Museumschef macht sich selbst zum Ausstellungsstück

Die Dasa geht ungewöhnliche Wege: Für zwei Tage macht sich Direktor Gregor Isenbort selbst zum Ausstellungsobjekt. Am Mittwoch und Donnerstag steht sein Schreibtisch mitten in der Arbeitswelt-Ausstellung - wir haben ihn besucht.

Dorstfeld.. Der Schreibtisch von Gregor Isenbort steht am Mittwoch und Donnerstag im Dasa-Bereich "Am Bildschirm". Dort wird sonst gezeigt, wie ein idealer Arbeitsplatz aussieht. Mit hochmodernen Büromöbeln, optimaler Beleuchtung und flimmerarmen Bildschirmen. Jetzt spielt Isenbort mit einem sechsjährigen Besucher Chef.

Er holt sein Handy raus, tippt die Nummer seiner Sekretärin ein und hält es Anton ans Ohr. "Hallo, ich bin der neue Chef", sagt der Knirps frech. Dann lauscht er. Und lauscht. "Was erzählt sie denn?", fragt Gregor Isenbort neugierig. "Dass ich ein toller Chef bin." Der echte runzelt die Stirn. "Das hat sie mir noch nie gesagt."

Gibt es da etwa Gesprächsbedarf? Kein Problem, auch ein Besprechungstisch steht im temporären Büro. Weil sein eigentliches Arbeitszimmer derzeit renoviert wird, kam die Frage auf: "Wo setz‘ ich mich denn jetzt hin?", erzählt Gregor Isenbort.

Die Lösung war so einfach wie naheliegend: Warum nicht in die Arbeitswelt-Ausstellung? Laptop, Handy, ein paar Akten - ein bisschen Arbeit hat sich Isenbort mitgebracht. Noch lieber wäre es ihm aber, wenn er gar nicht dazu kommt: "Ich möchte Besuchern Rede und Antwort stehen, Anregungen aufnehmen, Kritik anhören", sagt der Direktor. Und geht dafür neue Wege. Gut möglich, dass die Aktion wiederholt wird.

Seit 2013 ist Gregor Isenbort Direktor der Dasa. Er ist Chef über 70 Mitarbeiter. Sein Büro liegt sonst verborgen in den Verwaltungsräumen. Am Donnerstag (20. Oktober) arbeitet Isenbort von 11 bis 15 Uhr noch einmal im Ausstellungsbereich "Am Bildschirm". Der Dasa-Eintritt kostet 8/5 Euro ermäßigt, 16 Euro Familienkarte. Geöffnet ist während der Woche von 9 bis 17 Uhr.