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Kriminalität

Nordstadt: Neue Spur im Kiosk-Mord an der Mallinckrodtstraße in Dortmund?

21.02.2011 | 17:14 Uhr
Nordstadt: Neue Spur im Kiosk-Mord an der Mallinckrodtstraße in Dortmund?
Die Bildkombination zeigt vier von insgesamt neun Opfern der bundesweiten Mordserie, darunter auch der Dortmunder Mehmet K. (2.v.l.) Foto: Polizei/ddp

Dortmund.Auch fünf Jahre nach dem Mord an dem Dortmunder Kioskbetreiber Mehmed K. gibt es weder konkrete Hinweise auf den Täter, noch auf das Motiv. Der Spiegel berichtet in seiner gestrigen Ausgabe, dass die Täter aus einer düsteren Parallelwelt stammen könnten, einer mächtigen Allianz zwischen rechtsnationalen Türken, dem türkischen Geheimdienst und Gangstern.

So sehen es auch angeblich Fahnder aus der Sonderkommission, die bundesweit von Nürnberg aus hinter dem Phantom hinterherjagen, dem in den vergangenen zehn Jahren acht Türken und ein Grieche zum Opfer gefallen sind. Die Pressestelle der Polizei Nürnberg wollte den Bericht nicht kommentieren. Gleichwohl erklärte die Nürnberger Kriminalhauptkommissarin Elke Schönwald, dass man an den bisherigen Schilderungen festhalte. Demnach geht man der Theorie nach, dass es sich um einen mordenden Einzeltäter handelt, der bundesweit - vielleicht als Handlungsriesender - unterwegs ist. Bislang haben die Behörden nur ein Indiz, dass es Zusammenhänge zwischen den Bluttaten gibt: die Tatwaffe, eine Ceska Typ 83, Kaliber 7,65 mm.

Am 4. April 2006 fiel auch der türkische Kioskbetreiber Mehmed K. dem Täter zum Opfer. In der Mittagszeit wurde er in seinem Kiosk an der Mallinckrodtstraße ermordet. Der 39-Jährige wurde regelrecht mit Kopfschüssen hingerichtet. Es gab keinerlei Spuren. Nur die Munition führte die Ermittler in Dortmund zur bundesweit benutzten Waffe.

Begonnen hatte die Serie im Jahr 2000. Die Sonderkommission „Bosporus“, die zur Spitzenzeit aus 160 Beamten bestand, ist in der Zeit rund 11 000 Spuren nachgegangen, hat über 3500 Personen überprüft. Zudem wurden 32 Millionendatensätze, Handyverbindungen oder EC-Kartendaten abgearbeitet. Die Unterlagen füllen rund 1200 Aktenordner, so Elke Schönwald.

Andreas Winkelsträter

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