Rechte, Hooligans, Nazi-Gegner - Dortmund vor Demo-Samstag

Demonstration der "autonomen Nationalisten" am 2. September 2010 in der Dortmunder Innenstadt.
Demonstration der "autonomen Nationalisten" am 2. September 2010 in der Dortmunder Innenstadt.
Foto: Peter Bandermann
Die Polizei verteilt Flugblätter an Anwohner im Dortmunder Westen und hat ein Bürgertelefon eingerichtet. Am Samstag werden wohl Kundgebungen von Hooligans sowie Neonazis und ihren Gegnern einiges durcheinander bringen.

Dortmund.. Personenkontrollen, Parkverbote, Störungen im öffentlichen Verkehrsnetz - der Demo-Samstag am 28. März wird für Teile des Dortmunder Westens und der Innenstadt erhebliche Einschränkungen mit sich bringen. Die Polizei informiert die Anwohner nun mit Flugblättern und einem Bürgertelefon über die Kundgebungen von Neonazis, Hooligans und Nazi-Gegnern.

Die Polizei verteilt in den kommenden beiden Tagen Flugblätter an Anwohner im Dorstfelder Ortszentrum und entlang der Rheinischen Straße. Darin warnt Polizei-Präsident Gregor Lange vor Beeinträchtigungen im Straßenverkehr und im öffentlichen Verkehrsnetz bereits ab dem frühen Vormittag. "Stellen Sie sich bitte darauf ein und planen Sie gegebenenfalls Zeitreserven vor. Informieren Sie sich rechtzeitig über veränderte Verkehrsregelungen, insbesondere über Parkverbote in Ihrem Wohnumfeld", so Lange.

Dorstfeld steht im Zentrum aller Kundgebungen

Darüber hinaus kündigt die Polizei im gesamten Dortmunder Westen und der Innenstadt Personenkontrollen an. An den Dortmunder Bahnhöfen und Haltepunkten sollten sich Reisende auf kurzfristige Sperrungen einstellen. Die Bundespolizei hat bekannt gegeben, dass sie mit zahlreichen Einsatzkräften im Einsatz sein werde.

Zum zehnten Jahrestag der Tötung des Dortmunder Punkers Thomas Schulz am 28. März 2005 werden am Samstag sowohl Neonazis und Hooligans auf der einen und Nazi-Gegner auf der anderen Seite auf die Straße gehen. Im Zentrum aller Kundgebungen wird Dortmund-Dorstfeld stehen.

Die Rechtsradikalen planen einen Protestzug von Huckarde nach Dorstfeld und ein anschließendes Rechtsrock-Konzert. Die genauen Orte der rechtsradikalen Kundgebungen will die Polizei noch nicht nennen. Sie würden noch nicht endgültig feststehen. Die antifaschistische Union will ab 14 Uhr vom S-Bahnhof Dorstfeld über den Wilhelmplatz und die Rheinische Straße bis zum Ort der Tötung, die U-Bahnstation Kampstraße, ziehen. Ebenfalls auf dem Wilhelmplatz ist ab 14 Uhr ein demokratisches Familienfest geplant.

Gericht schmettert Verbot ab

Die Polizei hatte vergeblich versucht, die Nazi-Kundgebungen mit Verweis auf das symbolträchtige Datum zu verbieten. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster hob das Verbot mit Verweis auf die Versammlungsfreiheit auf.

Für alle Fragen rund um die Kundgebungen hat die Polizei ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter der Nummer (0231) 132 55 55 zu erreichen.