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Opfer bedrohte Angeklagten im Gericht

25.06.2012 | 18:07 Uhr
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Opfer bedrohte Angeklagten im Gericht

Dortmund.  Große Aufregung herrschte am Montag unter den Zuhörern des Schwurgericht. Das Opfer, das am frühen Morgen des 23. Oktober 2011 in der Albertstraße nahe des Cafe Europa niedergestochen wurde, soll in der Pause Angehörige des Hauptangeklagten bedroht haben. Es kam zur Rangelei.

Große Aufregung herrschte am Montag unter den Zuhörern des Schwurgericht. Das Opfer, das am frühen Morgen des 23. Oktober 2011 in der Albertstraße nahe des Cafe Europa niedergestochen wurde, soll in der Pause den Hauptangeklagten bedroht haben. Zu dessen Angehörigen sagte er angeblich folgenden Satz: „Wenn der rauskommt, erwartet ihn eine neun Millimeter Kugel.“

Und nicht nur das: Schlichtende und zum Teil beherzt eingreifende Verwandte haben zudem eine Prügelei im Bereich des Landgericht-Nebeneingangs an der Hamburger Straße verhindert. Bei bestimmten Prozessen, wenn Unruhe zu erwarten ist, dürfen Zuhörer nur durch diesen Eingang in den Saal – unter Vorlage des Ausweises und nach gründlicher Durchsuchung.

Opfer will von markigen Worten nichts wissen

Von markigen Worten indes wollte das Opfer gestern nichts wissen. Vielmehr sei es ohne Vorwarnung angegriffen worden. „Einer ist rausgegangen, zeigte auf mich, auf einmal sind die auf mich los. Papa hatte noch eine Hand von denen festgehalten.“ Er selbst will wie ein Schäfchen ganz ruhig dagestanden und keinen Mucks von sich gegeben haben. Ein Bekannter des angeklagten Trios – zwei Brüder und die Freundin des einen – behauptet allerdings, das Opfer sei „wie eine Rakete“ auf den anderen Clan zugeschossen.

Vorsitzender Richter verweist Zwischenrufer des Saales

Wie dem auch sei: Was genau passiert ist, ließ sich nicht klären. Wohl aber verbat sich der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer jegliche ungefragte „gute“ Ratschläge. Nach der dritten Ermahnung, nicht dazwischen zu reden, verwies er einen der Verwandten kurzerhand des Saales.

Zuvor hatte das Gericht jenen Arut gehört, der das Opfer damals operiert hatte. Ganz klar habe nach den Messerstichen „akute Lebensgefahr“ bestanden, sagte der Mediziner im Zeugenstand. Der Verletzte habe bereits die Hälfte seines Blutes verloren. In den frühen Morgenstunden hatte sich der 30-Jährige nach einem Anruf seines bereits durch Schläge verletzten Kumpel auf den Weg Richtung Albertstraße gemacht – in der Hand einen Knüppel. Nachdem zunächst die einzige Frau auf der Anklagebank ihn eingeschlagen habe, so seine Aussage am ersten Prozesstag, habe plötzlich der Hauptangeklagte vor ihm gestanden und ein Messer gezückt.

Streit begann am Spielautomaten des Cafe Europa

Die Auseinandersetzungen haben damals im Cafe Europa begonnen, wie sich der Wirt als Zeuge erinnerte: Man habe am Spielautomaten gestritten – da war allerdings noch nicht das später lebensgefährlich verletzte Opfer dabei, sondern dessen Kumpel.

Am 2. Juli werden die sechs Plädoyers erwartet: Eines der Staatsanwaltschaft, zwei von den Nebenklägern und drei der Verteidigung.

Kathrin Melliwa

Kommentare
26.06.2012
22:24
Opfer bedrohte Angeklagten im Gericht
von Lappschmier | #2

"das Opfer sei „wie eine Rakete“ auf den anderen Clan zugeschossen."

Und sofort wird klar, dass hier nur zensierte Kommentare zu erwarten sind ..

26.06.2012
07:11
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

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