Das aktuelle Wetter Dortmund 11°C
Haus Hertastraße 2

Umbauarbeiten haben Tradition

23.10.2012 | 15:07 Uhr
Umbauarbeiten haben Tradition
Uli Wulff und Wilfried Kiepe vor dem Haus Hertastraße 2.Foto: Jochen Linz

Lütgendortmund. Seit 150 Jahren ist es ein fester Bestandteil des Ortsbildes, das Haus an der Hertastraße 2 in Lütgendortmund. Ein stolzes Alter, das allerdings keinen Stillstand bedeutet. Pünktlich zum runden Geburtstag ist es Vermieter Wilfried Kiepe gelungen, die im Jahre 2011 neu gestaltete Fassade am Haus durch das „Lütgendortmund Wappen“ zu ergänzen.

„Die Druckerei Wulff im Dorf war in der Lage, ein gefrästes Wappen zu produzieren“, freut sich Kiepe. Umbauarbeiten scheinen in diesem 150 Jahre alten Hause Tradition zu haben.

Haarschnitt für 50 Pfennige

„Am 12. Februar 1892 hat der damalige Eigentümer, mein Urgroßvater, der Schreinermeister Wilhelm Striebek, im damaligen Hause Wilhelmstraße 26 beim Polizeiamt zu Lütgendortmund um Einholung einer Bau-Erlaubnis gebeten“, blickt Wilfried Kiepe zurück. Im Erdgeschoss wurden die Deele, der Schweinestall und der Kuhstall zu Wohnraum umgebaut. Zur Südseite des Hauses befanden sich damals schon zwei Räume, die später als Ladenlokale genutzt wurden.

„Soweit ich mich erinnern kann, war im rechten Raum ein Seifenfachgeschäft und im linken Raum ein Friseurbetrieb untergebracht. Altlütgendortmunder kennen diese Anekdote bestimmt“, ist Kiepe überzeugt. „Als damals die Straßenbahnlinie 17 noch durch unser Dorf fuhr, stiegen die Fahrgäste am Amtshaus aus, besuchten den ,Blitzfriseur’ Kothe – ein Herren-Haarschnitt kostete damals 50 Pfennige – und konnten die Bahn bei Himmelmann wieder erreichen.“

Eigentum verpflichtet: Im Oktober 1953 nahm schließlich Großvater Louis Berkenkamp weitere Umbauarbeiten vor, die beiden Ladenlokale wurden zu einem Friseursalon umgebaut. Der erste Mieter eröffnete im Oktober 1954 sein Geschäft.

Modernisiertes Gesicht

Der Salon Franke zog in die Hertastraße 2 ein und war bis Dezember 1976 Mieter. Die damalige Inhaberin Christel Steffen konnte bei einer kleinen Jubiläumsfeier begrüßt werden. Zwei Mitarbeiter aus dem Salon haben sich hier nach langer Zeit wieder getroffen. Ebenfalls waren der Mietnachfolger Heinz Heese, der bis August 1991 Inhaber war, und der heutige Inhaber Dirk Siepmann anwesend.

„Im letzten Jahr habe ich zum 20-jährigen Geschäftsjubiläum die 59 Jahre alte Fassade des Hauses umgebaut und dem Gebäude ein neues Gesicht gegeben“, so Wilfried Kiepe. Zunftplatten am Haus schmücken nun den Eingangsbereich.



Kommentare
Aus dem Ressort
Gagfah schickt Mitarbeiter zu Mietertreffen in Westerfilde
Geplante Übernahme
Ein gutes Zeichen für Westerfilde? Nachdem in dieser Woche bekannt worden war, dass die Gagfah den Wohnungsbestand der Corestate übernehmen möchte, schickte der designierte neue Besitzer seinen Chef-Pressesprecher zum regelmäßigen Treffen des Mieterbeirates. Für den Beirat kam der Besuch...
Müll brannte in leerstehendem Haus
Eichenstraße
Rauchschwaden stiegen aus einem Lichtschacht: Die Feuerwehr wurde am Donnerstagnachmittag zu einem leerstehenden Haus in Dorstfeld gerufen. In dem Haus brannte Müll im Kellerbereich. Um das Feuer zu bekämpfen, mussten sich die Einsatzkräfte gewaltsam Zugang zum Haus verschaffen.
Im Schulte-Witten-Haus gibt's jetzt 10.000 Kinder- und Jugendbücher
Neue Präsenzbibliothek
Sie ist eine der größten Sammlungen ihrer Art in Deutschland: Mit 10.000 Büchern hat die neue Präsenzbibliothek für Kinder- und Jugendliteratur in Dorstfeld eröffnet. Im bislang ungenutzten Raum im Schulte-Witten-Haus können Schüler Lesungen besuchen oder in ihren Lieblingsbüchern schmökern. Möglich...
Nach Horror-Brand: So sieht es in der Dorstfelder Tiefgarage aus
1,5 Millionen Euro...
Acht Monate ist das verheerende Feuer her, bei dem elf Autos verbrannten - jetzt ist in der Tiefgarage an der Eichenstraße wieder der Alltag eingekehrt. 1,5 Millionen Euro hat der Spar- und Bauverein in die Immobilie gesteckt. Auf einigen der Kosten wird die Genossenschaft sitzen bleiben.
Protest gegen das Westbad-Aus
Dorstfelder Hallenbad
Sie hoffen alle, dass das Hallenbad in Dorstfeld nicht geschlossen wird: Hunderte Badegäste kamen am Dienstagabend ins Schwimmbad, um für den Erhalt des Bads zu protestieren. Dafür wurde extra ein Solidaritätsschwimmen veranstaltet. Wir zeigen die Bilder und ein Video der Aktion.
Fotos und Videos
Neonazis in Dortmund
Bildgalerie
Rechtsradikale
83 Kilometer Emscher
Bildgalerie
Aus der Luft
Zocken im U-Turm: Die Next Level Conference
Bildgalerie
Fotostrecke
Black Sabbath in Dortmund
Bildgalerie
Fotostrecke