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Deusenberg

Siedler lehnen Solaranlage ab

10.02.2012 | 18:13 Uhr
Siedler lehnen Solaranlage ab
Der Siedlerchef von Deusen, Reiner Schramowski, kritisiert die Solarpläne auf dem Deusenberg. Foto: Jochen Linz

Deusen.   Wir wollen keine Photovoltaik-Anlage auf dem Deusenberg“, stellt Reiner Schramowski fest. Stromerzeugung aus Sonnenlicht – das ist für den Sprecher der Siedlergemeinschaft Deusen wie der Versuch, Ananas in Sibirien anzupflanzen.

„Wir wollen keine Photovoltaik-Anlage auf dem Deusenberg“, stellt Reiner Schramowski fest. Stromerzeugung aus Sonnenlicht – das ist für den Sprecher der Siedlergemeinschaft Deusen wie der Versuch, Ananas in Sibirien anzupflanzen. „Als Ullrich Sierau noch Baudezernent war, hat er uns etwas anderes versprochen“, erinnert sich Schramowski. Eine Inline-Skater-Bahn für die Jüngeren und sogar ein Sessellift für Senioren seien im Gespräch gewesen.

Energie für mehrals 950 Haushalte

Inzwischen haben sich Stadt und EDG anders entschieden: Auf dem vier Hektar großen Plateau des Deusenbergs sollen zahlreiche Module Sonnenlicht einfangen und es in elektrischen Strom umwandeln. Eine Bietergemeinschaft aus den Firmen Solarplus, die in Dortmund schon mehrere Sonnenkraftwerke betreibt, und der Hamburger Sun Energy Europe haben den Zuschlag erhalten. Beide Unternehmen haben das Projekt den Huckarder Bezirksvertretern vorgestellt. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im März sollen die Anwohner dann detailliert informiert werden.

Rund vier Millionen Euro wollen Solarplus und Sun Energy Europe auf den beiden Altdeponien in Deusen und Grevel investieren. „Auf knapp sieben Hektar Fläche (vier davon in Deusen, d. Red.) können jährlich etwa 2850 Megawattstunden Sonnenstrom erzeugt werden“, erklärt Solarplus-Geschäftsführer Stefan Schlepütz. „Genug Energie für mehr als 950 Haushalte.“ Demnächst sollen Probebohrungen darüber Auskunft geben, ob die Solarstrom-Anlage mit Hilfe großer langer Schrauben oder eines Betonfundaments im Boden verankert wird. „Wenn der Startschuss erteilt wird, sind wir in drei Monaten mit dem Bauen fertig“, verspricht Solarplus-Chef Schlepütz. Den Wechselrichter, der notwendig ist, um den solaren Gleichstrom in haushaltstauglichen Wechselstrom zu verwandeln, will das Unternehmen zentral auf dem Gelände errichten.

Auch Annegret Meyer (DUW) fragt sich, ob durch die Anlage der Deusenberg nicht als Naherholungsgebiet beeinträchtigt wird. „Alles bleibt erhalten: Wege, Aussichtspunkte, Parkplatz und die Mountainbike-Strecke“, beruhigt Friedrich Hartmann (EDG).

Ursula Hawighorst-Rüßler von den Grünen begrüßt das Sonnenkraftwerk, befürchtet jedoch Vandalismus. Solarplus-Chef Schlepütz: „Ein Industriezaun wird die Anlage schützen.“ Außerdem seien die Module gegen mutwillige Zerstörung versichert. Zudem gebe es auch für die Feuerwehr im Brandfall keine Probleme.

Die Module kommen übrigens nicht aus Deutschland, sondern aus China, beantwortet Schlepütz eine Frage von SPD-Fraktionschef Gerhard Hendler. „Der Preisdruck ist zu hoch.“ Und nur ein bis zwei Mitarbeiter seien für den Betrieb notwendig, heißt es.

Sebastian Schulte

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Kommentare
12.02.2012
21:51
Siedler lehnen Solaranlage ab
von frankclaus | #7

Solarkraftwerk in Deusen - ja bitte!

Als Mitglied der Deusener Siedlergemeinschaft waren wir entsetzt, den Beitrag über die Auffassung unseres Sprechers Reiner Schramoswki. Wir finden es gut, wenn ein Solarkraftwerk auf dem Deusenberg entsteht. Wir sind dafür, erneuerbare Energien zu fördern. Wir machen uns keine Sorgen über eingeschränkte Lebensqualität. Wir sehen wunderbare Möglichkeiten, das Solarkraftwerk als Beitrag für Lebensqualität und Umweltschutz in Dortmund Deusen zu betreiben. Wir haben keine Sorgen, dass der Deusenberg nicht mehr für Naherholung zur Verfügung steht.

Und wir finden das Solarkraftwerk viel viel besser als die Steinkohlenkraftwerke in Lünen und Datteln, die vom Deusenberg so prima zu sehen sind. CO2-freie Energieerzeugung ohne Luftverschmutzung statt klimaschädlicher Steinkohleverstromung!

Eine lärmarme Nutzung wie ein Solarkraftwerk ist eine schöne Möglichkeit, die riesigen Flächen der alten Deponie gut zu nutzen. Wir würden uns freuen, wenn das weit bekannt gemacht würde und daraus ein Anziehungspunkt entstünde: Für Schulen, Erwachsene, Neugierige. Dazu sollte die Anlage in Teilen zugänglich sein, die Leistungsdaten laufend transparent machen und wenn die Deusener einen speziellen Deusenbergtarif bekämen - toll!

Und wir möchten gern auch wirtschaftlich davon profitieren. Wird es einen Bürgxerfonds geben, bei dem wir uns mit einigen Euro beteiligen können? Bei einer Fläche im Eigentum der Gemeinschaft Stadt Dortmund halten wir das schon fast für selbstverständlich.

Nur eine Anregung zum Schluss: Meist enthalten Solarmodule aus China im Unterschied zu europäischen Produkten das Schwermetall Cadmium. Hier würden wir uns Sorgen machen, dass nach Ende der Betriebszeit Cadmium über Recycling in die Umwelt gelangt. Sind europäische Solarmodule mit Recyclinggarantie in der Summe wirklich günstiger als die chinesische Variante?


Dr. Frank Claus
Angelika Wörle-Gremler
Dortmund - Deusen

11.02.2012
12:29
Biogas und Photovoltaik sehe ich in Deutschland sehr Kritisch
von xxyz | #6

Biogas wird immer stärker Großindustriell produziert. Hierfür werden viele landwirtschaftlich genutzte Fläche benötigt. Hier konkurriert Energieerzeugung mit Nahrungserzeugung!

Photovoltaik lebt nur von den hohen deutschen Subventionen. Der Durchschnittsbürger subventioniert über die Stromrechnung die Investitionen einer Oberschicht. Ebenso wird der Strom immer teurer, was Industrielle Arbeitsplätze vernichtet. Auf die Feuergefahr möchte ich jetzt nicht eingehen.

D.h. Solarstrom ist ein privatwirtschaftliches Investment, das sich nur rechnet, wenn viele Menschen eines subventionieren. Arm zahlt für Reich. Der Rest der Republik für Bayern, da dort die meisten Subventionen hinfließen.

Windernergie scheint die beste Wirtschaftlichkeit zu haben. Dennoch müssen Abstände zur Wohnbebauung eingehalten werden. Dass Menschen beim Schattenschlag und bei der Schallemission wahnsinnig werden, kann ich nachvollziehen. Insgesamt ist Windernergie wohl die sinnvollste Alternative.

11.02.2012
11:11
Ob Biogas,...
von bolla | #5

... Windenergie, Photovoltaik - wenn es um konkrete Maßnahmen in Sichtweite seines eigenen Blickwinkels geht, setzt eben der Egoismus ein und der Sachverstand aus.

11.02.2012
09:52
Siedler lehnen Solaranlage ab
von schmitzi | #4

@2: Wieso auf Kosten der Allgemeinheit? Es ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass den Strom mit ihren Solaranlagen erzeugt und auf dem Markt absetzen muss. Für die Nutzung der Deponien werden sie eine Pacht an die EDG zahlen, der diese gehören.

Ich finde es klasse, dass umweltverträglicher Strom für immerhin 950 Haushalte erzeugt wird. Und da finde ich die Argumente des Vorsitzenden der Siedler für nichtig. Das ganze stört niemanden, macht keinen Lärm, steht auch nicht in der Siedlung. Die vorhandenen Flächen für die Freizeit bleiben ja wohl erhalten.

11.02.2012
01:26
Siedler lehnen Solaranlage ab
von dortmunder2012 | #3

leute....wenn wir nur made in germany einbauen..was wäre wenn das ausland auch so denkt??? deutschland lebt und überlebt dank EXPORT..also andere kaufen unsere sachen. also wohl kein problem wenn wir auch mal in china kaufen oder`??

und umweltfreundlich fast 1000 haushalte versorgen....das können ernsthaft nur ewig gestrige verhindern wollen.

10.02.2012
22:36
@1: Hauptsache der kleine Mann finanziert den Solarschwachsinn
von xxyz | #2

Wenn die chinesischen Solarmodule das beste Preis-/Leistungsverhältnis haben, macht es sinn, sie auch einzusetzen. Aber nicht in Deutschland, sondern da, wo Sonne dauerhaft scheint.

Für den Solarquatsch, mit dem ein paar Vermögende ihren Lebensabend auf Kosten der Allgemeinheit und der Industrie finanzieren, sollte dieses Naherholungsgebiet nicht aufgegeben werden. Dann lieber ein paar Rotoren.

10.02.2012
19:54
Nicht die Mehrheit der Siedler lehnt Solaranlage ab, sondern nur der Herr Schramowski!
von eksom | #1

Es gehört zur Basisdemokratie, erst alle Bürger/Innen abstimmen zu lassen, bevor einzelne Personen/Interessengruppen einseitige und manipulierte Äußerungen zu einem Thema abgeben, ohne die Grundlagen der Photovoltaik genau zu kennen!

Herr Schramowski ist emotional dagegen, weil der ehemalige Baudezernent Sierau (uns unser heutiger Bürgermeister!) ihm in der Vergangenheit etwas versprochen, aber dieses Versprechen nicht eingehalten haben soll!

So eine Begründung ist nicht tolerierbar und akzeptabel!
Wenn wir immer alles ablehnen, weil uns bestimmte Politiker/Innen bestimmter Parteien immer wieder regelmäßig "anlügen", oder irgendein Versprechen aus der Vergangenheit nicht einhalten, dann müssen wir eben bei den nächsten Wahlen legitimerweise anders wählen! Oder vorher schon schriftliche Verträge vereinbaren uns Versprechungen rechtlich absichern!

Wir wissen nicht, was und wann Herr Sierau dem Herrn Schramowski in der Vergangenheit versprochen hat, aber heute ist Gegenwart und es geht um die Zukunft. Solar- und Windkraftwerke sind nun einmal die Zukunft!

Photovoltaikzellen aus China sollten aber hier nicht eingesetzt werden, da diese in China zu Dumping-Preisen und mit Sklavenarbeit hergestellt und dann nach Europa unter Selbstkosten verkauft werden.

Photovoltaik ja, aber bitte nur mit Qualitätsprodukten Made in Germany.

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