Zwei Jahre Streit wegen Waschmaschine in Altenwohnung

Wenn Marie Luise Pitters duschen will, muss vorher der Stecker ihrer Waschmaschine gezogen werden. Denn das Gerät steht direkt neben der ebenerdigen Dusche. Für sie ist das ein Unding. Ihr Vermieter, das Deutsche Rote Kreuz, sieht das anders. Der Streit dauert inzwischen zwei Jahre.

Lütgendortmund.. "Das ist technisch geprüft. Man muss lediglich den Stecker ziehen, dann besteht keine Gefahr", sagt Frank Ortmann, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf Anfrage unserer Redaktion. Marie-Luise Pitters (72), die seit Ende 2011 in der Seniorenwohnung an der Deipenbeckstraße 37 wohnt, wollte das nicht hinnehmen.

"Die Maschine müsste zumindest auf einem Sockel stehen", findet sie. Am besten abgetrennt durch eine Wand, damit sie nicht nass wird, wenn die Dusche läuft.
"Alles andere als optimal"

Eine Meinung, die der Mieterverein Dortmund teilt. "Das ist schon alles andere als optimal", urteilt Steffen Klaas vom Mieterverein. Er berät die Seniorin, die nach mehreren Rückenoperationen nicht mehr gerade stehen kann und auf eine Gehhilfe angewiesen ist. Bereits im vergangenen Sommer kam es zur Gerichtsverhandlung, denn Mieterin und Vermieter konnten sich nicht einigen.
Die Verhandlung endete mit einem Vergleich. Der erlaubt es der Seniorin, die Dusche mit Haltegriffen nachzurüsten. Außerdem bot das DRK ihr einen Ersatzplatz für die Waschmaschine in einem Abstellraum an. Die Rentnerin stimmte zu.

Uneinigkeit über Abstellraum
Doch getan hat sich seit Juli 2012 nichts. "Der Raum war leer, als er mir gezeigt wurde. Jetzt steht er voll. Hier kann ich ja nicht einmal die Wäsche trocknen", kritisiert die Mieterin.

Das will Frank Ortmann allerdings so nicht stehen lassen. "Wir haben sogar extra eine Wasserleitung legen lassen, aber das Umstellen der Maschine scheiterte bislang an Frau Pitters", so Ortmann.
Kreuzviertel-Verein vermittelt

Inzwischen hat der Mieterverein den Kreuzviertel-Verein als Vermittler eingeschaltet, um den Konflikt zu lösen. "Der Verein kümmert sich um den Einbau von Dusch-Haltegriffen und das Umstellen der Maschine", teilt Dr. Tobias Scholz, Sprecher des Mietervereins am Montag mit.
Darüber hinaus signalisiert auch das DRK Kompromissbereitschaft. "Wir sind nach wie vor bereit, die Maschine umzustellen und auch Platz für einen Wäscheständer zu schaffen", sagt Frank Ortmann.
Darüber hinaus sei der Vermieter aber nicht mehr bereit, immer wieder nach Beschwerden der Mieterin nachzubessern. "Sie kannte den Standart ihrer Wohnung. Den können wir nun nicht ständig verändern. Das wäre auch nicht fair den anderen Mietern gegenüber."