Wasserschaden vertreibt Mieter aus ihrer Wohnung

Pitsch, pitsch, pitsch. Das einzige Geräusch, das derzeit in der Wohnung der Familie Schorn aus dem Ritsartweg 5 zu hören ist, ist das monotone Klatschen von Wassertropfen, die von der Decke in darunter aufgestellte Eimer fallen. Und zwei Wochen lang unternimmt die Deutsche Annington - nichts.

Nette.. Der Grund für den Wassereinbruch: Ein Heizungsschaden in der leer stehenden Wohnung darüber, den die Vermieterin, die Deutsche Annington, auch nach über zwei Wochen bislang nicht beseitigt hat. "An ein Wohnen ist hier nicht mehr zu denken", ärgert sich Christian Schorn, "daher sind meine Frau und ich mit unseren drei kleinen Kindern zu meinen Schwiegereltern gezogen."

Leitungen gekappt

So dramatisch wie es im Moment ist, so harmlos begann die ganze Geschichte am 10. Mai. Da bemerkten die Schorns, dass sich in ihrer Küche Wasserflecken unter der Decke bildeten. "Natürlich haben wir sofort die Deutsche Annington verständigt", betont der 35-Jährige. Daraufhin sei auch ein Handwerker von der TGS, einem Tochterunternehmen der Annington, gekommen.

"Der hat dann einen Versorgungsschacht frei gelegt und die Wasserleitungen zur Wohnung nach oben gekappt", erinnert sich der Familienvater. "Er meinte, damit wäre das Problem wohl erledigt. In die Wohnung oben ist er nicht gegangen."

Den Grund dafür, dass ihr Mitarbeiter diese Wohnung nicht in Augenschein genommen hat, liefert eine Annington-Sprecherin auf Anfrage: "Es ist richtig, dass die Wohnung leer stand, allerdings bestand noch ein gültiger Mietvertrag. Da uns dieser Mieter nicht über seinen Auszug informiert hatte, durften wir die Wohnung auch nicht betreten." Daher sei nur die gängige Erstsicherungsmaßnahme durchgeführt worden.

Wasserflecken

Verhängnisvoll. Denn bereits einen Tag später begann es von der Küchendecke zu tropfen und auch in den anderen Räumen begannen sich Wasserflecken unter der Decke zu bilden. "Erst im Kinderzimmer unseres Sohnes, dann im Wohnzimmer und zuletzt im Kinderzimmer unserer Kleinsten."

Mehrfach versuchte Christian Schorn daraufhin, über die Service-Nummer der Annington das Unternehmen dazu zu bewegen, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Vergeblich. "Als ich sagte, dass ich ausgezogen sei, teilte man mir am Telefon nur mit, dass man wegen ein bisschen Wasser doch nicht gleich ausziehen müsse."

Frist verstrichen

Das sieht Schorn allerdings anders. "Mein Sohn hat Asthma, da blieb uns ja nichts anderes übrig."
Weil sich nichts tat, schaltete das Ehepaar am 18. Mai dann einen Anwalt ein. Doch selbst die in einem Fax vom Anwalt gesetzte viertägige Frist ließ das Unternehmen verstreichen.

Warum, darüber lässt sich nur spekulieren, denn der durch die Untätigkeit entstandene Schaden wird der Annington einen erheblichen Betrag kosten. "Trotz aller Versprechen auf der letzten Aktionärsversammlung scheint das Krisenmanagement bei der Annington noch immer nicht richtig zu funktionieren", glaubt Tobias Scholz vom Mieterverein. "Offensichtlich fehlen dem Unternehmen immer noch personelle Ressourcen."

Zeitnaher Umzug

Erst nachdem sich Christian Schorn am Dienstag verzweifelt an diese Zeitung gewandt hat, kommt Bewegung in die Sache, wie der 35-Jährige in einem Telefongespräch gestern mitteilte. "Gerade war eine Abordnung der Annington hier, die unsere Wohnung in Augenschein genommen hat", gab er an. Die habe festgestellt, dass die Wohnung der Schorns vorübergehend nicht mehr bewohnbar sei.

Daher wolle man den Schorns nun schnell helfen, verspricht die Unternehmens-Sprecherin: "Es gibt eine vergleichbare Wohnung in einem Haus gegenüber, die am Montag frei wird. In die können die Schons einziehen. Die Kosten für den Umzug übernehmen wir in diesem besonderen Fall auch", schließt sie.