Ozzy, seine Freunde und ein Sabbath-Abend

Ozzy Osbourne spielte in Dortmund ein beeindruckendes Konzert.
Ozzy Osbourne spielte in Dortmund ein beeindruckendes Konzert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Andrang an der Abendkasse war enorm. Nur wollten die meisten nicht Tickets kaufen, sondern sie wieder zurückgeben. Am Montagabend hätten in der Westfalenhalle Dortmund Black Sabbath in der Originalbesetzung spielen sollen, doch statt dessen trat Frontmann Ozzy Osbourne solo auf.

Dortmund.. Der Andrang an der Abendkasse war enorm. Nur wollten die meisten nicht Tickets kaufen, sondern sie wieder zurückgeben. Am Montagabend hätten in der Westfalenhalle Dortmund Black Sabbath in der Originalbesetzung spielen sollen, doch statt dessen trat Frontmann Ozzy Osbourne solo auf. Für viele Besucher ein Grund, ihre im Vorverkauf erworbenen Tickets gegen den Eintrittspreis zu tauschen. Hätten sie das mal lieber nicht getan. Denn sie haben einen fantastischen Konzertabend verpasst.

Dass aus dem einzigen Deutschland-Konzert von Black Sabbath nichts werden würde, stand schon seit vielen Wochen fest. Gitarrist Tony Iommi war kurz nach der Tour-Ankündigung an Krebs erkrankt, fast alle Auftritte wurden daraufhin abgesagt. Ozzy Osbourne übernahm als Einzelkämpfer das Kommando und holte sich zur Unterstützung zahlreiche Gastmusiker mit an Bord.

Zwar war zu diesem Zeitpunkt die Westfalenhalle Dortmund bereits restlos ausverkauft, über mangelnde Bewegungsfreiheit konnte sich am Montagabend aber kein Zuschauer beklagen. Auf einen Abend mit „Ozzy & Friends“ hatten viele Fans verzichtet und ihre Karten gegen den Eintrittspreis getauscht.

Stimmlich auf der Höhe

Diejenigen, die dennoch in die Halle gegangen sind, werden es nicht bereut haben. Ozzy Osbourne, der in diesem Jahr seinen 64. Geburtstag feiert, spielte eine herausragende Show mit einer dicken Portion Black Sabbath. Überhaupt scheint sich der Rock-Senior von seinen jahrzehntelangen Eskapaden, die seine Gesundheit ruiniert haben, ein wenig zu erholen. Stimmlich ist Ozzy auf der Höhe und singt deutlich besser als vor ein paar Jahren.

Seine unbändige Lust an Musik sprang mit dem ersten Moment auf das Publikum über – es begann eine mehr als eineinhalbstündige rasante und laute Party, nachdem zuvor Steel Panther und die Black Label Society das Publikum ordentlich aufgeheizt hatten. Für eine gewisse Abkühlung sorgte übrigens Ozzy selbst – indem er mit seinen Schaumkanonen das Publikum nass machte.

Diverse Klassiker

Black Sabbath, zumindest die Songs, kamen am Montagabend keineswegs zu kurz. Ozzy spielt ohnehin auf fast allen Solo-Konzerten diverse Klassiker der Metal-Band, dieses Mal wurden sie fast zur Hauptzutat des Abends. Ein ausgedehntes Set – unter anderem mit „N.I.B.“, „Iron Man“ und natürlich „Paranoid“ – entschädigte mehr als ausreichend für die ausgefallenen Abend in der Sabbath-Originalbesetzung.

Daran hatten auch die Gastmusiker einen enormen Anteil. Sabbath-Bassist Geezer Butler war dabei, ebenso der Ausnahme-Gitarrist Zakk Wylde, der schon zuvor mit seiner Black Label Society mächtig auf das Gaspedal getreten hatte.