Rechte Szene in Lütgendortmund heimgeläutet

Erst gingen die rechten Parolen in einem Pfeifkonzert unter, dann im Glockengeläut: Rund 450 Lütgendortmunder haben am Montagabend deutlich gemacht, was sie von einer so genannten Mahnwache der Rechten in ihrem Ort halten: nichts. Die geballte Ablehnung zeigte nach zwei Stunden Wirkung.

Lütgendortmund.. Begonnen hatte es in Lütgendortmund wie schon auf so vielen Demos in den vergangenen Wochen: Kaum brüllten die Rechten die erste Parole ins Mikrofon, da brach auf dem Heinrich-Sondermann-Platz ein ohrenbetäubendes Trillerpfeifenkonzert los.

Rund 100 Gegendemonstranten machten mächtig Alarm. Unter den Bürgern auch viele Politiker aller Parteien, Vertreter aus dem Handel, den Vereinen.

Böllerwürfe

Bis auf ein paar Böllerwürfe blieb alles friedlich. Dann noch ein kurzer Tumult, als ein Chaot der linken Szene eine Bierflasche in Richtung der Rechten warf. Die Polizei griff sofort zu und unterband jede weitere Ausschreitung.

Gegen 19.30 setzte sich dann ein zweiter Menschenzug in Bewegung. Denn die beiden Lütgendortmunder Kirchengemeinden hatten zu einer Friedensandacht geladen. Die wurde zunächst um 19 Uhr von beiden Kirchen eingeläutet. Nach dem ersten Teil der Andacht zogen die Teilnehmer dann von der katholischen Kirche zur evangelischen Kirche. Mit Friedenslichtern in den Händen und den Pfarrern Heike Bährle und Guido Hoernchen an der Spitze.

Applaus für 350 Andachts-Teilnehmer

Unter dem Applaus der Gegendemonstranten zogen so rund 350 Menschen durch den Ort. An der evangelischen Kirche, am Mahnmal, stellten sie ihre Kerzen ab. Ein leuchtender Friedensappell. Und ein Zeichen, dass der Satz "Geschlossene Gesellschaft für Toleranz Vielfalt und Demokratie in Lütgendortmund" nicht nur auf den Plakaten steht.

Die geballte Ablehnung zeigte Wirkung. Um 20 Uhr rollten die Rechten ihre Fahnen ein. Die meisten verschwanden kurze Zeit später ganz schnell im S-Bahnhof. Sehr zur Freude der Lütgendortmunder.