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LÜTGENDORTMUND

Wenn der Uli mit dem Atze

19.09.2012 | 10:37 Uhr
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Wenn der Uli mit dem Atze
Uli Neidl im Gespräch mit Musical-Star Ute LemperFoto: Frei

Lütgendortmund. Die Musik ist seine Welt. Seit 35 Jahren bewegt sich der Lütgendortmunder Event-Manager Uli Neidl in dieser Branche. Hat, wie er sagt, „dort tolle Showgrößen, Freunde und Partner kennengelernt“. Und wenn er die positiven mit den negativen Eindrücken vergleicht, kommt er rückblickend zu dem Schluss: „Ja, der Musik habe ich vieles zu verdanken.“

Früh interessiert sich Neidl für die Musik. Mit 15 Jahren entdeckt er das Schlagzeug als sein Instrument, baut die Band „Feedback“ auf, spielt sogar in Kirchen. Nach der Schule verdient er seine Brötchen als Antennentechniker. Der Musik bleibt er aber treu. So treu, dass er 1987 den mutigen Sprung in die Selbstständigkeit wagt.

Sprung in die Selbstständigkeit

Neidl gründet die Agentur UN promotion. Dabei steht UN - natürlich - für U(li) N(eidl). Mit der Schülerband „Fairies Welcome“ (1987 bis 1992) vom Bert-Brecht-Gymnasium in Kirchlinde beginnt die Karriere. Es folgen Künstler und Gruppen wie Ace Cats, Firma Angst & Bange, die hierzulande bestens bekannte Undercover Crew, Olaf Henning, Blue Cinnamon, Jürgen Bangert, Billy Boyz und zuletzt Sebastian Dühring, bei dem Neidl die Medienpromotion oder das Management übernimmt.

Die Agentur vergrößert sich. Fünf Jahre nach der Gründung kommt der Musikverlag „UN publishing“ hinzu. Eigene Lieder mit Künstlern, aber auch CDs für Unternehmen werden produziert und verlegt. Neidl: „Wir haben schwarz-gelbe Fußball-Songs kreiert. Etwa: Eins, zwei, Zauberei. Oder: Eine Mannschaft mit elf Spielern sowie 50 000 Borussen an der Spree. Nicht vergessen will ich: Steht auf für den BVB und Am Borsigplatz geboren. Das waren schon große Erfolge, die da gefeiert wurden.“

Bekannt wie ein „bunter Hund“

Uli Neidl ist in Lütgendortmund so bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“.

In Lüdo ist er geboren und zur Schule gegangen. Unweit des Volksgartens wohnt und arbeitet der 50-Jährige.

Der Dortmunder Stadtteil ist ihm wichtig; dafür setzt er sich ein. Aus diesem Grund ist Uli Neidl auch im Vorstand des Gewerbevereins „Aktiv im Ort“ tätig, um wichtige Entscheidungen hautnah mitzubekommen und reagieren zu können.

Neidls Ziel: Die Leerstände im Ortskern zu reduzieren.

Neidl baut parallel an Formate für Veranstaltungen. „It’s showtime“, „Casino Crazy Christmas Show“ oder die „Rock Pop Oldie Party in Lütgendortmund“ sind in Dortmund hinlänglich bekannt. Dazu betreut seine Agentur Firmen, Radio-Stationen und Verbände im Musik- und Eventbereich. Für ihn bis heute in bester Erinnerung: „Fußballspiele mit der WDR-Lokalzeit im damaligen Bochumer Ruhrstadion und das 15-jährige Bestehen des Casinos Hohensyburg mit Ute Lemper im Jahr 2000.“ Dazu kommen die Schnuppertage im Casino mit Showgrößen wie Atze Schröder, Jeanette Biedermann und Hitparaden-Kultmoderator Dieter-Thomas Heck. Wo sieht Uli Neidl den Schlüssel für seinen beruflichen Erfolg? „Durchhaltevermögen, Verlässlichkeit, Loyalität und die Gabe, an seine Ziele zu glauben“, kommt die spontane Antwort. Überdies sei es enorm wichtig, „Personen zu treffen, die mir über Jahre geholfen haben“. In den ersten knapp 20 Jahren eilt Neidls Agentur von Erfolg zu Erfolg. Dann muss er erkennen: Der Job in der Musikbranche hat auch seine Schattenseiten. Davon kann der zweifache Familienvater nunmehr ein Lied singen.

Großartige Zeit ist lange vorbei

„Natürlich gab es Zeiten, wo ich ordentlich was auf die Mütze gekriegt habe. Plötzlich sind wichtige Ansprechpartner in Marketing-Abteilungen nicht mehr da, kündigen Künstler kurzerhand ihre Verträge, weil sie das Heft selbst in die Hand nehmen wollen.“ Uli Neidl sieht irgendwann ein, dass es in seinem Beruf keine Beständigkeit mehr gibt. „Plötzlich,“ so Neidl, „gerät der Medienmarkt riesig in Bewegung. Plötzlich verändern sich viele Dinge – bedingt durch das Internet. Plötzlich macht jeder auf einmal Events. Diese Entwicklung war und ist für eine Agentur alles andere als positiv. Da denkt man schon darüber nach, die Brocken hinzuwerfen.“

Auch wenn die „großartige Zeit der 80er und 90er Jahre“, für das Lütgendortmunder Urgestein lange vorbei ist: „Unterkriegen ist nicht. Das lässt mein Ehrgeiz gar nicht zu.“

Norbert Jacobs

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