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Neubaugebiet Limbecker Straße

Straßenname erinnert an den Amtsrendanten Heinrich Schildwächter

24.02.2013 | 08:15 Uhr
An der Beerdigung von Heinrich Schildwächter im Februar 1932 hat die Lütgendortmunder Bevölkerung großen Anteil genommen.
An der Beerdigung von Heinrich Schildwächter im Februar 1932 hat die Lütgendortmunder Bevölkerung großen Anteil genommen.Foto: Archiv Mohrenstecher

Lütgendortmund.  Eng verknüpft mit der Geschichte des Ortsteils ist der neue Name der Erschließungsstraße zum Neubaugebiet an der Limbecker Straße: Die Heinrich-Schildwächter-Straße erinnert als jüngste Wohnstraße Lütgendortmunds an einen Pionier.

Sie ist die jüngste Wohnstraße in Lütgendortmund und so neu, dass sie selbst auf Internet-Karten nicht verzeichnet ist. Dabei hat sie einen Namen, der sich anhört, als gebe es sie schon seit hundert Jahren: Die Heinrich-Schildwächter-Straße, die Erschließungsstraße zum Neubaugebiet an der Limbecker Straße.

Reichhaltige Geschichte

Lütgendortmund hat eine reichhaltige Geschichte, die von vielen Menschen geprägt wurde, die es verdient hätten, in Erinnerung zu bleiben. In ihrer Sitzung vom 13. September 2012 sorgte die Bezirksvertretung Lütgendortmund dafür, dass eine weitere Persönlichkeit durch einen Straßennamen in Erinnerung bleibt: Heinrich Schildwächter.
Heimatforscher Wilhelm Mohrenstecher hat recherchiert und herausgefunden, dass Lütgendortmund die Wirkungsstätte eines Pioniers war. Heinrich Schildwächter war als Rendant (Kassenvorsteher) des Amtes Lütgendortmund Mitinitiator zahlreicher kommunaler Infrastruktureinrichtungen im Bezirk, Turner und Turnerfunktionär sowie Mitglied des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Lütgendortmund.
Rendant der Kassen
Der 1859 in Homberg/Alsfeld geborene Schildwächter begann seine berufliche Laufbahn 1877 an der staatlichen Steuerkasse Dortmund. 1879 wurde er Verwalter und 1888 Rendant der Kassen des Amtes Lütgendortmund.

Heinrich Schildwächter war Anhänger der Turnerbewegung und wurde 1888 Mitglied des Turnvereins Eintracht in der Lütgendortmund. Dort übernahm er Verantwortung zunächst als Turnwart, dann als 2. Vorsitzender und von 1898 bis 1912 als Vorsitzender.
Turnwart und Geschäftsführer
Heinrich Schildwächter engagierte sich auch überregional als Bezirksturnwart, 1885 als Geschäftsführer und 1901 als Gau- bzw. Ehrengauvertreter des Hellweg-Märkischen Turngaus mit damals 8500 Mitgliedern.
Beruflich wirkte er 1889 bei der Gründung der "Vereinigung der Kommunalrendanten" im Regierungsbezirk Arnsberg mit, die heute noch als "Fachverband der Kommunalkassenverwalter" existiert.
Volksgarten-Initiator
1893 war er einer der Initiatoren zur Errichtung des Evangelischen Krankenhauses Lütgendortmund. Seine Pionierarbeit fand weitere Höhepunkte, 1893 in der Gründung der Amtssparkasse Lütgendortmund, 1898 in der Förderung der Schaffung des Lütgendortmunder Volksgartens und im Vorstand der Gewerbebank, der heutigen Volksbank Dortmund NordWest.

Als Heinrich Schildwächter am 10. Februar 1932 in Lütgendortmund starb, folgten viele Hundert Menschen seinem Sarg.
Pferde-Omnibus

  • Wilhelm Mohrenstecher entdeckte bei seinen Nachforschungen, dass Heinrich Schildwächter als Amtsrentmeister für die Kirchengemeinde und für seine Turner Ausflüge mit dem Pferde-Omnibus zu naheliegenden Ausflugszielen oder mit dem Zug für mehr als hundert Personen an den Rhein oder die Mosel organisierte.
  • Gemeinsam mit Nachfahren Schildwächters enthüllte Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp das Straßenschild mit Legende an der Heinrich-Schildwächter-Straße.

Von Holger Bergmann

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