Offener Bücherschrank im Jungferntal beschädigt

Rot angestrichen, voll mit Literatur, aber leider auch kaputt: Der offene Bücherschrank ist eigentlich ein Symbol für das gute nachbarschaftliche Miteinander in der Gartenstadt Jungferntal. Doch jetzt wurde der rote Schrank Opfer blinder Zerstörungswut. Ausgerechnet in einer Nacht, in der es wenig Gründe für Aggressionen gab.

Rahm.. Der Dienstagabend war schön und milde, Borussia Dortmund qualifizierte sich für das DFB-Pokalfinale, die allgemeine Stimmung auch in Rahm war bestens. Eigentlich.

Denn es gab es an diesem Abend auch einen oder mehrere aggressive Zeitgenossen, die Frust schoben oder überschüssige Energie entladen mussten. Jedenfalls taten sie oder er es, indem sie den Bestand des Offenen Bücherschranks dezimierten und überdies das teure Sicherheitsglas an einer Zugangsklappe zerstörten.

Schwerer Schlag für die Paten

Für die sechs Bücherpaten und die Schüler, die sich ebenfalls engagiert einbringen, ist dies ein sehr schwerer Schlag, nicht nur auf der Kostenseite. Denn der offene Bücherschrank hatte sich eigentlich zu einer allseits akzeptierten Einrichtung gemausert, die von ihren Nutzern sehr gern in Anspruch genommen wird, denn die Zeiten, in denen die guten, alten Bücherbusse selbst die entlegensten Winkel im Stadtgebiet aufsuchten, sind endgültig vorbei."

"Die kostenlose Versorgung mit Lesestoff trifft hier auf großen Bedarf und stellt eine Erfolgsgeschichte dar, die auf größte Resonanz stößt", sagt Peter Jaskewitz, SPD-Bezirksvertreter und Pate des Bücherschranks.

"Ein regelrechter Treffpunkt"

Der Bücherschrank wird in Selbstorganisation durch den Einsatz der Bücherpaten und Patinnen betrieben, die sich um die Ausstattung und den Zustand des Bücherschranks kümmern.

Überdies hat sich die Örtlichkeit zu einem regelrechten Treffpunkt entwickelt. Das bietet sich durchaus an: Das kräftige Signalrot des Bücherschranks bildet einen Farbtupfer auf der frisch sanierten Libellenwiese im Ortszentrum des Jungferntals - direkt neben der Sitzgruppe an der Skulptur "Wiesenkinder".

Um so unverständliche ist für die Paten der Anschlag auf ihren Schrank. Sie haben inzwischen bei der Polizei Anzeige erstattet.