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Karstadt-Insolvenz

Nur Umsatzplus rettet Arbeitsplätze

01.12.2009 | 18:48 Uhr

Dortmund. Während Insolvenzverwalter Görg am Dienstag seinen neuesten Restrukturierungsplan für die Warenhaus-Kette vorstellte, läuft hinter den Fassaden der noch drei Karstadt-Häuser in Dortmund der Countdown für die „Verdichtung” von Arbeitsplätzen und Sortimenten.

Norbert Hüwel, Sekretär der Gewerkschaft Verdi: „In beiden verbleibenden Häusern, dem Sporthaus und dem Haupthaus Hansastraße, wird das Angebot komprimiert.”

Was bedeutet: Mehr Mitarbeiter rücken auf dem verbleibenden Platz zusammen. Einige Sortimente fliegen raus aus den beiden bleibenden Häusern, einige Sortimente aus dem Technikhaus ziehen um. Welche Sortimente sind das? Diese Frage kann Hüwel nicht beantworten und auch Geschäftsleitung wie Betriebsrat halten sich noch bedeckt. Sicher ist allerdings bereits jetzt, dass im Februar 2010 mit Umbauten in den Häusern am Rand des Alten Markts begonnen werden muss und soll, damit der Übergang gelingt.

Immer noch hegen Betriebsräte und Verdi die Hoffnung, dass möglichst viele der 157 Stellen aus dem Technikhaus gerettet werden können. Etwa 780 Beschäftigte zählt Karstadt Dortmund noch. Verdi, Betriebsräte und der Insolvenz-verwalter haben angekündigt, dass in Dortmund und den anderen neun Städten, wo Karstadt Standorte „verdichtet” bzw. schließt, ein Interessenausgleich und Sozialplan erstellt werden soll - und dass Beschäftigte in Transfergesellschaften wechseln können sollen. Ob es in Dortmund auch eine Transfergesellschaft geben wird, ist noch offen.

Grundsätzlich ist der Abbau von Stellen ohne Kündigungen sehr schwierig: Schon in den Vorjahren wurde das Personal bei Karstadt radikal heruntergefahren.

Es gibt in den drei Häusern in Dortmund nur noch sehr wenige Mitarbeiter, für die Altersteilzeit überhaupt eine Alternative sein könnte.

Wie viele und welche der 780 derzeitigen Arbeitsplätze in Dortmund konkret bedroht sind, könne noch nicht gesagt werden, so Hüwel: „Es geht nicht nur um die 157 aus dem Technikhaus. Es kommt darauf an, welche Sortimente rausfallen.”

Unterm Strich, so Hüwel, müsse Mehrumsatz im „verdichteten Raum” die Arbeitsplätze finanzieren. Ob diese gelinge, werde man abwarten müssen.

Noch offen ist, was mit dem Buchhändler Hugendubel, der im Technikhaus angesiedelt ist, geschieht. Die neun Hugendubel-Mitarbeiter(innen) gehörten einst zur Karstadt-Mannschaft. Ein Hugendubel-Sprecher erklärte gestern gegenüber der WAZ: „Wir sind noch in Gesprächen mit Karstadt, die noch nicht abgeschlossen sind.”

Klaus Buske

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