Von Barock bis Rockoratorium
21.01.2011 | 17:34 Uhr 2011-01-21T17:34:00+0100
Bodelschwingh. Margret Aßheuer war ein junges Mädchen, 17 Jahre alt, als sie 1957 zum Kirchenchor St. Cäcilia stieß – hineingelotst von Dirigent Clemens Neudenberger, damals ihr Klavierlehrer. Aßheuer blieb dem Chor treu. Und natürlich wird sie auch am kommenden Sonntag, 23. Januar, ab 11 Uhr mitsingen: Dann feiert St. Cäcilia 100-Jähriges – mit großer Festmesse.
Im Beisein von Weihbischof Hubert Berenbrinker wird die Cäcilienmesse op. 200 von Robert Führer zelebriert. Musikalisch begleitet werden die Chorsängerinnen und -sänger von Julia Grüter (Solosopran) und Wolfgang Hohmann an der Orgel. Anschließend feiern die Chormitglieder ihr Jubiläum bei einem Empfang im katholischen Gemeindezentrum am Rohdesdiek 6. Der Andrang wird sicherlich groß sein. Derzeit laufen die Vorbereitungen. Margret Aßheuer, seit elf Jahren Vorsitzende des Chors, freut sich schon. Im Vorfeld nahm sie sich jetzt, gemeinsam mit Kassierer Manfred Hotzwik und Chorleiterin Elisabeth van Haren, die Zeit, um auf die Entwicklung von St. Cäcilia zurückzublicken.
Und insgesamt, erzählt Margret Aßheuer, „haben wir immer Glück gehabt mit unseren Chorleitern“. Sie hat einige kommen und gehen gesehen – ebenso wie Ursula Kiese, Margret Schnier und Karin Trottenberg, die auch seit über 50 Jahren im Chor dabei sind. Mit Clemens Neudenberger, der sie 1957 in den Chor holte, sind für Aßheuer besondere Erinnerungen verknüpft. „Der hat mich motiviert.“ Keiner war hier so lange Dirigent wie Neudenberger – von 1948 bis 1977. Später übernahm Aßheuer die Aufgabe als Dirigentin selbst für zehn Jahre. Sie ist „mit Musik groß geworden“, gibt noch Unterricht für Gitarre und Mandoline. Schon ihr Großvater war Zupfmusiker.
Und dass die heutige Chordirigentin Elisabeth van Haren das Repertoire von St. Cäcilia seit 2006 etwas aufgepeppt hat und sich „Liedgut verändert“, findet sie gut: „Immer wenn ein neuer Chorleiter kommt, kommt ein frischer Wind rein.“ Eigene Vorstellungen. Und Margret Aßheuer hofft, „dass wir mit zeitgemäßer Musik junge Leute erreichen“. Denn auch dem Chor in Bodelschwingh/Westerfilde fehlt so ein klein bisschen der Nachwuchs. Früher waren hier meist über 40 Sängerinnen und Sänger aktiv – heute noch 15, davon fünf Männer. Einer davon ist Kassierer Manfred Hotzwik, seit 40 Jahren in Kirchenchören dabei und stimmlich ein Bass. Als er aus Schlesien in die hiesige Gemeinde kam, habe ihn Margret Aßheuer sofort „unter ihre Fittiche genommen“, meint er schmunzelnd.
Über den Chor sagt Elisabeth van Haren: „Sie sind stimmlich sehr ausgeglichen.“ Zudem aufgeschlossen für Neues: Zwar stehe bei Auftritten (rund ein Dutzend vor größerem Publikum pro Jahr) klassisches Repertoire weiter im Vordergrund – etwa Musik von Schubert, Mendelssohn-Bartholdy oder Bach. Aber bei Messen und gerade bei „speziellen Terminen“ neben den kirchlichen Hochfesten würden zunehmend „weltliche Sachen“ eingestreut. Da kommen dann schon mal die Comedian Harmonists zu Ehren – oder sehr rhythmische Stücke mit Begleitung. Grundsätzlich begrüßt van Haren, wenn bei Konzerten in einer Kirche alle musikalischen Facetten dargeboten werden – von Gospels bis Benjamin Britten oder Vivaldi, vom Rockoratorium bis zur barocken Festmesse. Und egal ob Stücke klassisch oder modern seien – für Margret Aßheuer bleibt „wichtig, dass es schön ist und ins Ohr geht“.
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