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Klettergarten

Nervenkitzel in 15 Metern Höhe

05.09.2011 | 18:09 Uhr
Nervenkitzel in 15 Metern Höhe
Wie Tarzan im Klettergarten Wischlingen.

Wischlingen.Im Rausch der Höhe. Ganz oben in der Nähe der Baumkronen. Balancierend wie ein Seiltänzer. Über Netze, schwebend auf einem Surfbrett oder mit dem „fliegenden Pferd“, geht es von Holzpodest zu Holzpodest durch den Wald.

Ob fünf, zehn oder 15 Meter hoch. Man fühlte sich frei wie ein Vogel oder wie ein Hochseilartist im Zirkus. Wäre da nicht das ständige Sichern und Entsichern mit den Karabinerhaken und die Sicherheitshandschuhe, die vor Verletzungen durch die Stahlseile schützen. Dschungelprüfung? Nein, Hochseilklettergarten im Revierpark Wischlingen.

Das letzte Wochenende der Sommerferien bescherte dem Hochseilklettergarten noch ein Mal tolle Besucherzahlen mit über 200 Besuchern täglich. Und die kommen alleine, zu zweit oder in ganzen Gruppen aus der gesamten Region.

So wie Neurologe Ilias Zarouchas (32), der mit seinen zwölf Kollegen der Neurologie-Abteilung aus Werne in den Seilen hing.

Ein bisschen wie Tarzan

Nerventraining? „Nein. Wir wollten einfach mal zusammen etwas Außergewöhnliches unternehmen“, sagt Ilias . „Man fühlt sich ein wenig wie Tarzan. Besonders, wenn man mit dem Surfbrett durch den Wald schwebt“, sagt Ilias, während er die Stufen zum Podest auf die Baum-Plattform in gut zehn Metern Höhe erklimmt.

Für seine Kollegin Anna Bäuerlein (29) ist das Klettern bislang eine überraschende Erfahrung. Sie habe gedacht: „Ein Seil, ein Haken und ab geht es“. Dass es dann drei Seile und drei Haken plus einer Rolle seien, das sorgte dann doch bei ihr für großes Verwunderung. „Ich hätte nicht gedacht, dass man sich immer so oft um- und einhaken muss“, so die Neurologin. Das erfordere ungemein viel Kraft und Konzentration. Und auch das Festhalten in den Seilen gehe besonders in die Arme.

Aber bevor es immer höher geht bis zum Höhepunkt - dem Parcours drei, die „schwarze Piste“ des Hochseilklettergartens in über 15 Metern Höhe inklusive „fliegenden Pferd“ und 45 Minuten Kletterspaß - muss jeder Teilnehmer erst einmal eine einstündige Einweisung in punkto Sicherheit mitmachen und auf einem kleinem Übungsparcours mit fünf Elementen vorklettern. Dann wird entschieden, ob Klettern Sinn macht. „In der Regel schaffen das alle“, betont An-drea Koch, Mitarbeiterin im Hochseilklettergarten.

Höhenangst verboten

Menschen mit Höhenangst merkten schon da, ob sie weiter machen möchten oder nicht. Dabei könne man seine Angst im Klettergarten aber überwinden. Höhe um Höhe muss sich jeder Kletterer vorarbeiten, um letztendlich auf die „schwarze Piste“ zu dürfen. Der Veranstalter will damit eventuelle Risiken ausschließen, die dadurch entstehen, dass sich unerfahrene Kletterer überschätzen und sich auf für sie ungeeigneten Strecken in Gefahr bringen. Nach ungefähr drei bis vier Stunden ist man so weit. Allerdings: „Wir raten Anfängern, den Parcours drei doch lieber an einem anderen Tag zu absolvieren. Für den sollte man schon fit sein“. Eine normale Fitness reiche jedoch, um im Hochseilklettergarten zu klettern. Und das wird immer beliebter. Um acht Prozent sei die Besucherzahl in diesem Jahr gestiegen, sagt Koch.

Thilo Kortmann

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