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Nordstadt-SPD kämpft in Dortmund gegen Matratzen-Miete für Zuwanderer

30.05.2012 | 12:41 Uhr
Nordstadt-SPD kämpft in Dortmund gegen Matratzen-Miete für Zuwanderer
In der Dortmunder Nordstadt leben in einer Zweizimmerwohnung schon mal bis zu 15 Zuwanderer, klagt die dortige SPD. Foto: Waz FotoPool

Dortmund.   Die Problemhäuser in Dortmunds Nordstadt rufen die dortige SPD auf den Plan. Deren Vorsitzende Marita Hetmeier fordert von der Stadt ein konsequentes Einschreiten gegen Spekulanten und Mietwucherer. Es könne nicht sein, dass Bulgaren und Rumänen dort matratzenweise zu hohen Preisen unterkommen.

Die Nordstadt-SPD fordert in Dortmund ein stärkeres Einschreiten gegen Mietwucherer und Immobilien-Spekulanten in der Nordstadt. Vor allem die Vermietung von Schlafstellen zu Wucherpreisen an Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien ist den Sozialdemokraten ein Dorn im Auge. „Im Bereich der Mallinckrodtstraße und der Schleswiger Straße leben in einer Zweizimmerwohnung oft zehn bis fünfzehn Personen. Vermietet wird matratzenweise für 200 Euro im Monat. So zieht man aus einer Schrottbude, die vielleicht eine ortsübliche Miete von 250 Euro rechtfertigt, locker den zehnfachen Betrag. Dagegen muss die Stadt endlich einschreiten“, fordert die Vorsitzende der Nordstadt-SPD, Dr. Marita Hetmeier.

„Der Dortmunder Mieterverein und der Planerladen haben schon Ende vergangenen Jahres zu Recht gefordert, dass die Stadt gegen die Mitwucherer in der Nordstadt vorgehen muss. Geschehen ist seitdem nichts“, so Hetmeier weiter. Erst kürzlich hatten auch ein Wissenschaftler und der Mieterverein die Stadt wegen der Wohnungsmarktpolitik kritisiert .

Die Sozialdemokraten in der Nordstadt werfen vor allem dem Ordnungsdezernenten Wilhelm Steitz (Die Grünen) mangelnden Einsatz vor: „Gemäß Paragraph 5 des Wirtschaftsstrafgesetzes handelt ordnungswidrig, wer für die Vermietung von Räumen zum Wohnen oder damit verbundene Nebenleistungen unangemessen hohe Entgelte annimmt. Wir fordern den Ordnungsdezernenten auf, unverzüglich Ermittlungen wegen Mietwuchers gegen einschlägig bekannte Vermieter in der Mallinckrodtstraße und in der Schleswiger Straße einzuleiten“, heißt es in dem SPD-Schreiben weiter. „Da sich Herr Steitz in der Nordstadt nicht so auskennt, sind wir gerne bereit, ihn bei der Ermittlung der betroffenen Liegenschaften zu unterstützen.“

Mit Zoll zusammenarbeiten

Es lohne sich in dieser Sache auch, die Zusammenarbeit mit dem Zoll zu suchen. Hetmeier: „Die Wuchermieten werden nicht bargeldlos, sondern immer cash gezahlt. Ich gehe jede Wette ein, dass die tatsächlichen Mieteinnahmen dieser Seelenverkäufer und Ausbeuter in der Steuererklärung nicht auftauchen. Hier eröffnen sich weitere Optionen, schwarzen Schafen unter den Vermietern das Handwerk zu legen.“

Video
Dortmund, 05.12.2011: Was hat sich nach der Schließung des Straßenstrichs in der Dortmunder Nordstadt geändert? Wir haben uns mit der Polizei in dem Problemviertel umgesehen.

Das Land Nordrhein-Westfalen sollte nach Auffassung der Nordstadt-SPD eine Wiedereinführung der Zweckentfremdungs-Verordnung prüfen. Die Sozialdemokraten in dem Problembezirk fordern die Landespartei auf, diese Forderung in die Koalitionsverhandlungen mit einzubringen. Die am 31. Dezember 2006 außer Kraft getretene Zweckentfredmungsverordnung erlaubte es u.a. gegen Eigentümer, die ihre Immobilien verwahrlosen und leerstehen lassen, Bußgeldbescheide zu verhängen. Hetmeier: „Dieses Instrument brauchen wir wieder, um Spekulation mit Leerstand zu verhindern.“

Müllhaus in der Nordstadt

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Kommentare
30.05.2012
17:31
Nordstadt-SPD kämpft in Dortmund gegen Matratzen-Miete für Zuwanderer
von xxyz | #2

Gibt es keine Auflagen wg. Brandschutz etc, wenn so viele Personen in einer Wohnung wohnen?
Der Brand in einem angeblich zugemauerten Haus hat doch gezeigt, welche Gefahren von den Häusern ausgehen.

Natürlich könnten die Behörden prüfen, aber das macht Arbeit. Die Schrotthändler hatten doch auch monatelang unter den Augen der Behörden ihre Fahrzeuge am Straßenrand geparkt. Erst nach MOnaten kam es zu einer Kontrolle bzgl. Umweltrecht, Gewerbeanmeldung etc., bei der fast alle Fahrzeug stillgelegt wurden.

Wenn der Staat nicht eingreift, wenn Regeln verletzt werden, muss man sich nicht wundern, dass die Situation kontinuierlich schlechter wird.

U.a. im Bereich Borsigplatz gilt dies wohl auch für den offenen Drogenhandel.

Ist es eigentlich Absicht der Handelnden, dass ganze Stadtteile verelenden? Wer profitiert davon (politisch und monetär)? Fördern die, die immer gerne den Kümmerer spielen, mit ihrem Handeln nicht die Verelendung?

30.05.2012
14:27
Nordstadt-SPD kämpft in Dortmund gegen Matratzen-Miete für Zuwanderer
von vaikl2 | #1

Ist das die selbe Hetmeier, die damals einer Fr. Firzlaff und deren Promas GmbH zujubelte, als diese von der Stadt Geld für eine Zwangsräumung verlangte und danach ihre Immobilie verfallen lies? Die gleiche Immobilie, in der auch vor der Räumung angeblich schon bar kassiert wurde?

Ist das *die* SPD, die in Dortmund in fast *allen* sozialen Brennpunkten in den letzten 20 Jahren die Sozial-Wohnraumförderung von Altbauten zuließ, obwohl dort fast *überall* Doppelt- und Dreifachbelegungen von 50qm-Einheiten an der Tagesordnung waren?

Ist schon Wahlkampf?

1 Antwort
Nordstadt-SPD kämpft in Dortmund gegen Matratzen-Miete für Zuwanderer
von narit | #1-1

#vaikl2 Ja! Frau Hetmeier greift nicht mehr den OB an. Obwohl der es sich als Stadtplaner doch auf das Wahlprogramm geschrieben hatte, die Nordstadt zu sanieren. Stattdessen gibt es einen Arbeitskreis...wenn man nicht mehr weiter weiss, gründe einen Arbeitskreis...davon haben wir jetzt viele hier so in Dortmund, nur nützen tun sie nichts. Genauso wenig wie Immobilienmaklerin Hetmeier, die angeblich so verankert in der Nordstadt ist, aber ausser Zeitungsfetzen und Blaskonzerten nichts für den Stadtteil bewegt ausser medienmässig zu polarisieren. Ich empfehle den Westfalentower als neue Sozialwohnungsquelle.

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