Vieles spricht für einen Neubau des Westbads

Die Zukunft des Dorstfelder Hallenbads steht noch immer in den Sternen. Am Mittwochabend präsentierte die Stadt die Ergebnisse der gutachterlichen Prüfungen. Wir stellen die drei Varianten gegenüber - und verraten, was die Dorstfelder Bürger denken.

Dorstfeld.. Rund 100 Bürger nahmen am Mittwochabend an der zweiten Informationsveranstaltung zur Zukunft des Dorstelder Hallenbads teil, das in vielen Bereichen erhebliche Mängel und einen fortgeschrittenen Zerfall aufweist. Die von der Stadt beauftragten Gutachter präsentierten drei Varianten inklusive Zeitplänen und Kostenprognosen (Ersteinschätzungen). Insgesamt besteht dringender Handlungsbedarf.

Variante 1: Sanierung des Hallenbads

  • Kosten: knapp 13 Millionen Euro (brutto)
  • Zeit: Planungs- und Bauzeit im besten Fall 40 Monate, davon etwa zwei Jahre Schließungszeit
Variante 2: Abriss und Neubau des Westbads am jetzigen Standort am Kortental
  • Kosten: rund 13 Millionen Euro bei einem 1:1-Neubau/Nachbau; 9 bis 11,5 Millionen Euro bei einer Optimierung der Kubatur (Bauwerksvolumen), zum Beispiel Optimierung der Hallenhöhe und Flächenopitmierung durch Bedarfsanalysen; in den Neubaukosten sind 700 000 Euro Abrisskosten enthalten;
  • Zeit: Planungs- und Bauzeit im besten Fall 40 Monate, davon etwa zwei Jahre Schließungszeit
Variante 3: Abriss und Neubau im Revierpark Wischlingen
  • Kosten; 5,4 Millionen Euro
  • Zeit: 15 Monate Bauzeit
  • Standort: das jetzige Sommerbecken im Revierpark Wischlingen; geplant sind ein Schwimmbecken und ein Lehrschwimmbecken (kein Kinderschwimmbecken)
Das empfiehlt der Gutachter

Der Gutachter empfiehlt die Variante "Neubau bei einer Optimierung der Kubatur". Sie sei preiswerter als der 1:1-Nachbau und würde auch eine wesentliche Reduzierung der Betriebskosten (Strom, Wärme), der Personalkosten und der Instandhaltungsmaßnahmen bedeuten.

Das wollen die Dorstfelder Bürger

Während der gesamten, in Teilen emotional geführten Diskussion wurde klar: Die Dorstfelder Bürger setzen sich nach wie vor für den Erhalt ihres Hallenbads am jetzigen Standort ein. Laut Anke Staar von den Stadteltern wurden dafür bereits rund 20 000 Unterschriften gesammelt. Besonders wichtig sind für sie die gute Erreichbarkeit am jetzigen Standort und die moderaten Eintrittspreise, die mit Rücksicht auf sozial Schwächere auf keinen Fall erhöht werden dürfen.

Für den Standort Wischlingen konnte sich kaum jemand erwärmen.

Bezirksbürgermeister Friedrich Fuß (Innenstadt-West): "Mir ist es wichtig, dass es in Dorstfeld ein Bad gibt. Möglichst an der jetzigen Stelle."

Hans Urbaniak, ehemaliger Ratsvertreter und Bundestagsabgeordneter: "Ich streite für dieses Bad bis zur letzten Minute. Es ist am richtigen Standort."

Ellen Kreis, Schulleiterin der Martin-Luther-King-Gesamtschule: "Wir brauchen für unsere Kinder viel Raum und viele Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung. Das Bad soll in Dorstfeld bleiben."

Behindertenbeauftragte Christiane Vollmer: "Unabhängig vom Standort wollen wir einen barrierenfreien Eingang für alle, eine gute ÖPNV-Anbindung und eine barrierefreie Erreichbarkeit ohne Angsträume."

Eine Mutter: Das Bad ist sehr familienfreundlich und liegt zentral, so dass größere Kinder es sicher erreichen können. Es muss erhalten bleiben."

Über die Zukunft des Westbads entscheidet der Rat. Wünsche, Anregungen und Ideen der Bürger sollen berücksichtigt werden. Weitere Informationsveranstaltungen sind geplant.