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Aktionsaufruf

Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo

30.08.2010 | 16:12 Uhr
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
So könnte es am Samstag in Dortmunds Nordstadt aussehen. Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.Ausgerechnet in Dortmunds nördlicher Innenstadt, in der zahlreiche Ausländer leben, soll am Samstag die Demo Rechtsradikaler stattfinden. Das Nordstadt-Forum empfindet dies als Provokation und ruft zur Gegen-Aktion auf.

Die Nazi-Demo am 4. September beschäftigt ganz Dortmund. Erst recht den Vorbereitungskreis Nordstadt-Forum bzw. das Quartiersmanagement Nordmarkt. Dass die rechtsradikale Demonstration in der Nordstadt stattfindet und von der Polizei genehmigt wurde, ist für das Bündnis „schwer nachvollziehbar. Noch unverständlicher ist, dass sie in unserem Stadtteil, in dem Menschen aus 132 unterschiedlichen Herkunftsländern friedlich zusammenleben, stattfindet.“ Dieser „ungeheuren“ Provokation will eine Vielzahl von Akteuren mit einem friedlichen bunten und lautstarken Protest entgegenwirken. Im Stadtteil (aber auch in der Gesamtstadt) soll Neonazis keinerlei Raum überlassen werden, heißt es in einem Aufruf „Nordstadt für Vielfalt und Respekt“ verschiedener Institutionen und Initiativen.

Wie bereits im letzten Jahr möchten u.a. der Bezirksbürgermeister, das Dietrich-Keuning-Haus (DKH), der Freundeskreis Hoeschpark, die KulturMeile Nordstadte sowie der Gesprächskreis und das Quartiersmanagement Nordmarkt gemeinsam mit der Bevölkerung am gleichen Tage deutlich machen, dass hier Ausländer gut miteinander klar kämen und ihren Unmut über die Provokation im am dichtesten besiedelten Stadtteil Dortmunds zum Ausdruck bringen.

Kundgebung am Nordmarkt und Einwände der Polizei

Zudem hat der Arbeitskreis „Dortmund gegen Rechtsextremismus“ als Zusammenschluss von Kirchen, Gewerkschaften und Parteien beschlossen, von 12 bis 14 Uhr eine Kundgebung am Nordmarkt zu veranstalten. Damit solle die Nordstadt breite Solidarität erfahren. Dieser Arbeitskreis hat dem Stadtteil angeboten, die unmittelbar am Nordmarkt aufgestellte Veranstaltungstechnik nutzen zu dürfen. Die Beteiligten werden zudem die Teilnehmer ihrer Veranstaltung einladen, sich der Veranstaltung nach der Kundgebung anzuschließen.

Nach einigen Abstimmungen in unterschiedlichen Kreisen ist die Kundgebung vom Vorsitzenden des Vereins Nordmarkt Plus, Christian Schmitt, angemeldet worden. In einem Kooperationsgespräch mit der Polizei wurde seitens der Behörde deutlich gemacht, dass die dafür zunächst vorgesehene Strecke, die vom Nordmarkt über die Münsterstraße am DKH entlang zum Blücherpark führen sollte, nicht genehmigt werden würde. Als Grund wurde die Sicherheitslage angeführt. Beschrieben wurde, dass am 4. September im gesamten Bereich westlich des Nordmarktes und der Nordstraße mit Aktivitäten von Extremisten gerechnet wird.

Kein Zugang ohne Adresse

Heißt: Man werde an diesem Tage kaum diesen Bereich begehen können, wenn man dort nicht eine eigene Adresse vorweisen kann. Auch die Durchführung lange geplanter Kulturveranstaltungen durch die Sicherheitslage sei gefährdet. Den Teilnehmern der Kooperationsgespräches sei nach eigener Aussage sehr drastisch vor Augen geführt worden, wie stark westliche Teile der Nordstadt am 4. September belastet sein würden.

Auf Anraten der Polizei wurde die Route einer friedlichen Versammlung nun auf den Bereich Schleswiger Straße, Brunnenstraße, Stollenstraße festgelegt. Um die Teilnehmer keiner Gefahr auszusetzen, habe das Forum Nordmarkt dies vorerst akzeptiert, sieht aber weiteren Gesprächsbedarf.

Claudia Roth soll kommen

Mit dem Aufruf zur Teilnahme möchten die Unterzeichner, unter ihnen der Bezirksbürgermeister Siegfried Böcker, zur Beteiligung ermutigen. „Wir reihen uns mit unserem Protest in eine Vielzahl stadtweiter Veranstaltungen ein. Insbesondere wirken wir mit dem Dortmunder Arbeitskreis gegen Rechtsextremismus zusammen, der am Nordmarkt eine Kundgebung mit prominenten Redner/innen veranstaltet.“ So hat sich etwa die grüne Bundesparteivorsitzende Claudia Roth angekündigt.

Im Anschluss an die Kundgebung folgt ein buntes Kulturprogramm, das um 13.30 Uhr am Nordmarkt startet. Gegen 14.15 Uhr ist der Umzug über die Schleswiger Straße, Brunnenstraße, Stollenstraße, rund um den Nordmarkt geplant, ca. 15 Uhr folgt der Abschluss mit einem Kinderfest im Blücherpark. Die Teilnehmer werden gebeten, Transparente und Plakate sowie Instrumente wie Vuvuzelas oder Kochtöpfe mitzubringen, die die Vielfalt der Nordstadt deutlich machen und die sich gegen jede Tendenz der Ausgrenzung aussprechen. „Wandeln Sie Ärger in Kreativität um, wir wollen unbedingt friedlich bleiben!“

Weitere Infos zum Aufruf unter 0231/8820700 oder 0231/2227373.

Steffen Gerber

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Kommentare
30.08.2010
21:29
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Waldmeister | #33

Funktioniert multi -kulti in Dortmund in #Deutschland überhaupt !Erstmal macht die Relgion zwischen den Menschen viel kaputt, dasDenken moslemischer Menschen über Ehre Männlichkeit und alles das , man muß nicht alles für sich in Anspruch alles Materielles ,!

30.08.2010
20:26
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Stefan | #32

Doch, haben sie. Nazis stehen für wirtschaftlichen Niedergang, Unterdrückung und Verfolgung von Minderheiten und Krieg. Sie lösen kein einziges Problem. Noch nie.

Ihr Stefan (Nordstadt)

30.08.2010
20:20
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Hubbert Nordstadt | #31

Meine Nachbarn in der Nordstadt sind 2 Familien von Ausländer. Beide sind Türken. der eine Vater geht bei TKS arbeiten und die Frau hat einen Minijob. Damit kommen die mit 2 Kindern über die Runden. Die sprechen gut Deutsch und leben sehr westlich. Die gehören schon zu Deutschland.

Die andere Familie hat 4 Kinder und lebt volles Programm vom Staat. Hartz 4 für alle, Wohngeld, Kindergeld und so weiter. Der Vater geht schwarz arbeiten und die Mutter auch. Die haben mehr Geld als die andere Familie sprechen aber schlecht Deutsch, auch die Kinder. Die Familie lebt auch sehr nach islamische Sitten. der älteste Sohn hat schon viel Ärger mit der Polizei wegen Klauerei. Diese Familie nutzt Deutschland nur aus.

Das die wohl auch gegen Nazis demonstrieren die solche Leute wieder nach Hause schicken wollen die hier nur die anderen auf die Tasche liegen wollen ist doch klar. Würde ich an deren Stelle auch machen. Aber trotzdem wär es richtig solche Leute wieder in die Heimat zu schicken. Da bin ich nicht der einzigste in der Nordstadt der so denkt. Von uns aus lass doch die Nazis marschieren. So unrecht haben die nähmlich nicht.

30.08.2010
20:14
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Order of the dragon | #30

@18 Benno

Ich kenne die Dortmunder Nordstadt - und Nazis sind dort wirklich das geringste Problem. Aber bitte, lasst die ganzen Trottel doch demonstrieren, wenn sie sich dann moralisch besser fühlen.
Irgendwann werden auch diese Leute aufwachen - nur wird das dann ein ganz böses Erwachen. Jedem das seine...

30.08.2010
20:12
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Stefan | #29

Naja, viele wissen eben, dass es zwar mit Einwanderern hier und da Probleme gibt - die aber in Dortmund im Großen und Ganzen auf dem Wege des Interessenausgleichs mehr oder weniger schnell gelöst werden.
Aber die Menschen wissen natürlich auch, dass es mit Nazis in der Nachbarschaft noch viel mehr Probleme gibt. Es gibt in Dortmund und anderswo Siedlungen, in denen sich Gruppen von saufenden, gröhlenden und pöbelnden Nazis angesiedelt haben, die das gesamte Wohnumfeld runterziehen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen.

30.08.2010
19:53
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Kammann | #28

Trotz der vielen Aussagen über nicht Eingliederung, Sprachverweigerung und anderem in der Nordstradt gehen die Menschen gegen Nazis auf die Straße. Ich hoffe dass unsere nicht deutschen, oder nicht gewollt deutschen Mitbürger das zu schätzen wissen und unterstützen.

30.08.2010
19:51
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Stefan | #27

Man wirft Herrn Sarrazin nicht die Zahlen vor, die er ermittelt hat, sondern dass er sich beleidigend und ehrverletzend äußert. Und dass er damit einen sachorientierten Diskurs eher gefährdet als fördert. Aber irgendwie habe ich den Eindruck, dass ihm das nicht wirklich gelingen wird. Dazu gibt es in unserer Republik zu viele Kräfte, die sich friedlich miteinander verständigen wollen.

30.08.2010
19:44
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Smartdriver | #26

Jo, geht doch!

30.08.2010
19:43
Nordstadt macht mobil gegen Nazi-Demo
von Smartdriver | #25

Bessermensch?

30.08.2010
19:42
Blockierter Kommentar.
von Smartdriver | #24

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