Onkel Fisch gibt Lobbyisten "in die Fresse"

Das Comedy- und Kabarett-Duo Onkel Fisch um Adrian Engels und Markus Riedinger war am Freitag mit seinem Programm Neues aus der Lobbythek im Fletch Bizzel zu Gast. Ein Streifzug durch CD-Werbeshows, den ARD-Brennpunkt, Augsburgs Puppenkiste und hinein in die Hasenzähne fletschende und breit grinsend Hände schüttelnde Welt der Lobbyisten.

Dortmund.. Der Name "Action-Comedy", den die beiden Bühnengenies ihrer Art von Kabarett geben, trifft den Eindruck, den sie hinterlassen, sehr gut: laut, direkt, unglaublich kreativ und atemlos, ohne große Zeit für Verschnaufpausen, weder für das Publikum noch auf der Bühne. Es war eine Mischung aus doppelter Ironie bei Themen wie dem Steuer-Flüchten via Motorboot in Anlage-Oasen und dem Erfinden eigener Krankheiten, um selbst als Lobbyist erfolgreich zu sein, und dem bewussten Übertreiben von Witzen - Stichwort Varoufakis-Mittelfinger.

Pannen und laute Lacher

Ihr Auftritt wirkte erfrischend improvisiert, mit ein paar Pannen und lauten Lachern über die eigene Spontaneität auf der Bühne. Dieses Stand-up-artige Kabarett ist dramaturgisch höchst professionell.

Stefan M. (42): "Ich habe selten so böse Inhalte so leicht verpackt gesehen. Wo einem sonst das Lachen im Hals stecken bleiben würde, legen die beiden noch eine Schüppe Humor obendrauf."

Susan Y. (36): "Manchmal war es an der Grenze, zu viel zu werden, ich hätte gern mal durchgeatmet. Aber ich habe echt lange nicht so gelacht."