläche in der Thier-Galerie vermietet
97 Prozent der Ladenflächen seien vermietet. Zu den Quadratmeter-Preisen machte Crüsemann keine Angabe, wies aber darauf hin, „dass wir unter dem Niveau der Top-Lagen am Westenhellweg liegen.“
Mit 19 000 qm belegen Bekleidungsfirmen mehr als die Hälfte des Centers - darunter der irische Modeanbieter Primark, H&M und New Yorker. Zwar sind die auch am Westenhellweg zu finden - ihre Häuser geben sie aber nicht auf. Mit Ausnahme von Vosswinkel gibt es keinen weiteren Betreiber, der sein Geschäft zugunsten der Thier-Galerie opfern würde. „Dortmund gilt bundesweit nicht umsonst als Top-Standort für Einzelhandel“, weiß Crüsemann.
- Öffnungszeiten: 10 bis 20 Uhr (freitags und samstags bis 22 Uhr)
- Größter Anbieter: Primark-Mode (6000 qm)
- Weitere Großmieter: H&M, Vosswinkel, New Yorker, Rewe, Thalia, Hollister-Streetwear
- 16% der Ladenbetreiber sind lokale Firmen, 10% regionale. Der Rest ist bundesweit und international auf dem Markt.
- 1000 Arbeitsplätze entstehen in der Thier-Galerie — 90% davon im Verkauf.
Die 730 Stellplätze auf den drei Parkdecks, auch das ein Marketing-Pfund, sollen fast konkurrenzlos billig angeboten werden. Je 1 Euro für die erste bis zur dritten Stunde und 1,50 Euro ab der vierten Stunde - plus eine „Parkwertkarte“ zum Aufladen mit zehn Prozent Rabatt - bei solchen Tarifen kann nicht jedes Parkhaus in der City mithalten.
Mag man sich bei ECE zurzeit auch auf die Eröffnung konzentrieren und die Planungen für die Weihnachtsdekoration mit 10 000 Kugeln und „Kilometern von Girlanden“ vorantreiben - den nahe gelegenen Drogenkonsumraum haben die ECE-Verantwortlichen im Hinterkopf - und wünschen dessen Verlagerung.„Man sollte über Alternativen nachdenken, die alle Beteiligten zufriedenstellen“, formuliert Crüsemann.
Es bleibt dabei: Eine Kinderbetreuung wird nicht eingerichtet, obschon die Stadt ihren Kindercity-Treff an der Hansastraße im Herbst schließt. Erstens seien Betreiber für eine Kinderbetreuung „rar gesät“, sagt Crüsemann. Zweitens seien die Auflagen sehr hoch. Obendrein habe man in anderen Einkaufszentren festgestellt, „dass das Angebot so stark gar nicht wahrgenommen wird.“
18:01
Ein Auto ist doch nur für Leute, die sich den ÖPNV nicht leisten können ;-)
17:02
@5: Richtig. Genau die Aussage, die ich erwartet hatte.
Auf meiner Arbeitsstelle pendeln die Ingenieure und Abteilungsleiter mit dem Rad oder dem ÖPNV. Auszubildende und Geringverdiener kommen stolzen Blickes mit ihrem Auto.
Es ist nicht immer eine Frage des Geldes, sondern hat meistens mit weitsichtigeren Gedanken zu tun.
16:00
ach, die ganzen öpnv-kunden haben doch eh kein geld, die können doch gar nix kaufen. da kann man in den schaufenstern doch höchstens für zeitarbeit und bier werben...
13:58
# Na , noch nicht Herr(in) der Tastatur gewesen oder
was wollen Sie genau sagen?
Ich will Sie mal richtig verstehen: Ich muss gar nix!
Ich kann aber die Dinge machen , die ich möchte :-)
12:56
@1 Welche eine verrückte Republik, in der wir leben - müssen Sich nicht!
12:40
Früher, als die Straßenbahnen noch oberirdisch fuhren, war der Zusammenhang mit Aussteige und Umstiegsmöglichkeiten und „hohem Publikumsverkehr und guter Geschäftslage“ ziemlich deutlich sichtbar. Die Schaufensterwirkung der Straßenbahnfahrt kam überdies dazu.
Das Wissen darüber scheint verloren gegangen zu sein, wie auch das Wissen über ihre Nützlichkeit.
Das Auto war da lange Zeit und für viele von Nachteil. Hier soll offenbar Autoverkehr in die Stadt gelockt werden. Mutmaßlich aber ohne neue Kunden, dann wird nur Verkehr verlagert werden.
Schauen wir mal.
Und: Vielleicht ist es mit dem ÖPNV und den Kindern in gleichem Maße so: je mehr die Bedingungen für sie verschlechtert werden, desto weniger gibt’s von ihnen.
10:10
Jo, dann wird die Innenstadt noch mehr durch Autofahrer belegt und blockiert. Super Sache, aber Hauptsache wir weiten die Umweltzone(n) aus.
Die ganzen scheinheiligen Maßnahmen enden doch dort, wo der Kommerz anfängt.
Welche eine verrückte Republik, in der wir leben !