St. Josef mixt Gospel mit Dixieland
18.09.2012 | 16:42 Uhr 2012-09-18T16:42:00+0200
Kirchlinde. Es ist ein ehrgeiziges Projekt: Der Kirchenchor St. Josef in Kirchlinde probt für ein Konzert, bei sich musikalisch Gospel und Dixieland treffen – und sucht durchaus noch Mitsänger.
„Schubidu, Schubidu“ - singend kreisen die Sänger durch die Stuhlreihen im Saal vom Thomas-Morus-Haus in Kirchlinde. Lockerungsübungen. „Setzen sie sich einfach mal zu den Sängern, zu denen sie noch nicht du sagen“, bittet Elisabeth van Haren. Sie will damit die Gemeinschaft, die Zugehörigkeit aller, im Kirchenchor St. Josef fördern.
Ein ehrgeiziges, neues Projekt ist seit Anfang September in Vorbereitung. „Gospel meets Dixieland“ heißt es. Dazu hat sich der aus 45 aktiven Mitgliedern bestehende gemischte Chor der Gemeinde um 17 zusätzliche Sänger vergrößert. Gut zwei Monate dauern die Vorbereitungen für die geplanten Auftritte am 3. und 4. November. Dazu ist Disziplin und Ausdauer gefragt. Doch auch Freude, der Spaß am Gesang, sind wichtige Voraussetzungen.
Die Stuhlrunde ist vorbei. Jetzt geht’s an die Arbeit. Der Song „Deep River“ steht auf dem Probenplan. Leiterin Elisabeth van Haren sitzt am Klavier. Erst sind die Sopran-Stimmen dran, dann der Bass, die Alt-Stimmen, die Tenöre. „Am Anfang muss tiefe Traurigkeit ins Lied gelegt werden“ - lebhaft, beinahe bildhaft, schildert und erläutert Elisabeth van Haren den Text. „Dann muss es freudiger, heiterer werden so nahe am Ziel auf dem Weg ins gelobte Land.“ Die Tenöre zum Beispiel, ermahnt sie freundlich, aber bestimmt „in die Stimmen mehr Charme und Wärme zu legen“.
Bei „Jesus, Jesus, Majesty“ sollen wenig später die Sänger den Takt mit dem Finger schnipsen, „einfach locker aus dem Arm heraus“. Brav folgen die Sänger. „Ich kann nicht mehr schnipsen“, flüstert eine ältere Sängerin ihrer Nachbarin zu: „Irgendwie klappt das nicht mehr“. Doch sie versucht tapfer, den Takt zu treffen…. Da ist es bei dem Klassiker „O happy Day“ schon einfacher. Ein viel gehörter Klassiker, der bei diesem Probenabend „versuchsweise“ schon mal durchgesungen wird.
Elisabeth van Haren singt seit dem 4. Lebensjahr im Chor, spielt Orgel, Klavier, Gitarre und lernt Querflöte und Saxophon. Sie hat das C-Examen als Kirchenmusikerin an der Bischöflichen Kirchenmusikschule absolviert und ist hauptberuflich Diplom-Psychologin.
Der Kirchenchor tritt nicht nur bei Gottesdiensten auf, sondern bietet eigene Programme oder singt bei der Kirchlinder Woche.
Proben finden montags von 19.45 bis 21.30 Uhr im Thomas-Morus-Haus statt. Neue Sänger sind willkommen.
Kirchenchor und Projektsänger haben noch viel Arbeit vor sich, bis alle acht Songs perfekt sitzen. „Am 6. Oktober gibt es einen ganzen Probentag“, kündigt die Leiterin an. Erwartet werden dazu dann weitere 30 Sänger vom Chor der Emmaus-Gemeinde aus Bochum-Weitmar und die Dixieband „Hampittels“. Alle gemeinsam wollen das musikalische Ergebnis am 3. November in der Emmaus-Kirche in Bochum-Weitmar und am 4. November in der Kirche St. Josef in Kirchlinde (Beginn jeweils um 17 Uhr) präsentieren.
Im Projektchor singen Mitglieder im Alter zwischen 10 und 82 Jahre. „Projekte sind ein Weg, um Nachwuchs für unseren Chor zu finden und nachhaltig zu sichern“, glaubt Diakon Beda Breidung - und wird vom guten Zulauf bestätigt.
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