Das aktuelle Wetter Dortmund 9°C
In Huckarde

Pacht soll in den Stadtbezirk fließen

02.10.2012 | 22:00 Uhr
Pacht soll in den Stadtbezirk fließen
Blick auf den Deusenberg: links die Wege für Wanderer und Mountainbiker. Auf der Mitte des Plateaus sollen die Solaranlagen aufgebaut werden.Foto: Jochen Linz/PiLi

Huckarde/Deusen. Vom Bürgersolarkraftwerk auf der Altdeponie Deusenberg soll „der gesamte Stadtbezirk profitieren“, sagt Gerhard Hendler, Vorsitzender der Hansa-Gesellschaft für Industriekultur und auch SPD-Fraktionschef in der Bezirksvertretung. Hendlers Forderung: Die Pachteinnahmen sollen gezielt für Strukturmaßnahmen in den Stadtbezirk Huckarde zurückfließen. Ein – zumindest rechtliches – Problem, das sich dabei abzeichnet: Die Pacht sind „Gebühreneinnahmen der Stadttochter EDG“, sagt dessen Sprecher Matthias Kienitz.

Knapp 13 000 Euro beträgt die Pacht, die das Unternehmen Solarplus mit seinem Geschäftsführer und Motor des Projekts, Stefan Schlepütz, an die Stadttochter EDG (Entsorgung Dortmund GmbH) pro Jahr zahlt. Die Summe ist einfach nachzuvollziehen. In einem Prospekt, mit dem Solarplus für das Bürgersolarkraftwerk auf der alten Deponie um Anteilseigner wirbt, sind Kosten von 180 Euro als Mietanteil für jede der 71 Einheiten aufgeführt. Solarplus hatte stets herausgestellt, an den Mieteinnahmen nichts verdienen zu wollen. Soll heißen: Die Zahlungen werden ein durchlaufender Posten zur Deckung der Pacht.

Effekte abwiegen

Bezogen auf die jährliche Pacht von rund 13 000 Euro spricht Gerhard Hendler, trotz der Dortmunder Haushaltsklemme, von einem „Beitrag im Promille-Bereich“.

Anders sähe es aus, wenn das Geld dem Stadtbezirks zur Verfügung stehen würde. Hendler spricht von einem „Solidarbeitrag auf Stadtebene“ und einem „weiteren Schub“ für die Entwicklung des Stadtbezirks, den sich die Hansa-Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat.

„Sechs Anteile innerhalb einer Woche verkauft“

Auf insgesamt vier Hektar – das sind umgerechnet 44 000 Quadratmeter – soll das Bürgersolarkraftwerk auf der Haldenmitte entstehen. Damit nimmt die Fläche etwa ein Drittel des Plateaus der Altdeponie ein.

Die bereits angelegten Wanderwege bleiben erhalten; Aussichtspunkte sollen noch dazukommen.

Die Solaranlage umfasst 71 Elemente. „Sechs Anteile haben wir innerhalb von einer Woche bereits verkauft“, berichtete Stefan Schlepütz gestern.

Der SPD-Politiker wiegt dabei zwei Effekte gegeneinander auf: Durch die Solaranlage auf dem Plateau der ehemaligen Deponie im Stadtbezirk erziele die gesamte Stadt „einen Imagegewinn“, dafür solle die Stadt auf die Pachteinnahmen zu Gunsten des Stadtbezirks verzichten.

Zwar gehört das Areal der Altdeponie der Stadt; den Pachtvertrag mit Solarplus hat Mitte September allerdings, wie berichtet, die Stadttochter EDG geschlossen. Insofern überweist Solarplus die Pacht auch an die Tochtergesellschaft der Stadt; dort „fließt das Geld als Einnahmen in den Gebühren-Haushalt“, erklärte EDG-Sprecher Matthias Kienitz gestern auf Nachfrage. Eine Weitergabe an die Stadt sei vermutlich „rechtlich problematisch“, so Kanitz in einer ersten Einschätzung.

Carsten Menzel

Kommentare
05.10.2012
10:36
Pacht soll in den Stadtbezirk fließen
von Haschpapa | #1

was ist das denn für ein dummes Geschäftsmodell?

Nur 13000 Euro Pacht,
wenn man Millionen mit dem Gelände machen könnte?

Mann müsste nur den...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
"Veronika" am Wasserschloss Dellwig
Heimatmuseum eröffnet...
Da kocht der Innenhof des Wasserschloss Dellwig: Jazzmusik, Pils und Erbsensuppe, lockten an diesem Sonntag wieder hunderte Besucher zum...
Stadtdirektor schließt einen von vier Kita-Standorten aus
BV-Vorschlag abgelehnt
In Nette soll eine neue Kindertageseinrichtung mit U3-Betreuung entstehen. Vier Standorte standen zur Auswahl. Einem hat Stadtdirektor Jörg Stüdemann...
Lehrerin spendet zwei Leukämiekranken Stammzellen
Seltener Zufall
So selten wie ein Lottogewinn: Dass ein Mensch für zwei Patienten als Stammzellenspender in Frage kommt, ist ein absoluter Ausnahmefall. Und der ist...
Mutter (22) ließ neugeborenes Baby im Keller verhungern
Prozess am Landgericht
Der grausige Fund einer Babyleiche in einem Keller in Kirchlinde erschütterte im Oktober 2014 die Stadt. Zu Beginn des Totschlagprozesses gegen die...
Passanten schlagen Halsketten-Räuber in die Flucht
Urbanusstraße
Erst fragten sie die 79-Jährige nach Weg, dann griffen sie nach ihrer Halskette: Am Mittwoch ist eine Seniorin in Huckarde beinahe Opfer eines...
Fotos und Videos
Neonazis in Dortmund
Bildgalerie
Rechtsradikale
83 Kilometer Emscher
Bildgalerie
Aus der Luft
Zocken im U-Turm: Die Next Level Conference
Bildgalerie
Fotostrecke
Black Sabbath in Dortmund
Bildgalerie
Fotostrecke
article
7157838
Pacht soll in den Stadtbezirk fließen
Pacht soll in den Stadtbezirk fließen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/nord-west/pacht-soll-in-den-stadtbezirk-fliessen-id7157838.html
2012-10-02 22:00
Nord-West