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Reinhard Gallen

Nach 37 Jahren ohne Mandat

05.06.2012 | 18:40 Uhr
Nach 37 Jahren ohne Mandat
Auch wenn die Bezirksvertretung Lüdo vorerst aufgelöst ist. Zum Füße hochlegen bleibt Reinhard Gallen wenig Zeit. Foto: Linz

Marten. Er gilt als Dino unter den Bezirksvertretern. Niemand im Dortmunder Westen ist länger im politischen Alltagsgeschäft tätig als Reinhard Gallen. Wegen der Wiederholungswahl von Rat und Stadtteil-Parlamenten am 26. August sind die 11 Bezirksvertretungen - bis auf Brackel - zunächst aufgelöst. Und Reinhard Gallen steht erstmals seit 37 (!) Jahren ohne politisches Mandat da.

„Keine Sitzungen in den nächsten Monaten. Da beschleicht mich schon ein komisches Gefühl“, räumte der 69-jährige Politiker im Gespräch mit dieser Zeitung gestern ein. Die Sitzungen der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund am 19. Juni und am 21. August fallen definitiv aus. Im Juli hätte es - wegen der parlamentarischen Sommerpause - ohnehin keinen Termin gegeben. Die nächste BV fällt somit auf den 18. September. Gallen: „Da stünde nach meinem Zeitplan die konstituierende Sitzung an.“ Bis dahin, mutmaßt Gallen, der nach vielen Jahren CDU-Mitgliedschaft nun der Fraktion FDP/Bürgerliste angehört, liefen sicherlich viele Sachthemen auf. Angelegenheiten allerdings, die einen größeren zeitlichen Aufschub verbieten, werden per Dringlichkeitsentscheidung umgesetzt.

Vorerst keine BV-Sitzungen

Gallen: „Dafür zuständig sind der Bezirksbürgermeister und der Vorsitzende der zweitgrößten Fraktion. In unserem Fall heißt das: Heiko Brankamp und der Chef der CDU-Fraktion Jürgen Schröder.“ Die ungewohnte politische Konstellation - also die vorübergehende Auflösung der Bezirksvertretung - reize Gallen aber auch, nach neuen Wegen zu suchen. Er brauche kein offizielles Mandat zu haben, um sich politisch einzubringen, sagt Gallen. Als Beispiel nannte er gestern „die Emschergenossenschaft, die demnächst mit den Baumaßnahmen für einen offenen Bachlauf in Marten beginnen will“. Eigentlich, erklärte Gallen, sei es ja Aufgabe der Politik, die Bürger von den Arbeiten zu informieren. Das Problem: Wohl erst für die Oktober-Sitzung könnte ein Berichterstatter eingeladen werden. Bis dahin jedoch werden die Arbeiten der Emschergenossenschaft vermutlich schon begonnen haben.

Reinhard Gallen ist das zu spät. Er überlegt, die Bevölkerung im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung vorab über den Stand der Dinge „offener Bachlauf“ zu unterrichten: „Ich könnte mir vorstellen, die Info-Veranstaltung auf Anfang September zu legen.“ Vorher jedoch muss er noch eine weitere wichtige Sache einstielen. Im Juli nämlich steht sein Geburtstag an. Den 70. will er besonders feiern. Mit der Familie. Im sonnigen Portugal. Bis zum Flug und auch danach gibt es noch eine Menge Vorkehrungen zu treffen.

Norbert Jacobs


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