OB-Kandidaten für eine Sportstiftung
10.08.2009 | 22:02 Uhr 2009-08-10T22:02:00+0200Eine Stiftung zur Förderung des Leistungs- und Breitensports wollen die OB-Kandidaten nach der Kommunalwahl am 30. August zusammen mit dem Stadtsportbund gründen.
Dies sowie ein klares Nein zu Nutzungsgebühren für Sportstätten und vorerst keine neue Großsporthalle für 3000 Zuschauer waren die Botschaften der vier Kandidaten in einer Podiumsdiskussion für Vertreter von Sportvereinen und -verbänden am Montagabend in Kley.
Joachim Pohlmann (CDU/FDP), Mario Krüger (Grüne), Helmut Manz (Die Linke) und Ullrich Sierau (SPD) stellten sich den Fragen der etwa 100 Gäste. Bei den Kernaussagen wichen die Kandidaten nur Nuancen voneinander ab, war doch allen bewusst, dass rund 500 Sportvereine mit etwa 125 000 Mitgliedern ein enormes Wählerpotenzial darstellen, auch wenn nicht alle wahlberechtigt sind. Während Mario Krüger eine neue Großsporthalle, wie sie sich viele Vereine wünschen, kategorisch ablehnte („angesichts der Haushaltslage finanziell nicht darstellbar”), erachtet Joachim Pohlmann das Projekt zumindest nicht in den kommenden sechs Jahren für realisierbar. Ullrich Sierau wiederum könnte sich eine neue Arena vorstellen, mahnte jedoch vor dem Hintergrund der Kosten von 12 bis 13 Millionen Euro an, dabei nicht die Breite des Sports aus den Augen zu verlieren. „Wir müssen uns dann fragen, was uns so ein Projekt wert ist.”
Angeführt von einem Helmut Manz, der auch wie Mario Krüger den ein oder anderen irrlichternden Ausflug in die Bundespolitik unternahm und für alle Ehrenamtlichen einen freien Zutritt zu kommunal betriebenen Sport- und Kulturstätten forderte, waren sich die Kandidaten einig, dass Nutzungsgebühren für städtische Sportplätze und Freizeitanlagen nicht in Frage kämen. Zu den Themen Instandsetzung der Sportstätten und Kunstrasenplätze sagte Joachim Pohlmann, dass unmöglich alle Sportstätten saniert werden könnten und man sich auf Schwerpunkte in den Stadtbezirken konzentrieren solle. „Und wo sollen die Vereine hin?”, fragte Ullrich Sierau nicht ohne spitzen Unterton. Insgesamt blieben die vier Herren jedoch zahm. Die seit zehn Jahren geplante Gründung einer Stiftung zur Förderung des Sports um besser Sponsoren für die Vereine gewinnen zu können, stuften alle Kandidaten als mehr oder weniger gleich wichtig ein.
11:43
Warum soll die Stadt eine Großhalle für bis zu 3000 Besucher bauen? In dieser Größenordnung geht es auch Vereinen um´s Geldverdienen und dann sollen diese auch gefälligst Ihre eigene Infrastruktur organisieren. Wir haben in Dortmund jede Menge Messehallen, die mit einem Spielfeld versehen und bestuhlt werden können.