Türke soll bei Einbürgerungs-Sprachtest gemogelt haben

Vor fast vier Jahren erhielt ein in der Türkei geborener Kiosk-Betreiber aus Huckarde seine Einbürgerungs-Urkunde. Offenbar hatte der 40-jährige Familienvater jedoch bei der Antragstellung nicht mit offenen Karten gespielt. Jetzt muss er eine Geldbuße von 900 Euro bezahlen. Das hat das Landgericht entschieden.

Huckarde.. Die entscheidende Frage lautet: Hat der Angeklagte im Januar 2011 tatsächlich einen Deutsch-Test erfolgreich abgeschlossen oder ist die Urkunde das Papier nicht wert, auf das sie gedruckt wurde? Ein damaliger Mitarbeiter der betreffenden Sprachschule belastet den heute 40-Jährigen jedenfalls schwer. In zahlreichen Fällen habe er einbürgerungswilligen Ausländern bei der Beantwortung der Testfragen unter die Arme gegriffen, gab der Zeuge zu. Der Angeklagte gehöre auch zu der Gruppe, die das Zertifikat sozusagen geschenkt bekommen hätten.

Bruchstückhafte Deutschkenntnisse

Der Kiosk-Betreiber will davon jedoch nichts wissen. "Ich habe den Test alleine gemacht. Keiner hat mir geholfen", sagte er im Prozess. Sein Problem wurde jedoch sehr schnell offensichtlich: Bis heute beherrscht der Mann die deutsche Sprache lediglich bruchstückhaft. "Erschreckend" nannte Richter Thomas Gessert die in der Verhandlung dargebotenen Sprachkenntnisse.

Aberkennung der Staatsbürgerschaft?

Mit der Einstellung des Strafverfahrens gegen Zahlung von 900 Euro erklärte sich der Angeklagte dann auch sehr schnell einverstanden. Ob er jetzt noch nachträglich mit der Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft rechnen muss, ist noch nicht entschieden.