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Schild warnt vor Giftködern — als Abschreckung erlaubt?

23.10.2014 | 10:58 Uhr
Schild warnt vor Giftködern — als Abschreckung erlaubt?
Dieses Schild soll verhindern, dass ein Vorgarten in Oestrich zum Hundeklo wird.Foto: Heimann

Dortmund.  "Giftköder zur Hundeabwehr ausgelegt!" — dieser Satz steht auf einem Schild in einem Vorgarten in Dortmund-Oestrich. Zur Beruhigung: Dort liegt nicht wirklich Gift. Aber ist eine solche Abschreckung erlaubt? Und was hilft wirklich, damit der Vorgarten nicht zum Hundeklo wird?

Wenn der Garten zum Klo der Hunde aus der Nachbarschaft wird, kann das manchem Hausbesitzer stinken. So wurde auch der gepflegte Vorgarten eines Paars aus dem Dortmunder Westen in den vergangenen Jahren wiederholt als Hundeklo missbraucht. Nichts habe geholfen, sagt die Hausbesitzerin, keines der üblichen Verbots-Schilder habe die Hundebesitzer davon abgehalten, ihre Tiere auf den Rasen machen zu lassen.

Um sich vor ungeliebten "Tretminen" zu schützen, haben die Hausbesitzer aus Oestrich zu dem Schild gegriffen. Nun hat das Ehepaar nicht wirklich toxische Leckerchen auf seinem Grundstück verteilt. Darum ist an dem Schild rechtlich auch nicht zu rütteln.

Wortlaut ist nicht strafbar

Das bestätigten sowohl Ordnungsamt und Polizei als auch Juristen. "In diesem Fall ist das nicht strafbar", erklärt Polizeisprecherin Amanda Kolbe. Allerdings gelte das nur für den Wortlaut dieses Schilds. Über andere Inhalte müsste im Einzelfall entschieden werden.

Doch sind solche Schritte überhaupt notwendig? Unsere sieben Tipps gegen Hundeklos, von sanft bis spannungsgeladen:

  1. Hinweis-Schilder sind ein probates Mittel. Allerdings sollten die inhaltlich anders ausgestaltet werden als das in Oestrich. Etwa: "Dies ist kein Hundeklo, macht euer Geschäft anderswo".
  2. Auch ein Zaun in entsprechender Höhe kann Hunde abhalten, das Grundstück zu betreten.
  3. Erwischt man den Halter in flagranti, sollte man ihn höflich auf sein Vergehen aufmerksam machen und an seine Vernunft appellieren.
  4. Bei unverbesserlichen Wiederholungstätern möglichst ein Foto von der Tat schießen und ans Ordnungsamt weitergeben. Dem Verursacher droht ein Verwarngeld von rund 50 Euro.
  5. Es gibt diverse Mittelchen im Zoofachhandel, die den empfindlichen Nasen der Vierbeiner gar nicht gefallen. Allerdings schwächt Regen die Wirkung deutlich ab.
  6. Im Fachhandel sind auch elektronische Geräte erhältlich, die versprechen, Hunde durch Geräusche im Hochfrequenzbereich fernzuhalten.
  7. Elektrische Weidezäune. Diese Zäune (wie an Weidekoppeln) erzeugen regelmäßige Stromstöße. Diese Impulse im Millisekundenbereich wirken abschreckend, sind aber für Mensch und Tier ungefährlich.

Nils Heimann

Kommentare
18.08.2015
12:58
Schild warnt vor Giftködern — als Abschreckung erlaubt?
von meo-com | #23

Leider auch bei uns ein leidiges Thema. Übrigens herzlichen Dank für die tollen Tipps. Aber an die VERNUNFT von Hundehaltern zu appellieren ist ja...
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9962744
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Schild warnt vor Giftködern — als Abschreckung erlaubt?
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http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nord-west/schild-warnt-vor-giftkoedern-als-abschreckung-erlaubt-id9962744.html
2014-10-23 10:58
Giftköder,Hundeklo,Hunde,Tiere
Nord-West