„Tag des Liedes“ vor dem Aus?
03.02.2012 | 19:16 Uhr 2012-02-03T19:16:00+0100
Bodelschwingh. Bodelschwingh.Der „Tag des Liedes“ - aus Bodelschwingh eigentlich nicht wegzudenken - steht vor dem Aus. 42 Jahre lang haben die Chöre am Himmelfahrtstag eines jeden Jahres auf der großen Wiese im Schlosspark viele Besucher mit ihrem musikalischen Repertoire erfreut. Doch zum guten Schluss fanden sich für die vielfältigen Aufgaben immer weniger Helfer.
Der „Tag des Liedes“ - aus Bodelschwingh eigentlich nicht wegzudenken - steht vor dem Aus. 42 Jahre lang haben die Chöre am Himmelfahrtstag eines jeden Jahres auf der großen Wiese im Schlosspark viele Besucher mit ihrem musikalischen Repertoire erfreut. Doch zum guten Schluss fanden sich für die vielfältigen Aufgaben immer weniger Helfer.
In der vergangenen Woche beschäftigten sich die Vorstände der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Tag des Liedes“ mit diesem brisanten Thema. Die AG- - bestehend aus den Chören MGV Frohsinn Bodelschwingh, Gemischter Chor Westerfilde und Quartettverein Sangesfreunde Westhausen unter der Leitung des Mengeder Heimatvereins - war vor zwei Jahren u.a. mit dem Ziel angetreten, ehrenamtliche Kräfte zu bündeln und diese am Veranstaltungstag gezielt einzusetzen. Manfred Stolle, Chef der Sangesfreunde Westhausen: „Unsere Chöre konnten diese Aufgaben, die sie noch vor einigen Jahren wechselweise mit eigenen freiwilligen Helfern übernahmen, wegen fehlenden Nachwuchses allein nicht mehr wahrnehmen.“ Die anfallenden Aufgaben im Rahmen des jährlichen Chor-Events, ließ der 73-Jährige weiter wissen, seien nicht von Pappe: „ Stromkabelverlegung und Frischwasserversorgung, Auf- und Abbau von Zelten und Pavillon, dazu Getränkestand sowie Kuchentheke und Grillplatz. Das ist schon eine Menge. Und wir sind schon lange nicht mehr die Jüngsten.“
Erschwerend kam hinzu, so Stolle, dass „die stets willkommenen Jagdhornbläser des Deutschen Teckelclubs im vergangenen Jahr Ausfälle wegen Krankheit und Todesfall verkraften und den Auftritt im Schlosspark absagen mussten.“ Am Ende, erinnerte Stolle, seien lediglich noch wenige beheimatete Chöre zur Gestaltung dieses Tages übriggeblieben. Der passionierte Sänger bedauert die Entwicklung um den „Tag des Liedes“. Zumal die Besucher „immer noch gern zu unserem Westerfilder/Bodelschwingher Volksfest kommen. Aber auch ihnen ist natürlich die immer geringere Chorzahl aufgefallen ist“, sagt Stolle.
Doch was ist zu tun? Silberstreif am Horizont: Durch eine Initiative des Landeschorverbandes NRW, weiß Stolle, werde in den Kindergärten und -tagesstätten wieder häufiger gesungen. Seine zweite Hoffnung: „Unsere Chorakademie in der Innenstadt am neuen Konzerthaus ist ja wohl die größte Kinder- und Jugendchor-Ausbildungsstätte Europas. Das sind fürwahr gute Perspektiven. Für die Zukunft. Aber nicht für die Gegenwart. Wir nämlich können davon nicht mehr profitieren. Uns gehen die Helfer aus.“ Für Friedhelm Stolle kam das Ende der beliebten Traditionsveranstaltung somit auch nicht überraschend. „In diesem Jahr wird es definitiv keinen Tag des Liedes geben. Mal sehen, was die Zukunft bringt.“

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