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Amtsgericht

OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht

14.04.2010 | 07:59 Uhr
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht

Dortmund. Wegen Sachbeschädigung saß der OB-Kandidat der Dortmunder Grünen, Mario Krüger, am Dienstag auf der Anklagebank des Amtsgerichtes. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Politiker vor, vor der letzten Wahl ein Plakat der MLPD abgerissen und stattdessen eines seiner Partei aufgehängt zu haben.

Rentner Ali Ö. ahnte nicht, mit wem er sich da am 26. Juli 2009 vor seiner Haustür anlegte. Denn Politik interessiert den 70-Jährigen nicht. Schon eher, wie es vor seiner Haustür aussieht. „Dieser Herr da, der kletterte eine Leiter hoch, schnitt irgend so ein Schild ab. Der Müll blieb vor meiner Tür liegen”, schimpfte er gestern als Zeuge im Amtsgericht.

„Dieser Herr da” saß derweil auf der Anklagebank: Mario Krüger, OB-Kandidat der Grünen, soll im Vorfeld der Kommunalwahl 2009 ein Plakat der MLPD abgerissen und stattdessen eines seiner Partei aufgehängt haben. Wegen Sachbeschädigung sollte Krüger per Strafbefehl 1500 Euro (15 Tagessätze zu je 100 Euro) Geldstrafe zahlen.

"Der Laternenpfahl war unplakatiert"

Dagegen legte Krüger gestern vor Gericht Einspruch ein - er fühlt sich zu Unrecht bestraft. „Ich wollte im westlichen Stadtbezirk Plakate anbringen, hatte die Leiter im Wagen.” Vor dem Haus Rheinische Str. Nr. 222, schräg gegenüber des Versorgungsamtes, will er einen Laternenpfahl entdeckt haben. „Er war frei, nicht plakatiert.”

Als er oben auf der Leiter stand und zwei Wahlplakate der Grünen gerade hingen, so Krüger, sei Rentner Ali Ö. aufgetaucht. „Er sagte, er wolle keine Plakate haben. Und ob ich einen Gewerbeschein hätte.” Ein Wort gab das andere, schließlich, so die Version des OB-Kandidaten, soll Anwohner Ali Ö. in der Hofeinfahrt ein Plakat der MLPD entdeckt haben. „Er echauffierte sich, ich hätte das abgerissen.”

"Der Dreck hat mich geärgert"

Gegen 17.30 Uhr kam dann die Polizei, die der aufgebrachte Ali Ö. gerufen hatte. „Wegen des Drecks, der da herumlag, der hat mich geärgert.” Und außerdem: „Der Herr hat immer gesagt: Ich rufe jetzt meine Leute an.” Da habe er eben auf die Staatsgewalt vertraut. Allerdings verlief seine Diskussion mit den Beamten dermaßen temperamentvoll, dass er einen Platzverweis bekam.

Eines ist unbestritten: Anwohner Ali Ö. hatte damals 0,7 Promille Alkohol intus, sein Nachbar 1,3 Promille. Erinnern will er sich trotzdem genau: „Der Herr hat das weiße Schild mit einer Zange abgekniffen, das fiel dann 'runter. ” Ungefragt fügte er pflichtbewusst hinzu. „Ich trinke immer Hansa-Pils, Herr Richter, aber Herr Ö. lieber Export.” Und weiter: „Ich habe noch nie im Leben gelogen. Und ich weiß auch nicht, was auf diesem weißen Schild draufstand, das da die Laterne 'runterfiel. Ich kann nämlich nicht lesen.”

Das Corpus Delicti ist verschwunden

Mario Krüger erzählte im Prozess, vor Ort angeblich angeregt zu haben, das Plakat nach Fingerspuren untersuchen zu lassen. Doch das corpus delicti, für dessen Verbleib sich auch Staatsanwältin Bettina Werner interessierte, ist bei den Turbulenzen verschwunden. „Erst sind Leute drübergelaufen, auf einmal war es weg”, erinnert sich eine Polizistin. Nun sollen noch mehr Zeugen gehört werden.

Kathrin Melliwa

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Kommentare
14.04.2010
23:26
Blockierter Kommentar.
von drnatFake | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

14.04.2010
22:46
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von eksom | #7

Armutszeugniss für die Polizei, die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht.

Der Staat hat nichts anderes mehr zu tun, als sich um werbewirksames Kleinkram der Kommunalpolitik zu kümmern und Steuergelder zu vergäuden.

Zeugen besoffen, Beweismittel verschwunden und trotzdem ein Prozess?

14.04.2010
22:16
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von odol | #6

Fassen wir zusammen: die Zeugen der Anklage waren betrunken, einer von ihnen erhielt noch vor Ort einen Platzverweis.
Das corpus delicti war unauffindbar, auf einmal war es weg, erinnert sich eine Polizistin. Weitere Spurensicherung vor Ort erfolgte anscheinend nicht.
Es fällt schwer zu glauben, dass aufgrund eines derartigen Sachverhalts etwas anderes als eine Einstellung des Verfahrens herauskommen sollte.

14.04.2010
20:48
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von Münch hausen | #5

Sorry - aber mal ehrlich - wen in Dortmund interessiert es schon was ein Krüger von den Grünen macht - auuser vielleicht Frau Schwalgin oder Frau Dr. Littmann - die steckt ihre große Nase überall hinnein

14.04.2010
10:28
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von sdasa | #4

jaaa, das sind die wirklich wichtigen Fragen in der Dortmunder Lokalpolitik. Wurde ein Wahlplakat entfernt oder nicht? Na dann prost.

Da brauch ich ermal sowohl ein Pils als auch ein Export....

14.04.2010
09:41
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von reblek | #3

Mario Krüger erzählte im Prozess, vor Ort angeblich angeregt zu haben... Was für ein Deutsch. Krüger soll gesagt haben: Ich habe angeblich angeregt...? Er selbst soll also erzählt haben, er habe das nur angeblich angeregt und nicht tatsächlich. So dumm kann doch nicht einmal Krüger sein.

14.04.2010
07:35
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von ichbinsdochnur | #2

Ich traue Herrn Krüger alles zu. Alles.

14.04.2010
07:22
OB-Kandidat der Dortmunder Grünen vor Gericht
von Kynikere | #1

Die besten Geschichten schreibt einfach das Leben.

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