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PCB-Skandal

Ombudsmann Pfänder kämpft mit AWo für PCB-Envio-Opfer

18.05.2012 | 18:19 Uhr

Dortmund.   Der PCB-Skandal der Dortmunder Entsorgerfirma Envio hat für die Opfer psychsich wie physisch gravierende Folgen. Ombudsmann Erwin Pfänder und die AWo betreuen 30 Ex-Envio-Mitarbeiter und ihre Familien. Problem: Die Berufsgenossenschaften erkennen die PCB-Vergiftung nicht als Berufskrankheit an.

Ein Mann, 28 Jahre alt, 1,84 Meter groß, Gewicht: 56 Kilo. „Er kann kein Essen bei sich behalten“, weiß Erwin Pfänder, Ombudsmann für die Envio-Opfer. Trotzdem will der Rentenversicherungsträger keine Reha-Maßnahme bewilligen. Pfänder schreitet ein, bis der Mann doch eine Zusage bekommt. Ein Kampf, den der Ombudsmann in dieser Art immer wieder führen muss. Deshalb wächst Erwin Pfänder die Arbeit über den Kopf. Doch er bekommt jetzt Hilfe – von der AWo. Ehrenamtliche sollen Pfänder helfen, sich für die Menschen einzusetzen, für deren Leid niemand verantwortlich sein will.

Mittlerweile betreut Erwin Pfänder 30 ehemalige Envio-Mitarbeiter und ihre Familien. Die Menschen aus Dortmund und Umgebung leiden unter Hauterkrankungen, Lähmungserscheinungen an Armen und Beinen, hormonellen Störungen, Schilddrüsen- und Nierenproblemen. „Und vor allem leiden sie psychisch“, weiß Pfänder.

PCB-Vergiftung nicht anerkannt

„Doch es ist noch nicht belegt, dass PCB die Ursache dafür ist.“ Die PCB-Vergiftung wird von den Berufsgenossenschaften nicht als Berufskrankheit anerkannt. Auch dafür kämpft Pfänder – mittlerweile muss er sich mit acht verschiedenen Berufsgenossenschaften auseinander setzen. Die Folge: Berufsgenossenschaften, Krankenkassen und Rentenversicherungsträger schieben sich gegenseitig die Kosten für Behandlungen zu. „Und die Betroffenen stehen da und wissen nicht mehr weiter“, ärgert sich Gerda Kieninger, Vorsitzende der AWo Dortmund. Hier können die Ehrenamtlichen gute Hilfe leisten, denn zwei von ihnen sind Versicherungsexperten. Benötigt werden noch Ehrenamtliche, die sich mit psychischen Krankheiten auskennen, wirbt Kieninger.

Pfänder ist aber noch auf ganz andere Hilfe angewiesen, denn offizielle Daten über die Betroffenen bekommt er nicht. Doch mittlerweile habe sich seine Arbeit bei den Betroffenen herumgesprochen. Der Ombudsmann fährt zu ihnen nach Hause – und kommt so an die Orte, die auch heute noch das Envio-Erbe tragen.

Envio-Skandal vor Gericht

Denn das Gift haben die Mitarbeiter mit in ihr Heim gebracht. Alle Wohnungen mussten gesäubert werden. Manche sogar zwei Mal. Pfänder wirft auch hier den Berufsgenossenschaften vor, nicht im Interesse der Menschen zu handeln. Die Wohnung eines Mannes, bei dem ein 20 000-fach erhöhter PCB-Wert im Körper nachgewiesen wurde, sei bis heute noch nicht entgiftet worden. Für die komplett entsorgte Kleidung stellt die Berufsgenossenschaft 500 Euro zur Verfügung. „Er darf nicht mal mehr ein altes Hemd anziehen – da geht diskutieren nicht nicht mehr“, ist Pfänder entsetzt. Deshalb wird bei der AWo ein Hilfsfonds eingerichtet. „Wir sammeln kein Geld für Gutachter oder Anwälte, sondern das Geld kommt ausschließlich den Betroffenen zugute“, versichert Pfänder.

Christina Römer

Kommentare
24.05.2012
18:22
Ombudsmann Pfänder kämpft mit AWo für PCB-Envio-Opfer
von brubaer | #3

Hochachtung ; Hochachtung; Hochachtung Herr Pfänder !!
Die anderen Damen und Herren, die VOR DER NRW-WAHL mit ihren ach so sozialen und grünem Herzen...
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Ombudsmann Pfänder kämpft mit AWo für PCB-Envio-Opfer
Ombudsmann Pfänder kämpft mit AWo für PCB-Envio-Opfer
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2012-05-18 18:19
Dortmund