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Hirsch-Q-Prozess

Opfer hatte nach Nazi-Überfall Stiefelabdrücke im Gesicht

09.09.2013 | 13:46 Uhr
So sah die Eingangstür der "Hirsch-Q"-Bar nach dem Nazi-Angriff aus. Hierbei wurde Pfefferspray eingesetzt.
So sah die Eingangstür der "Hirsch-Q"-Bar nach dem Nazi-Angriff aus. Hierbei wurde Pfefferspray eingesetzt.Foto: Bandermann

Dortmund.  Ein lauter Knall, dann viele Schläge: Im Prozess um den Neonazi-Überfall auf das linke Szene-Lokal "Hirsch-Q" hat am Montag das erste Opfer ausgesagt. Der 41-jährige Dortmunder war vor der Gaststätte durch Messerstiche verletzt und getreten worden. Der Mann schilderte den Angriff erstmals im Detail.

Im Zeugenstand des Dortmunder Landgerichts sagte er am Montag: "Ich hatte am nächsten Tag noch Stiefeltritte im Gesicht."

Der Zeuge hatte am Tresen des Lokals gestanden, als es plötzlich einen lauten Knall gab. Dann rief auch schon jemand: "Nazi-Angriff." Der 41-Jährige hatte nach eigenen Angaben noch versucht, mit anderen die Eingangstür der Hirsch-Q zuzuhalten, später sei er dann aber wohl irgendwie nach draußen gezogen worden.

Schnittverletzungen und Nasenanbruch

Seine letzte Erinnerung sieht so aus: "Ich bin zu Boden gegangen, habe noch versucht, mich an Jacken festzuhalten." Danach habe er das Bewusstsein verloren und sei erst wieder im Rettungswagen zu sich gekommen. Die Ärzte stellten später Schnittverletzungen an der Hüfte und am Oberarm fest. Außerdem wurden Prellungen und ein Nasenanbruch diagnostiziert. "Mir ging es sechs Wochen lang dreckig", sagte der Zeuge den Richtern.

Sven K. ist unter Angeklagten

Die zehn angeklagten Dortmunder Neonazis haben sich vor Gericht noch nicht zu dem Überfall von Dezember 2010 geäußert. Die Anklage lautet unter anderem auf Landfriedensbruch.

Unter den Angeklagten befindet sich auch Sven K., der bereits wegen Totschlags vorbestraft ist.

Von Jörn Hartwich

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2013-09-09 13:46
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